Hilfe für verwaiste Eltern
Anlaufstelle für den schlimmsten aller Fälle

Münster -

Für Eltern gibt es keinen fürchterlicheren Gedanken, als dass ihr Kind vor ihnen stirbt. Kommt es aber zu einem solchen Unglück, dann bieten das Haus der Familie und die EFL im Bistum Münster Unterstützung.

Donnerstag, 22.02.2018, 21:02 Uhr

Im Haus der Familie bieten Yvonne Krabbe (l.) und Andreas Schmidt, hier mit Edith Thier, Leiterin der Einrichtung, ein Gespräche für verwaiste Eltern an.
Im Haus der Familie bieten Yvonne Krabbe (l.) und Andreas Schmidt, hier mit Edith Thier, Leiterin der Einrichtung, ein Gespräche für verwaiste Eltern an. Foto: Björn Meyer

Es ist der dunkelste aller Alpträume für Eltern: Das eigene Kind zu Grabe tragen. Doch so wenig sich jeder Einzelne mit diesem Gedanken auch auseinandersetzen möchte, Tag für Tag wird er für Menschen Realität.

Um den betroffenen Eltern eine Anlaufstelle zu bieten, gab es im Haus der Familie schon lange einen offenen Gesprächskreis. Dieses Angebot hat die Einrichtung jetzt in Zusammenarbeit mit der Familien, Ehe- und Lebensberatung (EFL) überarbeitet.

Es geht darum, Menschen zu begegnen, die das gleiche Schicksal ereilt hat, auch um sich verstanden zu fühlen.

Yvonne Krabbe

Begleitet von Yvonne Krabbe , unter anderem Pastoralreferentin und Sozialpädagogin, sowie Andreas Schmidt , Gestalttherapeut und Sozialarbeiter, will man betroffenen Eltern „einen geschützten Raum“, so Schmidt, für ihre Nöte bieten. Denn häufig gestalteten sich nach einem Unglücksfall Gespräche mit Vertrauten schwierig. Einerseits, weil die mit Vorsicht auf die Situation der Betroffenen reagieren würden, andererseits auch, weil die Eltern ihrerseits ihr Umfeld vor ihrer Trauer zu schützen suchten. „Es geht darum, Menschen zu begegnen, die das gleiche Schicksal ereilt hat, auch um sich verstanden zu fühlen“, sagt Krabbe.

Dabei spiele es nur eine untergeordnete Rolle, welchen Alters das verstorbene Kind sei. Lediglich bei Kindern unter einem Jahr bietet das Haus der Familie den Gesprächskreis „Ein Hauch von Leben“.

„Trauer kann nie falsch sein“

Das Treffen für verwaiste Eltern ist ganz bewusst auf fünf feste Termine angelegt: „Wir wollten einen Rahmen schaffen, bei dem es einen gemeinsamen Start und ein gemeinsames Ende gibt“, erklärt Krabbe. Ziel der beiden Referenten sei es, einen bewussten Umgang mit der Trauer zu ermöglichen, anstatt unvorbereitet in den Alltag zu stolpern.

Dabei ist sowohl Krabbe als auch Schmidt eines wichtig: „Trauer ist ähnlich dem menschlichen Gesicht. Es gibt Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten. Trauer ist aber immer individuell und kann nie falsch sein“, stellt Schmidt klar. Er rät daher sowohl Umfeld als auch Betroffenen: „Bleiben Sie sich treu, aber nehmen sie auch Rücksicht auf die Ängste anderer.“

Mehr Informationen

Die erste Veranstaltung des Gesprächskreises für verwaiste Eltern findet am 17. April von 19 bis 21 Uhr statt. Weitere Informationen gibt es im Haus der Familie,  Telefon: 0251-41 86 60.

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