Es fehlte an Geld und Helfern
„Stiftung Hospizarbeit“ hat sich nach 15 Jahren aufgelöst

Münster -

Mit Vorträgen, Kunstaktionen und in Zusammenarbeit mit Schulen hat die „Stiftung Hospizarbeit“ auf die Themen Sterben und Tod aufmerksam gemacht. Jetzt hat sich die Stiftung aufgelöst.

Freitag, 09.02.2018, 08:02 Uhr

Auch mit Kunstaktionen wie hier im Herbst 2015 hat die „Stiftung Hospizarbeit“ auf die Themen Sterben und Tod aufmerksam gemacht. Jetzt hat sich die Stiftung aufgelöst.
Auch mit Kunstaktionen wie hier im Herbst 2015 hat die „Stiftung Hospizarbeit“ auf die Themen Sterben und Tod aufmerksam gemacht. Jetzt hat sich die Stiftung aufgelöst. Foto: Andreas Hasenkamp

Nach 15 Jahren aktiver Arbeit hat sich die „Stiftung Hospizarbeit“ in Münster aufgelöst. Prof. Dr. Clemens Adam war bis zur Auflösung Vorsitzender der Stiftung und erklärt, dass am Ende vor allem die Unterstützung durch Ehrenamtliche gefehlt habe. Adam hatte die Stiftung im Januar 2003 zusammen mit einigen Mitstreitern gegründet.

„Wir waren eine kleine Stiftung, die mit sehr wenig Geld und sehr wenig Personal sehr viel gemacht hat“, zieht Adam Bilanz. Doch das seien am Ende auch die Knackpunkte gewesen. Mit den Jahren sei ihm vor allem eines aufgefallen: „Es gibt immer weniger Leute, die sich verbindlich und längerfristig engagieren.“ Das sei ein zentraler Grund für die Auflösung gewesen. Denn er selbst schaffe es nicht, die so wichtige Arbeit zu den Themen Sterben und Tod alleine zu bewältigen.

Der zweite Grund für die Auflösung der Stiftung war finanzieller Natur. Die Stiftung habe sich ausschließlich durch Zinsgewinne des Stiftungskapitals und Spenden finanziert. Mit den Zinsen sei es aber ja bekanntlich „immer mieser“ geworden, sagt Adam. Und man habe nicht „aggressive Werbung betreiben wollen, um Spenden zu sammeln“. Der Grund: Man habe nicht anderen Vereinen oder den Hospizen Spender abwerben wollen. Deshalb hätten Vorstand und der Beirat einstimmig beschlossen, die Stiftung aufzulösen. Obwohl Adam zugibt, traurig über die Auflösung zu sein, sagt er auch: „Die Hospizidee lebt weiter und wird sich immer weiter verbreiten.“

Prof. Dr. Clemens Adam

Prof. Dr. Clemens Adam Foto: Stiftung Hospizarbeit

Ihm gehe es vor allem um die gute Sache. Die Themen Sterben und Tod seien noch immer Tabuthemen. „Da muss dringend etwas passieren“, so der ehemalige Vorsitzende. Clemens Adam möchte sich deshalb auch in Zukunft engagieren. Ein erstes Ziel hat er bereits: Die Veranstaltungsreihe „Heiße Eisen“ soll weitergeführt werden, wenn auch unter anderer Trägerschaft und mit neuen Partnern.

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