Münsterhack-Gewinner stellen ihr Projekt vor
„Bus Reality“: Pünktlich wie der Linienbus

Münster -

„Münster besser machen“ – das war das Ziel von neun Projektgruppen, die im November beim ersten „Münsterhack“ digitale Ideen entwickelten. Die Siegergruppe „Bus Reality“ durfte ihr Projekt zur Präzisierung des Busfahrplans bei den Stadtwerken vorstellen.

Donnerstag, 14.12.2017, 08:12 Uhr

Die Gruppe „Bus Reality“ – Manuel Müller, Auss Abbood, Anton Laukemper, Rüdiger Busche und John Berroa (v.l., Jannik Steinmann fehlt auf dem Bild) – überlässt nichts dem Zufall: Ihre Spezialität ist die Berechnung der Abfahrts- und Ankunftszeiten der Stadtwerke-Busse inklusive aller Verspätungen.
Die Gruppe „Bus Reality“ – Manuel Müller, Auss Abbood, Anton Laukemper, Rüdiger Busche und John Berroa (v.l., Jannik Steinmann fehlt auf dem Bild) – überlässt nichts dem Zufall: Ihre Spezialität ist die Berechnung der Abfahrts- und Ankunftszeiten der Stadtwerke-Busse inklusive aller Verspätungen. Foto: spe

Der junge Mann will morgens mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Roxel nach Osnabrück fahren. Natürlich schaut er sich die Fahrpläne vorher auf dem Smartphone an: Ihm wird auch prompt eine gute Verbindung mit fünf Minuten Umsteigezeit angezeigt. Reichen diese fünf Minuten? Oder gerät der Bus unterwegs in einen Stau, weil um diese Uhrzeit ohnehin so viel auf der Straße los ist . . .

Unsere nicht-digitalen Altvorderen hätten das Problem vermutlich gelöst, indem sie einfach einen früheren Bus nehmen und damit auf Nummer Sicher gehen. Aber das ist einem Digital-Spezi von heute viel zu billig: Er entwickelt ein Programm, das die Verspätung des Linienbusses möglichst genau prognostiziert.

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„Bus Reality“

Unmöglich? Nicht für die Gruppe „Bus Reality“ von Auss Abbood, John Berroa, Rüdiger Busche , Anton Laukemper, Manuel Müller und Jannik Steinmann. Die sechs Computer-Jungs aus Osnabrück haben im November  beim „Münsterhack“, einer von den Stadtwerken und der Stadtverwaltung angestoßenen digitalen Zukunftswerkstatt, den ersten Preis gemacht. Und nun stellen sie im Konferenzraum am Hafenweg einer hochkarätig besetzten Stadtwerke-Delegation ihre preisgekrönte Idee im Detail vor. Es geht darum, das Thema weiterzutreiben, wie Münsterhack-Organisator Alex Sommer betont. Im Idealfall sollte die Idee so umgesetzt werden, dass die Stadtwerke-Kunden ohne großen Aufwand etwas davon haben.

Auch Auslastung der Busse lässt sich messen

Kein großes Problem, sagt der „Bus-Realist“ Rüdiger Busche. Denn die Stadtwerke haben zuvor sämtliche Daten zur Verfügung gestellt, also auch die Verspätungen ihrer Linienbusse von null bis 250 Sekunden pro Haltestelle: „Mit diesen Daten kann man etwas vorhersagen, was viel präziser ist als nur der Mittelwert“, betont Busche. Auch die Auslastung der Busse lässt sich messen: Wer sich mit der Münster-App über seine Busverbindung informiert, erfährt zugleich, ob das Fahrzeug überfüllt ist oder nicht. Und an jeder ordinären Blechschild-Haltestelle lässt sich eine digitale Infosäule auf den Handy-Bildschirm projizieren, die über die aktuellen Ankunfts- und Abfahrzeiten an ebendieser Haltestelle in Echtzeit informiert. „Je besser die Datenqualität, desto valider die Ergebnisse“, meint Auss Abbood.

Gefährliche Details:

Die Offiziellen strahlen vor Vergnügen: „Jetzt müssen wir Wege finden, wie wir diese Dinge in die Umsetzung bringen“, meint Stadtwerke-Chef Dr. Henning Müller-Tengelmann munter. Technisch sei das alles machbar, weil man sich einfach an die bestehende Münster-App anhängen kann. Allerdings gibt es gefährliche Details: Vielleicht sollte man nicht die Abweichung vom Fahrplan, sondern nur die tatsächliche Fahrzeit angeben. Nichts ist schlimmer als ein Buskunde, der sich auf eine Verspätung verlässt – und dann erfährt, dass der Bus doch pünktlich war . . .

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