Do., 07.12.2017

Ambulant unterstütztes Wohnen Verein SeHT fördert Selbstständig trotz Handicap

Unterstützung erhält Alexander Pinke (r.) in seiner eigenen Wohnung von seinem Bezugsbetreuer Patrick Schulpin auch bei der Terminplanung für die Woche.

Unterstützung erhält Alexander Pinke (r.) in seiner eigenen Wohnung von seinem Bezugsbetreuer Patrick Schulpin auch bei der Terminplanung für die Woche. Foto: hö

Münster - 

Ein neues Angebot des Vereins SeHT Münster ermöglicht Menschen mit geistiger oder seelischer Behinderung, in der eigenen Wohnung zu leben. Begleitende Hilfen gibt es beim Ambulant unterstützten Wohnen.

Von Karin Höller

Stolz führt Alexander Pinke Gäste durch seine gemütliche Wohnung. „Ich wollte endlich selbstständig werden“, sagt der 30-Jährige und fügt hinzu: „Wenn ich etwas nicht allein schaffe, bekomme ich Hilfe.“ Alexander Pinke ist einer von zwölf Menschen mit geistigen oder seelischen Handicaps, die das Ambulant unterstützte Wohnen nutzen, das der Verein SeHT Münster (Selbstständigkeitshilfe bei Teilleistungsschwächen) mit finanzieller Projektunterstützung durch die Aktion Mensch auf den Weg gebracht hat. Mit solch positiven Rückmeldungen, wie seine Mutter und SeHT NRW-Vorsitzende Mieke Pinke betont, „dass wir dieses Angebot rund 30 Menschen in Münster zugänglich machen möchten“.

Kein leichtes Unterfangen angesichts der aktuellen Wohnungsnot. Zudem sei es schwierig, Vermieter zu gewinnen, bedauert Pinke. „Obwohl es sich oft um sehr pflegeleichte Mieter handelt.“ Ziel sei es, Rahmenbedingungen zu schaffen, bei denen auch Menschen mit Handicap in ihrem Quartier alt werden können. Mit Begleitern, die auch auftretende Konflikte klären. Denn viele Menschen mit geistiger oder seelischer Behinderung werden noch von ihren Eltern im Rentenalter versorgt. „Die meisten unserer Klienten machen indes mit der eigenen Wohnung einen Entwicklungssprung“, resümiert SeHT-Geschäftsführerin Elisabeth Leifheit.

Alexander Pinke beispielsweise, der tagsüber in einer Behindertenwerkstatt arbeitet, strukturiert mit seinem Bezugsbetreuer, der knapp acht Stunden in der Woche vorbeikommt, den privaten Terminkalender, erstellt Einkaufslisten, hilft beim Kochen oder Aufräumen der Wohnung. Vieles kann Alexander Pinke indes auch allein: „Zum Tanzen fahre ich immer mit der Buslinie 1“, sagt er.

Der Verein SeHT setzt mit seinem Selbstständigkeitstraining in vielen Lebensbereichen und Altersgruppen an. „Seit dem Sommer bieten wir auch Schulbegleitung an“, erklärt Frederike Burhorst, Leiterin des Ambulanten Dienstes. Ziel sei es, die Inklusion in Unterricht und Schulgeschehen zu ermöglichen.  

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