Westfälischer Friedenspreis 2018
Lettland, Estland und Litauen und die Pfadfinder als Preisträger bekanntgegeben

Münster -

Die baltischen Staaten Lettland, Estland und Litauen sowie die Pfadfinder werden in diesem Jahr mit dem Internationalen Preis des Westfälischen Friedens ausgezeichnet. Sie setzen beispielhafte Zeichen für ein Miteinander, erklärte am Mittwoch Dr. Reinhard Zinkann für die Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe, die den mit 100.000 Euro dotierten Preis auslobt.

Mittwoch, 17.01.2018, 19:01 Uhr

Dr. Reinhard Zinkann und Markus Lewe präsentierten am Mittwoch die Preisträger. Den Friedenspreis 2018 bekommen die Pfadfinder (rechts unten) sowie (links von oben) Litauen (Präsidentin Dalia Grybauskaite), Lettland (Raimonds Vejonis) und Estland (Kersti Kaljulaid).
Dr. Reinhard Zinkann und Markus Lewe präsentierten am Mittwoch die Preisträger. Den Friedenspreis 2018 bekommen die Pfadfinder (rechts unten) sowie (links von oben) Litauen (Präsidentin Dalia Grybauskaite), Lettland (Raimonds Vejonis) und Estland (Kersti Kaljulaid). Foto: Gunnar A. Pier, Christian Schnaubelt, dpa (3) - Montage: gap

Seit Anfang der 90er Jahre frei, seit 2004 Mitglied von EU und Nato: Die baltischen Staaten Lettland, Litauen und Estland haben eine Musterkarriere von Sowjetrepubliken hin zu stabilen Demokratien hingelegt. Eine beispielhafte, eine preiswürdige Entwicklung, für die die drei Staaten in diesem Jahr mit dem In­ ter­na­ti­onalen Preis des Westfälischen Friedens ausgezeichnet werden, den die Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe (WWL) seit 1998 auslobt und alle zwei Jahre im historischen Rathaus zu Münster verleiht.

 

Interview zum Westfälischen Friedenspreis 2018

 

Zum Thema: Friedenspreis

Der mit 100.000 Euro dotierte Internationale Preis des Westfälischen Friedens wird seit 1998 alle zwei Jahre von der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe (WWL) in zwei Kategorien verliehen. Mit ihm werden Persönlichkeiten oder Repräsentanten von Staaten ausgezeichnet, die zum Vorbild für Friedensarbeit in Eu­ropa geworden sind. Der Jugendpreis geht an junge Menschen oder Jugendgruppen, die beispielgebend für den Ausgleich und den Frieden handeln.
Mit der Vergabe will die WWL einen Beitrag zur Diskussion über die inneren Strukturen Europas und das Zusammenleben der Menschen in Europa leisten“. Preisträger waren unter anderem Václav Havel, Helmut Kohl, Helmut Schmidt sowie die Aktion Sühnezeichen und die Jugendarbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

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Der nördliche Au­ßenposten der EU

In den drei Ländern seien rechtsstaatliche und marktwirtschaftliche Prinzipien fest etabliert, erklärte der Vorsitzende der WWL, Dr. Reinhard Zinkann, am Mittwoch in Münster. Dennoch: Das Baltikum ist der nördliche Au­ßenposten der EU „und nicht frei von einer möglichen Verwundbarkeit“. Auch darum liege es nahe, „die drei Länder „wegen ihrer besonderen Bemühungen um Integration in Europa zu würdigen und zu stärken“. Und weil sich 2018, dem Jahr der Friedenspreis-Verleihung, die erste Unabhängigkeit des Trios zum 100. Mal jährt, sei der Zeitpunkt für die Vergabe umso willkommener.

Der Preis in Form einer Pferde-Statue wird seit 1998 verliehen.

Der Preis in Form einer Pferde-Statue wird seit 1998 verliehen. Foto: Gunnar A. Pier

Mit dem Friedenspreis habe die WWL in Münster „ein Format platziert, das weit über die Grenzen unseres Landes hinaus Beachtung findet“, sagte Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe.

Die Preisträger 2018

 

Pressekonferenz zum Westfälischen Friedenspreis 2018

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  • Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe (links) und Dr. Reinhard Zinkann, Vorsitzender Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe, stellten am Mittwoch bei einer Pressekonferenz die Preisträger des Westfälischen Friedenspreises 2018 vor.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Die Trophäe ist ein Pferd.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Seit 1998 wird der Preis in Münster verliehen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe (links) und Dr. Reinhard Zinkann, Vorsitzender Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe, stellten am Mittwoch bei einer Pressekonferenz die Preisträger des Westfälischen Friedenspreises 2018 vor.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe (2.v.l.) und Dr. Reinhard Zinkann, Vorsitzender Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe, stellten am Mittwoch bei einer Pressekonferenz die Preisträger des Westfälischen Friedenspreises 2018 vor - flankiert von Pressesprecher Dr. Norbert Tiemann (links) und Geschäftsführer Jost Springensguth.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe (links) und Dr. Reinhard Zinkann, Vorsitzender Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe, stellten am Mittwoch bei einer Pressekonferenz die Preisträger des Westfälischen Friedenspreises 2018 vor.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe (links) und Dr. Reinhard Zinkann, Vorsitzender Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe, stellten am Mittwoch bei einer Pressekonferenz die Preisträger des Westfälischen Friedenspreises 2018 vor.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier

