CDU: Polizei wird verunglimpft
Streit um Rassismus-Vortrag geht weiter

Münster -

Der Streit um einen umstrittenen Vortrag über vermeintlichen Rassismus bei der Polizei geht weiter. Die CDU beharrt auf ihrer Forderung, die Veranstaltung abzusagen. Doch Stadträtin Wilkens sieht das anders.

Mittwoch, 07.02.2018, 21:02 Uhr

Stadträtin Cornelia Wilkens
Stadträtin Cornelia Wilkens Foto: ohw

Die CDU hat ihre Forderung bekräftigt, die Veranstaltung mit dem Titel „Alltäglicher Ausnahmezustand: rassistische Polizeikontrollen vs. Menschenwürde“ aus dem Programm der „Münsteraner Wochen gegen Rassismus“ zu nehmen.

Zugleich bezeichnet CDU-Ratsherr Stefan Leschniok ein Schreiben von Stadträtin Cornelia Wilkens an die im Rat vertretenen Fraktionen als „ausgesprochen unbefriedigend, da nicht einmal ansatzweise auf die geäußerten Kritikpunkte eingegangen wird“.

Debatte über Diskussionskultur

Leschniok hatte – wie berichtet – die Veranstaltung als „Verunglimpfung der Polizei “ bezeichnet. Wilkens, die das Vorwort für das von der Stadt finanzierte Programmheft der „Münsteraner Wochen gegen Rassismus“ verfasst hat, unterstreicht in ihrem Schreiben hingegen, dass sich der öffentliche Diskurs in Münster durch Vielfalt und kontroverse Diskussionskultur auszeichne.

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„Eine solche Diskussionskultur setzt auch Bereitschaft voraus, sich mit kritikwürdigen Beiträgen auseinanderzusetzen“, so Wilkens. Der Forderung der CDU, die Veranstaltung über vermeintlichen Rassismus bei der Polizei aus dem Programm zu nehmen, weist sie damit indirekt zurück.

Wie Leschniok berichtet, haben ihn „etliche empörte Reaktionen“ von Polizisten erreicht. Sie fühlten sich durch die geplante Veranstaltung persönlich angegriffen. Dies bestärke die CDU in ihrer Forderung, die Veranstaltung abzusagen.

Veranstalter wehren sich gegen Vorwurf

Unterdessen haben sich die Organisatoren der für den 23. März geplanten umstrittenen Lesung zu Wort gemeldet. In einer Pressemitteilung verwahren sie sich ausdrücklich gegen Leschnioks Vorwurf, dass mit der Veranstaltung die Polizei verunglimpft werde. „Wir finden es unglaublich, dass Herr Leschniok diese Veranstaltung aus dem Programm der Stadt Münster verdrängen will. Für uns ist das Eintreten für die Geltung des Grundgesetzes keineswegs ein ‚Skandal‘, sondern demokratische Pflicht“, so die Veranstalter.

Im Übrigen handele es sich beim Titel der Veranstaltung – „Alltäglicher Ausnahmezustand“ – nicht um eine Feststellung, sondern um den Titel des Buches, aus dem an dem Abend vorgelesen werde.

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