Schulen gedachten der Opfer des Holocaust
Sechs Lichter für die NS-Opfer

Münster -

Im Rathausinnenhof – dem Platz des Westfälischen Friedens – erzählten Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene von 17 Schulen am Freitag von ihrer Arbeit zu Themen der NS-Zeit während des Unterrichts und in Projekten. Im Gedenken vor allem an die KZ-Opfer zündeten sie Kerzen an.

Freitag, 26.01.2018, 19:01 Uhr

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene kamen am Freitag im Rathausinnenhof zusammen, um an Opfer der NS-Zeit zu erinnern. Anlass war der Holocaust-Gedenktag.
Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene kamen am Freitag im Rathausinnenhof zusammen, um an Opfer der NS-Zeit zu erinnern. Anlass war der Holocaust-Gedenktag. Foto: Matthias Ahlke

Sechs Grablichter brannten am Freitagmittag im Rathausinnenhof. Sie sollten an die Menschen erinnern, die während der NS-Zeit durch staatliche Hand ermordet wurden. „Ich entzünde eine Kerze für die 6,3 Millionen jüdischen Opfer“, erklärte Vincent Kleine von der Gesamtschule Mitte. „Ich entzünde eine Kerze für die mehr als 70 000 Euthanasieopfer“, sagte Anne Mensing vom Schiller-Gymnasium.

Sechs „Opfergruppen“, so hieß es beim gemeinsamen Holocaust-Gedenken von Schulen in Münster (und einer aus Senden), sollte mit Lichtern gedacht werden. Die Kerzen wurden jeweils mit einem Erklärungssatz auf den Platz des Westfälischen Friedens gestellt – auch für die „ungefähr 500 000 Sinti und Roma“, „die über 15 000 getöteten Homosexuellen“, „für die über 8000 getöteten politisch Verfolgten“ und „die etwa 1200 Opfer der Zeugen Jehovas“, so vier weitere Schüler.

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Die Projekte aller Schulen finden Sie auf unserer Sonderseite: Gegen Vergessen

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Gemeinsam mit der Bezirksregierung hatten 17 Schulen den Jahresgedenktag vorbereitet. Sie leisteten „einen Beitrag zu einer aktiven Erinnerungskultur“, erklärte Wolfgang Weber , Leiter der Schulabteilung der Bezirksregierung, den Sinn der Veranstaltung, an der sich mit Gymnasien, Realschulen, zwei Gesamtschulen und dem Overberg-Kolleg mehrere Schulformen beteiligten. Weber bedankte sich bei allen, die „heute zusammengekommen sind, um ein Zeichen gegen das Vergessen und für ein Leben in einer starken Demokratie mit Menschenrechten für alle zu setzen“.

Holocaust-Gedenken im Rathaus-Innenhof

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Die Mädchen und Jungen hatten sich im Unterricht oder in Einzelprojekten mit Details der gezielten Verfolgung von Menschen in Nazi- Deutschland befasst: zum Beispiel mit den Opfer-Biografien einzelner Familien beziehungsweise mit Videos samt historischer Originalaufnahmen von Deportationen in einem Internetportal.

Das Overberg-Kolleg hatte eine Gedenkfahrt nach Weimar unternommen und dabei einen Besuch des Konzentrationslagers Buchenwald.

Am Freitag versammelten sich die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Rund auf dem Platz des Westfälischen Friedens und ließen sich von Bürgermeisterin Karin Reismann über eine Mikrofonanlage zu ihren Erfahrungen und Einschätzungen der Gedenkarbeit interviewen.

Reismann erklärte: „Wir leben in einer Demokratie. Und wir alle tragen die Verantwortung für unsere Zukunft.“

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