Do., 07.12.2017

Verkehrsunfälle Münster verlangt von der EU sicherere Lastwagen

Verkehrsunfälle: Münster verlangt von der EU sicherere Lastwagen

18 europäische Städte fordern, dass die EU das Sichtfeld von Lkw-Fahrern einheitlich regelt. Foto: Oliver Werner

Münster - 

Weg mit dem „toten Winkel″! Münster und 17 andere europäische Städte fordern gemeinsam schärfere Sicherheitsstandards für Lastwagen, um Fußgänger und Radfahrer besser zu schützen. In einem offenen Brief wandten sich die Städte an EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker.

Von Jan Hullmann, mit dpa

Die Städte drängen gemeinsam darauf, dass die EU-Kommission bei der „längst überfälligen″ Neuauflage der Verordnungen zum Schutz von Fußgängern und über die allgemeine Fahrzeugsicherheit, strengere Fahrzeugstandards vorschreiben solle.

Dabei geht es vor allem darum, durch Veränderungen an den Fahrzeugen den sogenannten toten Winkel auszumerzen. Vertreter der Städte schrieben dazu einen am Donnerstag veröffentlichten Brief an EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker.

Radfahrer und Fußgänger besser schützen

Die Städten - unter anderem sind auch Berlin, Amsterdam und Kopenhagen dabei - schreiben, sie seien bemüht, dass bei ihnen mehr Menschen zu Fuß gehen oder Rad fahren. Ein wesentlicher Teil sei dabei, diese besser zu schützen, etwa durch Tempolimits, Straßenumbau und Ampelschaltungen. Die Bemühungen der Städte könnten aber nicht erfolgreich sein, wenn nicht parallel auch die Sicherheit von Autos und Lastwagen erhöht würde.

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Gerade in Münster wird das Thema „toter Winkel″ immer wieder diskutiert, immer wieder kommt es in der Stadt zu schweren und sogar tödlichen Unfällen mit abbiegenden Lkw. Zuletzt wurde am Dienstag eine 17-jährige Radlerin von einem Lastwagen angefahren.

Einheitliche Regelung

Dabei sei eine Lösung der Probleme schon da, argumentieren die Städte. Einige Hersteller bauten bereits Fahrzeuge mit niedriger Fahrerkabine, bei denen die Sicht besser sei. Die EU sei dafür zuständig, das einheitlich zu regeln. Sie habe die Standards zuletzt 2009 angepasst und Neuerungen seitdem verschoben. Mit Übergangsfristen könnten neue Regeln ab den frühen 2020er-Jahren greifen, meinen die Städte.

Acht Staaten, darunter auch Deutschland, hatten bereits im Februar neue EU-weite Sicherheitsstandards gefordert.

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