Urteil
Klausur falsch bewertet: Kein Schadenersatz für Studenten

Hamm - Studierende können gegen eine aus ihrer Sicht falsch bewertete Klausur klagen. Selbst wenn sie damit erfolgreich sind, haben sie aber nicht automatisch Anspruch auf Schadenersatz - zum Beispiel für zu viel bezahlte Studiengebühren. Das geht aus einem Urteil des Oberlandesgericht (OLG) Hamm (Az.: 11 U 104/16) hervor.

Mittwoch, 14.02.2018, 11:02 Uhr

Urteil : Klausur falsch bewertet: Kein Schadenersatz für Studenten
Foto: Peter Kneffel/dpa

Kläger im verhandelten Fall war ein ehemaliger Jura-Student. Im Jahr 2007 war er mit der Note „mangelhaft“ durch die sogenannte Pflichtfachprüfung gefallen. Dagegen hatte er geklagt mit dem Argument, die Prüfer hätten seine Klausuren nicht korrekt bewertet. Im Jahr 2012 war er mit dieser Klage vor dem Oberverwaltungsgericht Münster erfolgreich.

Zwischenzeitlich hatte der Mann das Jura-Studium aber erfolgreich absolviert und arbeitete jetzt als Rechtsanwalt. Aufgrund der Verzögerung durch die fehlerhafte Bewertung seien ihm aber Einkünfte entgangen, erklärte der Kläger. Deshalb verlangte er vom Bundesland Nordrhein-Westfalen Schadenersatz in Höhe von 105.000 Euro für den Verdienstausfall und 1645 Euro an zu viel bezahlten Studiengebühren.

Das OLG Hamm lehnte diese Forderung allerdings ab. Der Grund: Es sei nicht erwiesen, dass der Kläger die Prüfung bestanden hätte, wenn sie korrekt bewertet worden wäre. Damit sei unklar, ob die fehlerhafte Bewertung tatsächlich einen Schaden angerichtet habe. Anspruch auf Schadenersatz hat der ehemalige Student damit nicht.

 

Diese Studenten gibt es an jeder Uni

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  • Party-Tier oder karrierefixiert?

    Der eine würde dem Professor gerne den Beamer hinterhertragen, der andere nutzt die Zeit in den Seminaren, um mal wieder Ordnung in seine Apps zu bringen. Zum Semesterstart treffen auf dem Campus die verschiedensten Studenten aufeinander. Die Semesterferien sind vorbei, es wird wieder voll im Hörsaal. Doch wer drängt sich da eigentlich auf den Holzbänken? Vom Streber bis zum Senioren-Student - eine Typologie.

    Foto: colourbox.de
  • DER/DIE STREBSAME

    Er kommt extra früh zur Vorlesung, um sich auf den Platz am Gang zu setzen. Dass er damit die ganze Reihe blockiert, ist ihm egal. Schließlich kann er so schnell aufstehen, um mit dem Professor zu reden, sobald dieser den Raum betritt. Ein bisschen Netzwerken kann schließlich nicht schaden. Deswegen hat er auch damals diesen Job als studentische Hilfskraft angenommen - obwohl ihn die Bezeichnung eigentlich stört. Der Strebsame studiert vorzugsweise BWL. Sein Handy hat er immer im Blick. Dort blinken nicht nur Wirtschaftsnachrichten auf, sondern er wird auch daran erinnert, wann er das Sakko aus der Reinigung holen kann.

    Lieblingssatz: „Kann ich die Prüfung schon vorziehen?“

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  • DER/DIE GELANGWEILTE

    Den Text fürs Seminar hat er nicht gelesen, der war ihm zu „lame“. Weil er deshalb nicht mitreden kann, muss sich der Gelangweilte anders beschäftigen. Dazu legt er das Handy betont lässig auf den Tisch und wischt auf der Dating-App Tinder herum. Bei Professoren und Dozenten macht sich dieser Typ nicht beliebt. Das ist ihm aber egal, schließlich weiß er eh noch nicht, ob er sich das Ganze noch lange antun will.

    Lieblingssatz: „Der Dozent hat uns nicht richtig vorbereitet. Jetzt muss ich wegen dem die Prüfung wiederholen.“

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  • DER/DIE ALTE

    Sein natürliches Refugium ist die Uni nicht. Dennoch wagt sich der Seniorenstudent immer öfter in neues Terrain vor. Über 14 000 Menschen ab 65 Jahren teilten sich im vergangenen Semester mit jüngeren Studenten den Hörsaal - zwei Drittel mehr als vor 20 Jahren. Am liebsten besucht der Seniorenstudent Vorlesungen in Politik und Geschichte. Dort fungiert er gerne als Zeitzeuge. Ob zur Wiedervereinigung oder zum Rücktritt Bismarcks - zu jedem historischen Ereignis hat er eine sehr persönliche Geschichte zu erzählen.

    Lieblingssatz: „Ich weiß das. Ich war dabei.“

    Foto: colourbox.de
  • DER/DIE SOZIALE

    Das Willkommensgrillen für die Erstsemester oder der Papierflieger-Flashmob mitten in der Vorlesung: Ohne den Sozialen geht nichts. Plant jemand im Fachbereich eine Veranstaltung, sitzt er mit Sicherheit im Organisationskomitee. Auch bei der Studentenvertretung ist er dabei. Zwischendurch sein Studium zu beenden, fällt da schwer, ist aber für den Sozialen trotzdem nicht unmöglich. Seit er den Getränkestand beim letzten Bodenmechanik-Symposium aufgebaut hat, hat er schließlich die Nummer seines Professors im Handy gespeichert. Eine Nachricht, und schon steht ein neuer Abgabetermin für die Hausarbeit fest.

    Lieblingssatz: „Jemand noch ein Bierchen?“

    Foto: colourbox.de
  • DER/DIE POLITISCHE

    Ob Strafgesetzbuch oder Eiskunstlauf - für diesen Studententypen spielt jedes Thema auf einer höheren politischen Ebene. Um seine Kommilitonen aus den Geisteswissenschaften von seinen Ansichten zu überzeugen, holt er gerne weit aus. Meist mit selbst gedrehter Zigarette in der einen und frisch aufgebrühtem Mate-Tee in der anderen Hand. Der Politische gendert nicht nur seine Hausarbeitstexte, sondern benutzt die geschlechtsneutrale Sprache auch in Diskussionen.

    Lieblingssatz: „Ich würde mir wünschen, dass alle StudentInnen dazu Stellung beziehen.“

    Foto: dpa

 

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