 

Alle Jahre wieder kurz vor Weihnachten ist auch der münsterische Dom bis auf den letzten Platz gefüllt mit Pfadfindern. Sie verteilen von dort aus wie überall in Deutschland das Friedenslicht aus Bethlehem in alle Kirchengemeinden. Seit vielen Jahren findet die Aktion statt. Friedensarbeit und Pfadfinder, da fügt sich etwas. Da wird auch etwas offensichtlich.

Beitrag zu friedensorientierter Entwicklung von jungen Menschen

Darum geht der Jugendpreis des Westfälischen Friedenspreises in diesem Jahr an die Internationalen Pfadfinder, die, so der WWL-Vorsitzende, angetreten seien, „um zu einer friedensorientierten Entwicklung junger Menschen beizutragen“. Mit ihren gemeinsamen Werten Demokratie, Gemeinschaft und Toleranz bauten die Pfadfinder an einer Zukunft, in der alle Menschen unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Glauben oder Besitz in Frieden miteinander leben könnten.

Zum Thema: Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe e.V.

Westfalen und Europa sind die Eckpunkte, zwischen denen die Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe (WWL) aktiv ist. Als überparteiliche Organisation überwindet die WWL Barrieren zwischen Politik, Wirtschaft und Berufsverbänden, um ein föderales Europa zu fördern und die Stimme Westfalens im Wettbewerb der Regionen zu stärken.

Die WWL rückt gesellschaftspolitisch und wirtschaftlich relevante Fragen in den Mittelpunkt, mit dem Ziel der Erhaltung der freiheitlichen Wirtschaftsordnung und der sozialen Marktwirtschaft in Europa. In Kooperation mit Vertretern der Wissenschaft und durch die Förderung von Forschungsarbeiten analysiert die WWL wirtschaftliche Zusammenhänge und macht sie transparent. Auf der regionalen Ebene vertritt sie Westfalen als einen einheitlichen Wirtschaftsraum mit gewachsenen Strukturen. 

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Verleihung im Juli

Anders als in den Jahren zuvor wird der Friedenspreis in diesem Jahr nicht im Herbst, sondern am 14. Juli verliehen. Münster feiert 2018 den Jahrestag des Westfälischen Friedens 1648 und das Ende des Ersten Weltkrieges 1918. In diesen Fest-Modus mit zahlreichen Veranstaltungen und Ausstellungen fügt sich auch der Friedenspreis ein, zu dessen Verleihung möglicherweise auch Bundespräsident Frank- Walter Steinmeier kommt. Der ist Ehren-Jurymitglied in der WWL – und ist zumindest angefragt. „Die Zusage aus Berlin steht aber noch aus“, sagte Zinkann.

Westfälischer Friedenspreis: Die bisherigen Preisträger

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  • Jordaniens König Abdullah II. erhielt den Friedenspreis im Jahr 2016.

    Foto: dpa
  • Mit dem Preis des Westfälischen Friedens wurden im Jahr 2014 die „International Space Station“ (ISS) und die Jugendarbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge geehrt.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Verleihung des Westfälischen Friedenspreises im Jahr 2012 an Helmut Schmidt.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • 2010 wurde der Dirigent und Pinanist Daniel Barenboim mit dem Preis geehrt.

    Foto: Kim Graf
  • Der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan wurde 2008 mit dem Preis des Westfälischen Friedens geehrt.

    Foto: A1885 epa Keystone Sandro Campar
  • 2006 erhielt der ehemalige französische Staatspräsident Valéry Giscard d'Estaing den Preis.

    Foto: Rolf Vennenbernd
  • Der Dirigent Kurt Masur wurde im Jahr 2004 ausgezeichnet.

    Foto: dpa
  • Im Jahr 2002 ging der Friedenspreis an die ehemalige Bundesanwältin der Schweiz: Carla Del Ponte

    Foto: Martial Trezzini
  • Der frühere Bundeskanzler Helmut Kohl wurde 2000 mit dem Preis des Westfälischen Friedens ausgezeichnet.

    Foto: A2942 Ingo Wagner
  • 1998 erhielt Vaclav Havel (links im Bild), Schriftsteller und ehemaliger tschechischer Staatspräsident, den Preis des Westfälischen Friedens.

    Foto: dpa
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