«Dieses bescheuerte Herz»
Eine Geschichte abseits der Kameras

Münster -

Die Münsteranerin Sara Vieira ist die beste Freundin von Daniel Meyer, auf den die Geschichte von „Dieses bescheuerte Herz“ zurückgeht.

Mittwoch, 14.02.2018, 10:02 Uhr

Die zwei Armbänder sind Zeichen der innigen Freundschaft von Sara Vieira aus Münster und Daniel Meyer aus Hamburg.
Die zwei Armbänder sind Zeichen der innigen Freundschaft von Sara Vieira aus Münster und Daniel Meyer aus Hamburg. Foto: privat

Seit Ende vergangenen Jahres berührt der Film „Dieses bescheuerte Herz“ Millionen. Er handelt von einem kranken Teenager, der – verkürzt gesagt – sich mit Hilfe eines Freundes noch verschiedene ausgefallene Lebenswünsche erfüllen möchte. Auch Sara Vieira ist die Geschichte geläufig, dabei hat sie den Film gar nicht gesehen. Sie kennt aber Daniel Meyer . Auf dem heute 20-Jährigen basiert das Buch, das wiederum dem Film zugrunde liegt. Daniel Meyer und Sara Vieira sind befreundet, mehr noch: Vor einigen Jahren hatte Meyer als Teenager die aus Portugal stammende 39-Jährige gefragt, ob sie nicht seine große Schwester sein wolle.

Er will vor allem eins: Normalität

Über Buchautor Lars Amend habe die Münsteranerin Meyer vor einigen Jahren kennengelernt, erzählt sie im Gespräch. Damals sei es ihr privat und gesundheitlich nicht gut gegangen. Das Gespräch mit Daniel Meyer sei nach einigen Schicksalsschlägen dann wie ein „Zeichen von Gott“ gewesen, sagt Vieira. Fortan zählte für sie wieder der Blick nach vorne, auch weil sie erlebte, dass ihr Gegenüber aus Hamburg, mit dem sie nun immer häufiger via Telefon oder Internet sprach, trotz seiner vielen eigenen Erkrankungen vor allem eins wollte: „Normalität“.

Sehnsucht nach Liebe

„Daniel“, Sara Vieria betont das wie im Englischen, sei sehr unschuldig, das empfinde sie als sehr angenehm: „Er kann auch nicht lügen“, schiebt Sara Vieira mit einem Lächeln hinterher. Trotzdem habe er selbstverständlich Träume: „Er sehnt sich nach Liebe, nach einer Freundin“, sagt Vieira, die Daniel zuletzt im Dezember für drei Tage zu Besuch bei sich hatte.

Film-Kritik

„Wir waren nicht mal auf dem Weihnachtsmarkt, wir haben lieber intensiv miteinander Zeit verbracht, gesprochen und ein Bild zusammen gemalt“, sagt Vieira, die das mit Fingern auf Leinwand gemalte Werk noch in ihrer Wohnung hat.

Keine Berührungsängste

Dass die Freundschaft aufgrund des Altersunterschieds eher ungewöhnlich sei? Sara Vieira drückt es ähnlich und doch ganz anders aus: „Diese außergewöhnliche Freundschaft konnte nur entstehen, weil ich damals keine Berührungsängste hatte.“ Darüber sei sie heute sehr froh. Sie wirbt dafür, dass sich jeder Einzelne darüber Gedanken machen sollte, und nicht nur mit „ein bisschen Mitgefühl aus dem Kino zu gehen.“

Vieria schaut Film alleine

„Was Menschen wie Daniel wirklich möchten, ist Zeit. Zeit, die man mit ihnen verbringt, in der man zuhört“, sagt Sara Vieira. Denn abseits der verrückten Dinge, sei er häufig einsam, weil seine Altersgenossen oft nicht mit der Situation des kranken jungen Mannes umgehen könnten. „Es wäre mein großer Wunsch, dass die Menschen nicht nur aus dem Film gehen und denken: Das arme Kind. Sondern, dass sie die Träume und den Lebenswillen dahinter sehen“, hofft Sara Vieira, die demnächst den Film gucken will. Aber erst, wenn der Rummel darum vorbei ist: „Am liebsten ganz alleine im Kino, um ihn auf mich wirken zu lassen und zu sehen, was davon wahr ist.“

Freunde des Lebens

Daniel Meyers Mutter, Debbie Wyrich, hat den Verein „Freunde des Lebens“ ins Leben gerufen. Durch ihn sollen Menschen mit Behinderungen und lebenslimitierenden Erkrankungen (vor allem Kinder) finanziell unterstützt werden – unter anderem bei tiergestützten Therapien. Infos unter www.freunde-des-lebens.com

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