Schlagersänger in Interview
Jürgen Drews: Party mache ich nur auf der Bühne

Münster -

Jürgen Drews wird demnächst 73 – doch in Mallorca steht er immer noch auf der Bühne und macht Party. Privat sei er allerdings ein ganz ruhiger Typ, versichert Drews, der mit seiner Frau Ramona in Dülmen lebt.

Dienstag, 13.02.2018, 10:02 Uhr

Jürgen Drews macht seit mehr als einem halben Jahrhundert Musik. Am 18. März wird er in Münster auftreten.
Jürgen Drews macht seit mehr als einem halben Jahrhundert Musik. Am 18. März wird er in Münster auftreten. Foto: Manfred Esser

Kaum zu glauben – aber im April wird der „König von Mallorca“ 73 Jahre alt! An die Rente denkt Jürgen Drews allerdings noch lange nicht, ganz im Gegenteil. Aktuell ist er wieder auf Tournee, um seine größten Hits live zu präsentieren – von „Ein Bett im Kornfeld“ über „Barfuß im Sommer“ bis zu „Das kann doch nicht wahr sein“. Auch nach Münster wird er kommen, sein Auftritt am 18. März in der Halle Münsterland beginnt um 19 Uhr. Für Drews dürfte das ein Heimspiel werden, schließlich lebt er nur ein paar Kilometer von Münster entfernt, in Dülmen-Rorup. Dort traf ihn auch unser Redakteur Martin Kalitschke beim Telefon-Interview an.

Jürgen Drews nimmt das Gespräch an und redet sofort los.

Drews: Ich sitze hier gerade mit einem dicken Anorak und Moonboots vor unserem Haus in Rorup. Sorry, die Verbindung im Handy ist nicht so gut, aber Ramona telefoniert gerade mit dem Festnetz. Guten Tag erstmal!

Jürgen Drews wird 70

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  • Jürgen Drews wird am 2. April 70 Jahre alt

    Foto: Pressefoto/Manfred Esser
  • Zuletzt wurde es still um den „König vom Mallorca“

    Foto: Jens Kalaene
  • Hier singt er 2013 bei einer „Wetten, dass..?“ Sendung in Palma de Mallorca

    Foto: Sascha Baumann
  • Neben Deutschland, Österreich und der Schweiz wollte Drews auch in den USA bekannt werden

    Foto: Julian Stratenschulte
  • Sukzessive arbeitete er sich an die Spitzen der Charts, hier performt er seinen größten Hit „Ein Bett im Kornfeld“ am Brandenburger Tor

    Foto: Britta Pedersen
  • Drews mit seiner Familie: Tochter Joelina und Frau Ramona Drews

    Foto: Heinz Unger
  • Nach einer gescheiterten Ehe lernte Drews 1991 Ramona Middendorf kennen

    Foto: Volker Dornberger
  • Neben seinem Erfolg im Musikgeschäft spielte Drews auch in einigen Filmen mit (hier „Prinz aus Wanne-Eickel“)

    Foto: Horst Ossinger
  • Heute wohnt Drews in der Nähe von Dülmen

    Foto: Wolfgang Prüssner

Herr Drews, guten Tag! Wo sind Sie eigentlich mehr – in Dülmen-Rorup oder auf Mallorca?

Drews: Auf jeden Fall in Rorup. Wenn ich in Mallorca sein muss, dann fliege ich schnell hin, verbringe eine Nacht in unserem Haus in Santa Ponsa – und fliege danach direkt wieder zurück. Ramona bleibt wegen ihres Pferdes meistens in Deutschland. Wir sind jetzt 26 Jahre zusammen, aber ich kann nur ganz schwer ohne sie sein. Ich fahre übrigens immer mit dem Regionalexpress nach Düsseldorf zum Flughafen. Ist superpraktisch, der hält ja hier in Dülmen.

Sie wurden in Nauen geboren, wuchsen in Schleswig-Holstein auf. Sind Sie mittlerweile in Westfalen heimisch geworden?

Drews: Nachdem ich Ramona kennengelernt hatte, die ja aus Dülmen kommt, brauchte es eine Übergangszeit von zwei Jahren, bis ich mich dort richtig wohlfühlte. Jetzt bin ich hier einfach nur glücklich. Hier ist nix, gar nix, und das ist doch richtig geil! Ich vermisse hier gar nichts. Wir haben hier das Pferd, drei Hunde, einen tollen Blick auf Felder und Bäume. Hier ist mein Studio, hier stehen das Laufband und die Gewichte. Und ich habe eine tolle, junge Frau. Ramona ist 1973 geboren, sie sieht so toll aus. Was will ich denn noch mehr?

Das hört sich nicht danach an, als wäre Ihr Leben eine einzige Dauerparty!

Drews: Nein, überhaupt nicht, ich bin ein ganz ruhiger Typ. Ich habe nie geraucht, trinke fast nie Alkohol, gehe fast nie auf Empfänge oder so. Die Party gibt es für mich nur auf der Bühne, aber das brauche ich dann auch. Da gehe ich dann richtig ab.

Wenn man Sie so reden hört, würde man nie darauf kommen, dass Sie 72 sind. Sie sehen viel jünger aus, sind unglaublich gut drauf. Wie machen Sie das?

Drews: Ich glaube, erst einmal muss die Gendisposition stimmen, und das ist bei mir offenbar der Fall. Dann muss das Umfeld stimmen, wenn es nicht stimmt, dann ist man scheiße drauf. Und ganz wichtig: die Ernährung. Die Latte Macchiato, die mir Ramona gerade rausgereicht hat, ist aus Sojamilch. Wir essen nur selten Fleisch, eigentlich leben wir fast vegan, erst gestern war wieder Vegantag. Und dann halten natürlich viel Sport und eine junge Frau jung.

Langeweile kennen Sie vermutlich nicht.

Drews: Nein, überhaupt nicht. Ich gehe jeden Tag ins Studio, das ist hier bei uns so ein abgetrennter Bereich, mit Matratze und Bad, da lebe ich völlig autark und kann super arbeiten.

Macht denn der König von Mallorca auch mal Urlaub?

Drews: Ja, schon. Wir haben mal in Florida ein Haus gemietet, aber irgendwie war es dort total langweilig. Bis ich auf die Idee kam, in so einen Kanal zu springen. Die Leute fragten mich, ob ich verrückt sei! Da kommt so ein Deutscher und versenkt seinen Schlagerhintern in einen Kanal, in dem Alligatoren leben! (lacht)

Wird Jürgen Drews auch noch mit 80 Jahren auf der Bühne stehen? Oder womöglich mit 90?

Drews: Das lasse ich alles auf mich zukommen. Ich plane nicht auf Jahre im voraus. Aber klar, wenn es geht, warum nicht? Obwohl: Letztes Jahr habe ich zu mir gesagt: Das mit Mallorca, das tue ich mir nicht mehr an. Nachts um 2 Uhr auf der Bühne stehen und so. Aber dann haben sie gesagt: Okay, du kannst um 22.30 Uhr und sonntags auch mal um 20 Uhr auftreten. Da habe ich mich entschlossen weiterzumachen.

Zum Thema

Jürgen Drews tritt am 18. März um 19 Uhr in der Halle Münsterland auf.

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Weil es Spaß macht.

Drews: Weil es Spaß macht. Manchmal stelle ich einen Stuhl auf die Bühne und spiele mit dem Banjo das gleiche Lied, das ich schon mit 15 gespielt habe. Und wenn ich fertig bin, dann sage ich: Lieber Gott, wenn es dich gibt, dann hast du es mit mir richtig gut gemeint.

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