Urteil gegen Münsteraner
Viereinhalb Jahre Haft für zwei Vergewaltigungen

Münster -

Auf unterschiedlichen Partys im Hawerkamp hatte der Mann die beiden Frauen kennengelernt. Am Landgericht wurde er nun für schuldig befunden, sich an beiden in seiner Wohnung vergangen zu haben.

Mittwoch, 17.01.2018, 17:01 Uhr

Urteil gegen Münsteraner: Viereinhalb Jahre Haft für zwei Vergewaltigungen
Foto: dpa (Symbolbild)

Die 3. Große Strafkammer am Landgericht hat am Mittwoch einen 25-jährigen Münsteraner der Vergewaltigung in zwei Fällen schuldig gesprochen und ihn zu vier Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Der Mann hatte die beiden Frauen im vergangenen Jahr jeweils am Hawerkamp kennengelernt.

So urteilte der Richter:

Der Richter stellte in seiner Urteilsbegründung dar, wie schwer es sei, in solchen Fällen zwischen Wahrheit und Unwahrheit zu unterscheiden. Er machte für den konkreten Fall aber deutlich: „Wir sind im Wesentlichen den Aussagen der Zeuginnen gefolgt.“ Denn diese hätten sich im Laufe der Verhandlung als glaubwürdig und konstant erwiesen. Dabei sei es der ersten Zeugin, die vom Angeklagten angezeigt worden war, nachdem Schriftzüge an seiner Arbeitsstelle aufgetaucht waren, in denen er der Vergewaltigung bezichtigt wurde, sichtlich lieber gewesen, es wäre gar nicht zu dem Verfahren gekommen, so der Richter.

Die Darstellung des Angeklagten dagegen, so der Richter, sei nur schwer mit dem in Einklang zu bringen, was man sicher wisse. Dabei war vor allem die Einschätzung des Gerichts entscheidend, dass der Angeklagte sehr wohl gesehen haben müsse, dass beide Frauen nicht mit den an ihnen vorgenommenen sexuellen Handlungen einverstanden gewesen seien. Das hatte der Münsteraner stets anders dargestellt. Dessen Begründung zum ersten Fall, dass er einer tätowierten Frau, die im Sexshop arbeite, doch nicht mit „Blümchensex“ kommen könne, beurteilte das Gericht als abstrus, da er seine persönlichen Tätowierungen nach eigener Aussage trage, um seine labile Psyche dahinter zu verstecken.

Opfer leiden an psychischen Folgen

Der Richter wies den Angeklagten auch auf die Folgen seiner Taten hin. Beide Frauen hätten demnach angegeben, psychisch an den Folgen der Geschehnisse zu leiden.

Strafmildernd bewerte das Gericht, dass der Angeklagte zumindest den äußeren Rahmen der Geschehnisse eingeräumt habe, er zudem nach Einschätzung des Gerichts aufgrund seiner Psyche stark unter der Gefängnisstrafe zu leiden haben werde. Die Chance, mit einem Geständnis zu punkten, das den Opfern ihre Aussagen erspart hätte, habe er jedoch nicht ergriffen.

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