Wie fair is(s)t Münster?
Gemeinsam nachhaltig

Münster -

14 Teams testen ab dem 1. März bei Einkäufen, ob Verbraucher in Münsters Stadtteilen problemlos an fair gehandelte Produkte kommen. Ihren Fairtrade-Test werden sie dokumentieren. Zum Start trafen sie sich jetzt im Rathaus, lernten sich gegenseitig kennen und erfuhren Hintergründe und Infos zur dreiwöchigen Aktion.

Donnerstag, 01.03.2018, 10:03 Uhr

Vertreter der Steuerungsgruppe der Fairtrade-Stadt Münster hatten am Mittwochabend die teilnehmenden Gruppen des Projekt „Wie fair is(s)t Münster“ in die Rüstkammer des Rathauses eingeladen.
Vertreter der Steuerungsgruppe der Fairtrade-Stadt Münster hatten am Mittwochabend die teilnehmenden Gruppen des Projekt „Wie fair is(s)t Münster“ in die Rüstkammer des Rathauses eingeladen. Foto: Oliver Werner

„Wir würden Ihnen jetzt gerne mehr über die vorhandene Nachhaltigkeit erzählen, aber ich glaube, Sie sind schon zu alt – für Märchen.“ Mit diesem Satz drückten Darsteller von „Cactus Junges Theater“ am Mittwochabend ebenso bitter wie treffend aus, wie es um die Nachhaltigkeit in unserer Gesellschaft bestellt ist. Doch während das Ziel noch weit entfernt ist, gibt es gleichwohl Ansätze, sich der Thematik zu widmen. Einer davon fand am Mittwochabend in der Rüstkammer des Rathauses statt.

Die Steuerungsgruppe der Fairtrade-Stadt Münster hatte in Zusammenarbeit mit unserer Zeitung nach Bürgern der Stadt gesucht – und auch gefunden –, die sich in ihren Vierteln dem Thema der fair gehandelten Produkte annehmen wollen.

Unterstützung durch Politik gewünscht

Einer von ihnen ist Michael König. Er wird sich gemeinsam mit seiner Familie in den kommenden Wochen im Südviertel umschauen, wo und welche fair gehandelten Produkte zu erwerben sind, was man daraus machen kann – oder auch eben nicht. „Ich wollte mich eigentlich schon immer mal intensiver damit beschäftigen, aber bislang war ich einfach zu bequem“, gestand König Mittwochabend etwas, dass er wohl mit vielen Menschen gemein hat. Das Wissen darum, dass man selber für Schreckensmeldungen aus armen Regionen der Welt mitverantwortlich sei, habe ihn für das Projekt motiviert.

Dabei wünscht sich der Medienberater auch grundlegende Unterstützung durch die Politik: „Diese freiwillige Basis ist zwar gut, aber vielleicht nicht ausreichend. Die Politik sollte sich dem Thema rigoroser annehmen und bestimmte Limits setzen.“

Schauen, was möglich ist

Interessant zu sehen, wie vielfältig die Liste der Teilnehmer war, die sich in Gruppen dem Projekt widmen werden. Neben Familien, Freunden aus dem Kreuzviertel oder Vertretern verschiedener Einrichtungen, darunter die Garten-AG der Mathilde-Anneke-Gesamtschule in fair gehandelten T-Shirts, war auch die Inhaberin einer Agentur erschienen, die sich mit ihrer Bürogemeinschaft dem Thema annehmen möchte.

„Wir haben schon angefangen zu sichten, was für unser Büro fair gehandelt sein könnte“, erzählte Katrin Liebert von der „elemente Designagentur“. Dabei denke sie nicht nur an Kaffee, Tee oder Plätzchen, sondern auch an Gebrauchsgegenstände, die im täglichen Büroalltag eine Rolle spielten. „Was ist zum Beispiel mit klassischem Büromaterial“, so Liebert, die verschmitzt nachschob „oder dem Toilettenpapier“. Man wolle einfach sehen, was möglich sei.

In den kommenden Wochen wollen die Gruppen sich dem Thema widmen. Im April wird es dann für alle Teilnehmer und Interessierten eine Abschlussveranstaltung geben.

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