Gesundheitsminister im Anne-Frank-Berufskolleg
Laumann: „Ärzte und Pflegekräfte ausbilden“

Münster -

Für Karl-Josef Laumann ist die Sache klar: „Wir müssen mehr ausbilden.“ Mit dem Standpunkt konnte der NRW-Gesundheitsminister bei seinem Besuch im Anne-Frank-Berufskolleg punkten.

Donnerstag, 15.02.2018, 09:02 Uhr

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann diskutierte mit den Schülern auch über den Pflegenotstand.
NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann diskutierte mit den Schülern auch über den Pflegenotstand. Foto: Oliver Werner

Vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass die Uniklinik eine ganze Station wegen Personalmangels schließen musste. Das beobachten auch die Schüler des Anne-Frank-Berufskollegs. Gesundheit und Soziales sind hier die beruflichen Ziele. Der Fachkräftemangel war am Mittwoch zentrales Thema in einer Diskussionsrunde. Schüler aus drei Klassen hatten dazu auch NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann ( CDU ) eingeladen.

„Für die Schüler ist besonders die Frage wichtig, wie es mit ihren Arbeitsplätzen in der Zukunft aussieht“, sagt Karin Niet, Lehrerin in allen drei Klassen. Viele der Schüler haben bereits eine Berufsausbildung gemacht. „Deshalb kennen sie die Probleme genau“, wie Niet erläutert. Die etwa 70 Schüler hatten vorab Fragen zum Thema „Zukunft der Arbeit“ erarbeitet. Doch Laumann sprach das Kernthema von alleine an: „Das Gesundheitssystem hat kein Geldproblem.“ Man habe eine andere Sorge: „Wo bekommen wir die Menschen her?“

Karl-Josef Laumann bekräftigte: „Wir müssen dringend mehr Pflegekräfte ausbilden.“ Und das, obwohl es nie so viele Auszubildende gegeben habe wie jetzt. Ein Problem sieht Laumann bei den Krankenpflegeschulen, die in NRW knapp dreimal mehr Bewerbungen bekommen, als sie Auszubildende annehmen. „Es gibt genug Menschen, die den Beruf machen möchten“, so Laumann. Doch es fehle an Lehrstellen und Schulplätzen.

Neben dem Fachkräftemangel stand auch der Zugang zum Hochschulstudium der Medizin auf dem Programm. Laumanns Antwort war eindeutig: „Wir bilden zu wenig Ärzte aus.“ Deshalb richte man in Bielefeld jetzt auch eine neue medizinische Fakultät ein.

Auch der Wert des Handwerks wurde diskutiert. Denn am Berufskolleg sind viele Konditoren und Bäcker untergebracht. „Die Politik kann das Handwerk nicht attraktiver machen“, so Laumann. Er verstehe auch das Klagen des Handwerks über die vielen Abiturienten nicht: „Dann muss sich das Handwerk auch für Abiturienten attraktiv machen.“

Laumann gab aber allen – Pflegenden und Handwerkern – zumindest ein gutes Gefühl mit auf den Weg: „Ihre Berufe werden gebraucht.“

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