Wie fair is(s)t Münster?
Schüler kochen mit fair gehandelten Lebensmitteln

Bis zum 23. März läuft das Projekt "Wie fair is(s)t Münster?". Daran haben zehn Schüler der Mathilde-Anneke-Gesamtschule teilgenommen und sich intensiv mit Nachhaltigkeit und fair gehandelten Lebensmitteln auseinandergesetzt. 

Freitag, 23.03.2018, 06:03 Uhr

Wie fair is(s)t Münster?: Schüler kochen mit fair gehandelten Lebensmitteln
Luis kümmert sich um den "fairen" Kartoffelauflauf. Foto: Jaqueline Beckschulte

Ein Drei-Gänge-Menü haben die Schüler der Mathilde-Anneke-Gesamtschule in Münster gekocht. Und das fast ausschließlich aus fair gehandelten Lebensmitteln. Die zehn Kinder aus den fünften und sechsten Klassen nehmen an dem Projekt „Wie fair is(s)t Münster?“ teil. Silvia Taubert, die Lehrerin hat sie dort angemeldet. „Das soll der Start sein, sich insgesamt an dieser Schule mehr mit Nachhaltigkeit auseinander zu setzen“, erklärt sie. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Marie Neise erklärt sie den Schülern viel über Nachhaltigkeit, ökologischen Anbau und faire Produkte.

Das Gütesiegel gibt Auskunft

Zunächst lernten die Kinder die unterschiedlichen Gütesiegel für faire Nahrungsmittel kennen und testeten ihr Wissen im Bio-Supermarkt. „Wenn kein Siegel auf der Verpackung ist, dann ist das Produkt auch nicht fair gehandelt“, erklärt die 10-jährige Flora. Für ihr Menü kauften die Kinder die Zutaten auf dem Münsteraner Wochenmarkt und im Bioladen. Ökologische und regionale Lebensmittel waren ebenfalls für das Mittagessen zugelassen. Marie Neise erklärt warum: „Es ist sehr schwer, ein solch umfangreiches Menü ausschließlich aus fairen Lebensmitteln herzustellen. Und außerdem ist es sehr teuer.“ Knapp 130 Euro haben die Zutaten für das Essen für rund 30 Personen gekostet. Zu günstig hätte es auch nicht sein dürfen, bemerkt Maja: „Es müssen viele Menschen bezahlt werden - Bauern, Erntehelfer und Menschen, die sich um den Transport kümmern. Wenn etwas dann nur 99 Cent kostet, kann nicht jeder von den Arbeitern ausreichend Geld bekommen.“ „Und wir wollen auch nicht, dass Kinder arbeiten müssen, nur damit wir hier in Deutschland Schokolade essen können. Das ist unfair. Wir dürfen zur Schule gehen und die nicht“, wirft die 10-jährige Inga ein. Beim Handel von fairen Lebensmitteln ist Kinderarbeit verboten.

Wie fair is(s)t Münster?

Jeder weiß, was er zu tun hat

Zum Essen haben die Schüler ihre Schulleitung und Mitschüler aus der Garten-AG eingeladen. Auf dem Speiseplan stehen: Apfelsaft mit Cassis, ein Kartoffelauflauf und zum Nachtisch Quark mit Früchten und Schoko-Müsli-Häppchen. Wer was zubereitet ist aufgeteilt, jeder weiß genau was er zu tun hat. Franz, Vincent, Luis und Paul kümmern sich um den Kartoffelauflauf. Nils und Emil bereiten einen Teil des Nachtisches vor: das Schoko Crunchy Müsli. Sie finden es toll, dass sie Hauswirtschaft in der Schule haben. Wenn sie erwachsen sind, möchten sie auch für ihre eigene Familie kochen.

Während alles im Ofen brutzelt, spülen die Kinder schon einmal ab, naschen aus den Töpfen und warten auf die rund 20 geladenen Gäste.

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