Mi-Young Park aus Korea verfolgt die Winterspiele im Fernsehen
Wunsch nach friedlichen Spielen

Münster -

Mi-Young Park kam vor 35 Jahren nach Deutschland. Sie arbeitet als Physikerin, gibt Sprachkurse und vermittelt die koreanische Kultur. Das Skifahren hat sie nach einem Kreuzbandriss aufgegeben. Die Winterspiele verfolgt sie dennoch.

Freitag, 09.02.2018, 20:02 Uhr

Kultur und Sprache vermittelt Mi-Young Park in ihrem Institut in Münster. Die Django-Trommel ließ sich die Koreanerin aus ihrer Heimat mitbringen.
Kultur und Sprache vermittelt Mi-Young Park in ihrem Institut in Münster. Die Django-Trommel ließ sich die Koreanerin aus ihrer Heimat mitbringen. Foto: Oliver Werner

Mi-Young Park wünscht sich friedliche Winterspiele. Die Diplom-Physikerin aus Korea lebt seit 35 Jahren in Deutschland, davon 25 Jahre in Münster. Für Mi-Young Park ist Münster die lebenswertes Stadt. Dass nun Sportler aus Süd- und Nordkorea gemeinsam zur Eröffnungsfeier in das Olympiastadion in Pyeongchang eingezogen sind, „das ist für mich eine Sensation“, sagt Mi-Young Park: „Ich habe dies auch nicht anders vom Präsidenten in Südkorea erwartet.“

Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang

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  • Die Olympische Flagge wird ins Stadion getragen.

    Foto: Peter Kneffel
  • Die ehemalige südkoreanische Eiskunstläuferin Kim Yuna (l) entzündet die Flamme.

    Foto: Julie Jacobson
  • Die olympische Flamme wird von entzündet.

    Foto: Angelika Warmuth
  • Ein riesiges Feuerwerk wird über dem Olympiastadion entzündet.

    Foto: Peter Kneffel
  • Die Flagge von Südkorea (l) und die Olympische Flagge wehen im Olympiastadion.

    Foto: Peter Kneffel
  • Thomas Bach (l), der IOC Präsident aus Deutschland, spricht auf der Eröffnungsfeier - neben ihm steht Lee Hee Beom (r), der Vorsitzende des Organisationskomitees der Spiele.

    Foto: Michael Kappeler
  • Helfer laufen um die Olympischen Ringe im Stadion.

    Foto: Angelika Warmuth
  • Das Team „Olympischer Athleten aus Russland“ läuft im Olympiastadion ein.

    Foto: Angelika Warmuth
  • Das Team „Olympischer Athleten aus Russland“ läuft im Olympiastadion ein.

    Foto: Jae C. Hong
  • Fahnenträger Eric Frenzel läuft bei der Eröffnungsfeier vor dem deutschen Team in das Olympiastadion.

    Foto: Michael Kappeler
  • Das Deutsche Team mit Fahnenträger Eric Frenzel läuft bei der Eröffnungsfeier in das Olympiastadion.

    Foto: Michael Kappeler
  • Die gemeinsame Olympia-Mannschaft von Süd- und Nordkorea läuft bei der Eröffnungsfeier ins Olympiastadion ein.

    Foto: Angelika Warmuth
  • Tänzer und Künstler präsentieren das Showprogramm „Das Land des Friedens“.

    Foto: David Davies
  • Skilangläufer Pita Taufatofua aus Tonga trägt die Flagge seines Landes mit bloßem Oberkörper.

    Foto: Angelika Warmuth
  • Tänzer und Künstler präsentieren das Showprogramm "Das Land des Friedens".

    Foto: Angelika Warmuth
  • Die Flagge Südkoreas wird bei der Eröffnungsfeier in das Olympiastadion getragen.

    Foto: Michael Kappeler
  • Tänzer und Künstler präsentieren das Showprogramm.

    Foto: Ju Huanzong
  • Tänzer und Künstler präsentieren das Showprogramm "Das Land des Friedens".

    Foto: Jae C. Hong
  • Tänzer und Künstler präsentieren das Showprogramm "Das Land des Friedens".

    Foto: Michael Kappeler

Über den Korea-Konflikt spricht sie gelassen

Die Koreanerin ist überzeugt, dass zwischen Süd- und Nordkorea noch viel mehr freundschaftliche Beziehungen bestehen, als viele vermuteten. „Wir dürfen nicht nach Nordkorea reisen“, sagt die Physikerin, die aber von Wissenschaftlern berichtet, die gemeinsam an einem Wörterbuch arbeiteten. Park bleibt bei Nachrichten über Krieg und bei allen politischen Drohgebärden gelassen: „Ach lass sie reden.“ Die Koreanerin ist überzeugt: „Das ist Propaganda von beiden Seiten.“

Mi-Young Park ist nicht der große Wintersport-Fan.t Seitdem ihr beim Skifahren in den Alpen ein Kreuzband gerissen ist, seitdem ist Schluss mit dem Sport. Jetzt geht sie lieber Schwimmen und nimmt sich Zeit für die Gesundheit: „Wenn man krank ist, dann kann man auch nicht kreativ sein.“

Special

Hier geht es zu unserem Special zu den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang.

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"Deutscher als jeder Deutsche"

Ihre Freunde würden ihr immer sagen, sie sei Deutscher als jeder Deutsche. Die Münsteranerin mit dem koreanischen Pass fühlt sich in ihrer Heimat voll integriert. Altweiberfastnacht feierte sie verkleidet als Reh wie jedes Jahr mit einer „Mädelsgruppe“, Rosenmontag ist sie mit befreundeten Familien unterwegs.

Doch die Zeit ist knapp, um jetzt auch noch die sportlichen Wettkämpfe in ihrer Heimat Korea zu verfolgen. Die Münsteranerin betreibt ein Korea-Institut, gibt Sprachkurse, vermittelt ihre Kultur, malt Bilder und arbeitet unter anderem als Alltagsbegleiterin im Martin-Luther-Haus. Die Koreanerin hat sich außerdem ein Rad zugelegt und das Zelten als Hobby entdeckt. Früher habe sie immer gedacht, dass alle Städte wie Münster aussehen würden. Nach Besuchen in Städten wie Amsterdam oder Kopenhagen ist glücklich, in Münster zu leben.

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Korea ist angesagt

Gekommen sei sie damals nach Deutschland wegen der Bildung. Mi-Young Park wohnte bei einer Tante, die hier als Krankenschwester gearbeitet hat. Ihr Heimweh nach Ilsan nahe der nordkoreanischen Grenze verdrängt Mi-Young Park. „Man ist da zu Hause, wo auch der Job ist.“ Ihre Eltern hatten eine Landwirtschaft, heute lebt die Familie in einem Hochhaus. „Die Koreaner lieben Hochhäuser“, sagt Park. Angst vor der Nähe zu Nordkorea aber habe niemand.

Mi-Young Park ist erstaunt über die vielen jungen Menschen, die sich für Korea interessieren würden. Korean-Pop und K-Drama seien schwer angesagt.

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