Programm der „Wochen gegen Rassismus“
CDU kritisiert „Verunglimpfung der Polizei“

Münster -

Für CDU-Ratsherr Stefan Leschniok ist die im Rahmen der vierten „Münsteraner Wochen gegen den Rassismus“ geplante Lesung, die am 23. März stattfinden soll, ein „Skandal“. Auf Einladung der Organisationen „AK Zu Recht“ und „Bündnis gegen Abschiebungen“ soll es an diesem Abend um das Thema „Alltäglicher Ausnahmezustand: rassistische Polizeikontrollen vs. Menschenwürde“ gehen.

Montag, 05.02.2018, 19:02 Uhr

Stadträtin Cornelia Wilkens hat das Grußwort für die Programmbroschüre geschrieben, in der die umstrittene Lesung angekündigt wird. 
Stadträtin Cornelia Wilkens hat das Grußwort für die Programmbroschüre geschrieben, in der die umstrittene Lesung angekündigt wird.  Foto: Oliver Werner

Angekündigt wird sie in einer Broschüre, auf deren Titelseite gleich zwei Mal das Logo der Stadt Münster zu sehen ist und für die Stadträtin Cornelia Wilkens das Grußwort geschrieben hat.

Die CDU-Ratsfraktion hat Wilkens jetzt aufgefordert, sich im Namen der Stadt von der Lesung zu distanzieren und sie aus der Veranstaltungsreihe zu nehmen. „Eine derartige Verunglimpfung der Polizei hat in einer offiziellen Broschüre der Stadt Münster absolut nichts zu suchen“, so Leschniok. Sie könne auch nicht im Rahmen der „Wochen gegen Rassismus“ stattfinden, wenn die Stadt als Mitveranstalter auftritt.

Von der Lesung zunächst nichts gewusst

Wilkens hat am Montag auf Anfrage unserer Zeitung betont, dass sie von der Lesung nichts gewusst habe, als sie das Grußwort für die Veranstaltungsreihe schrieb. Auf die Frage, ob die Lesung wieder aus dem Programm genommen wird, entgegnet sie: „Das müssen Sie die Veranstalter fragen, da sie für ihre Veranstaltung selbst die Verantwortung tragen.“ Die jeweiligen Veranstalter finanzieren ihre Beiträge auch selbst. Die Stadt zahle lediglich das Programmheft und koordiniere die Reihe in begrenztem Umfang organisatorisch.

Gesammelt worden seien die Veranstaltungen vom Kommunalen Integrationszentrum. „Der öffentliche Diskurs in Münster zeichnet sich durch Vielfalt und Diskussionskultur aus“, unterstreicht Wilkens. „Diskussionskultur setzt auch Bereitschaft voraus, sich mit kritikwürdigen Beiträgen auseinanderzusetzen.“

Polizei weist rassistisches Vorgehen von sich

Zugleich stellt die Stadträtin klar: „Die Stadt ist weit davon entfernt, der Polizei rassistisches Verhalten zu unterstellen. Ich gehe selbstverständlich davon aus, dass die Polizei in Münster nach Recht und Gesetz handelt.“

Unterdessen habe man im münsterischen Polizeipräsidium nur zufällig von der umstrittenen Lesung erfahren, betont eine Behördensprecherin. Vorwürfe, wonach die Polizei rassistisch vorgehe, weist sie scharf zurück. „Die Gründe für Maßnahmen, die wir treffen, sind vielleicht nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich, aber sie fußen immer auf gewissen Verdachtsmomenten“, so die Sprecherin weiter. Kritisch hinterfragt sie, wer sich wohl bei der Lesung über das Thema äußern werde.

Inzwischen hat die CDU eine Verwaltungsanfrage eingereicht, in der sie die Stadt ganz offiziell auffordert, die Lesung aus der Reihe herauszunehmen.

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