Erneuerung der Fernwärmeleitung am Ring
Sechs weitere Bäume am Ring in Gefahr

Münster -

Nach dem Streit um die gefällten Platanen am Hansaring, wollte am Donnerstagabend auch der Planungsausschuss wissen, wie viele Bäume der Erneuerung der Fernwärmeleitungen am Ring weichen müssen.

Donnerstag, 08.03.2018, 20:03 Uhr

Erneuerung der Fernwärmeleitung am Ring: Sechs weitere Bäume am Ring in Gefahr
Foto: Oliver Werner

Die Stimmung im Planungsausschuss am Donnerstagabend war nicht aggressiv, eher nachdenklich. Der Ausschussvorsitzende Jörn Möltgen (Grüne) hatte kurzfristig den Streit um die gefällten Bäume am Hansaring auf die Tagesordnung gesetzt.

Niemand bezweifelte die Notwendigkeit, die Fernwärmeleitung zu erneuern, wegen der die beiden Platanen weichen mussten. Aber dass der öffentliche Widerstand so groß sein würde, damit hatte niemand gerechnet. Auf die „Sensibilität der Anwohner“, so Möltgen, müsse künftig mehr Rücksicht genommen werden.

Alle Redner räumten ein, die Betroffenheit der Menschen im Hansaviertel unterschätzt zu haben.

Ergebnis einer ersten Grobplanung

Natürlich wurde gleich nachgefragt, wie es weitergeht. Der Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Dirk Wernicke erklärte, dass der nächste Bauabschnitt, und zwar ein 820 Meter langer Abschnitt des Ring zwischen der Schillerstraße und dem Franziskushospital, ab 2020 auf dem Programm stehe. Am Straßenrand befinden sich 110 Bäume, wo denen laut Wernicke sechs im Baufeld liegen, so jedenfalls das Ergebnis einer ersten Grobplanung. Ob alle sechs Bäume gefällt werden müssen, sei noch offen. Bei kleineren Bäumen bestehe auch die Möglichkeit, sie zu versetzen.

Platanen am Hansaring sind gefällt

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  • Der Protest der Nachbarschaftsinitiative „Platanenpower“ hat nicht geholfen.

    Foto: Oliver Werner
  • Am frühen Dienstagmorgen hat die Polizei den Hansaring zwischen Albersloher Weg und Wolbecker Straße gesperrt.

    Foto: Oliver Werner
  • Gegen sechs Uhr habe man dann mit der Fällaktion begonnen, berichtet eine Stadtwerke-Sprecherin.

    Foto: Oliver Werner
  • Noch vor sieben Uhr fiel unter Protest mit Trillerpfeifen die erste Platane, kurz danach auch der zweite Baum.

    Foto: Oliver Werner
  • Vor zwei Wochen hatten nach einem Bericht unserer Zeitung über die geplante Fällaktion Hunderte Anwohner für den Erhalt der Bäume demonstriert. Wiederholt kam es zu Kundgebungen und Mahnwachen.

    Foto: Oliver Werner
  • Platanen am Hansaring sind gefällt Foto: Oliver Werner
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  • Platanen am Hansaring sind gefällt Foto: Oliver Werner
  • Platanen am Hansaring sind gefällt Foto: Oliver Werner
  • Platanen am Hansaring sind gefällt Foto: Oliver Werner
  • Foto: Nachbarschaftsinitiative „Platanenpower“
  • Foto: Nachbarschaftsinitiative „Platanenpower“
  • Foto: Nachbarschaftsinitiative „Platanenpower“
  • Foto: Nachbarschaftsinitiative „Platanenpower“
  • Foto: Nachbarschaftsinitiative „Platanenpower“
  • Foto: Nachbarschaftsinitiative „Platanenpower“

„Wir werden sie darauf festlegen“, ging der FDP-Ratsherr Jürgen Reuter auf die Worte des Stadtwerkegeschäftsführers ein. Die letzten Wochen hätten gezeigt, dass die Platanen am Ring für die Anwohner von größter Bedeutung seien.

Komplizierte Verlegungsarbeiten

Das Verlegen von Fernwärmeleitungen ist kompliziert, weil zwei Rohre nebeneinander ins Erdreich gelegt werden müssen. Deshalb ist die Baugrube auch bis zu vier Meter breit. ÖDP-Ratsherr Franz Pohlmann warf die Frage auf, ob es nicht möglich sei, die beiden Rohre untereinander statt nebeneinander zu verlegen. Wernicke versprach, diese ungewöhnliche Methode prüfen zu lassen.

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Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Dirk Wernicke Foto: Matthias Ahlke

Zugleich ließ der Stadtwerke-Geschäftsführer keinen Zweifel daran, dass die Erneuerung der 40 Jahre alten Fernwärmeleitung zentraler Bestandteil des Klimaschutzkonzeptes sei. Bis 2027 wollen die Stadtwerke den so genannten Oststrang bis zur Ostmarkstraße erneuern.

Am Montag wurden zwei Platanen gefällt. Sie mussten weichen, weil es ansonsten nicht möglich gewesen wäre, auf dem Hansaring zwei Fahrspuren an der Baugrube vorbei zu führen. Bis Ende des Jahres soll das neue Rohr in dem Teilstück zwischen Dortmunder Straße und Schillerstraße verlegt sein.

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