Der Tag der Lehre
AStA: Anwesenheitspflicht bleibt Thema

Münster -

Im Leben der knapp 44.000 Studierenden der Universität Münster sind Hörsaal und Seminarräume zentrale Aufenthaltsorte. Umso wichtiger ist es, wie dort gelehrt wird. Einschläfernde Lehrveranstaltungen, die gebe es durchaus weiterhin, sagt Liam Demmke aus dem Uni-AStA – obwohl die Universität schon seit etlichen Jahren in einem eigens gegründeten Zentrum allen Lehrkräften Unterstützung und Hilfe für die Gestaltung der Lehre anbietet.

Donnerstag, 11.01.2018, 12:01 Uhr

Mitglieder der Fachschaft Politikwissenschaft/Soziologie präsentierten sich beim „Tag der Lehre“ auf dem Markt der Möglichkeiten im Schlossfoyer.
Mitglieder der Fachschaft Politikwissenschaft/Soziologie präsentierten sich beim „Tag der Lehre“ auf dem Markt der Möglichkeiten im Schlossfoyer. Foto: kv

Am Mittwoch rief die Uni wieder den jährlichen „Tag der Lehre“ aus, mit zahlreichen Veranstaltungen sowie einem „Markt der Möglichkeiten“ im Schlossfoyer. Unter dem Motto „Diversity in Studium und Lehre – (k)ein Thema für die WWU?“ veranstalteten die Fachbereiche, zentrale Einrichtungen der Universität, der AStA und die Fachschaften insgesamt 29 Workshops. Darin ging es zum Beispiel um den Begriff der Behinderung aus philosophischer Perspektive, Diversität im Jurastudium oder Handlungsempfehlungen gegen Diskriminierung im Uni-Alltag.

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Auftaktveranstaltung

Die Fachschaft Politikwissenschaft und Soziologie warf an ihrem Stand im Schlossfoyer etwa die Frage auf, warum die akademische Lehre weiterhin vorwiegend „weiß und männlich“ geprägt sei. In der Aula war bei der Auftaktveranstaltung vorwiegend die Fraktion der Lehrenden vertreten, Studierende fanden nur spärlich dorthin. AStA-Referent Steffen Fischer sieht die Ursache dafür darin, dass die Universitätsleitung für den Tag nicht vorlesungsfrei gegeben habe. „Da besuchen die meisten Studierenden lieber ihre normalen Lehrveranstaltungen“, ergänzt Liam Demmke .

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Anwesenheitspflicht in Lehrveranstaltungen

Womit die beiden AStA-Referenten bei einem weiterhin neuralgischen Thema in der Uni angekommen sind – der Anwesenheitspflicht in Lehrveranstaltungen. Die ist zwar momentan per noch geltendem Landesgesetz weiterhin auf besondere Veranstaltungen, wie etwa Sprachkurse oder Übungen in Labors beschränkt. Dozenten, die eine Anwesenheitspflicht anordnen wollen, müssen dies von einer Uni-Kommission bewilligen lassen. Dennoch, so Liam Demmke, gebe es noch Professoren, die weiterhin ohne eine solche Genehmigung Teilnahmelisten in ihren Veranstaltungen kursieren ließen. Die Studierenden machten in der Regel mit – vorsichtshalber. „Man weiß ja nicht, ob es vielleicht bei der Bewertung der Hausarbeit Nachteile hat, wenn man häufiger gefehlt hat“, illustriert Demmke. Die neue Landesregierung will das von Rot-Grün verhängte Verbot von Anwesenheitspflichten wieder abschaffen.

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