Über 500 neue Plätze für Flüchtlinge
Vier Heime in Neubaugebieten

Münster -

Die Stadt plant weitere neun dauerhafte Einrichtungen für Flüchtlinge mit insgesamt über 500 Plätzen. Zugleich kommen seit dem Jahreswechsel wieder mehr Flüchtlinge nach Münster.

Montag, 09.04.2018, 21:04 Uhr

Über 500 neue Plätze für Flüchtlinge: Vier Heime in Neubaugebieten
Das Bild zeigt das Wohnheim für geflüchtete Menschen an der Bahlmannstraße. Foto: Matthias Ahlke

Die Stadt Münster will in den kommenden Jahren weitere 524 dauerhafte Plätze in Flüchtlingseinrichtungen schaffen. Sie sollen in insgesamt neun neuen sowie bestehenden Einrichtungen entstehen, die über das gesamte Stadtgebiet verteilt liegen. Dieses Ergebnis des dritten Mediationsprozesses unter Beteiligung des Arbeitskreises Flüchtlinge stellten am Montag Vertreter der Sozialverwaltung und aus der Kommunalpolitik gemeinsam vor.

Stimmt der Rat in seiner Sitzung am 16. Mai abschließend zu, wird in vier Neubaugebieten jeweils ein Flüchtlingsheim mit bis zu 50 Plätzen entstehen – und zwar in Amelsbüren (Böckenhorst), Rumphorst (Südlich Markweg), Kinderhaus (Ermlandweg) und Albachten (Sunnenheide). Sozialdezernentin Cornelia Wilkens setzt auf einen „breiten Konsens in dieser Frage im Rat“. Zugleich kündigte sie an, dass die Stadt nach dem plötzlichen Anstieg der Flüchtlingszahlen im Jahr 2015 damit wieder zum früheren Konzept der dezentralen Unterbringung zurückkehren wolle.

Ziel: 1800 Plätze in Unterkünften

Dazu werden die bestehenden Holzhäuser an der Mauritzheide, am Dahlweg sowie an der Niederbedingstraße als dauerhafte Unterkünfte aufrechterhalten. Die Einrichtung an der Heidestraße wird der Beschlusslage zufolge auf bis zu 74 Plätze erweitert. In der Gievenbecker Oxford-Kaserne soll noch geprüft werden, ob die jetzige Flüchtlingseinrichtung erhalten bleibt oder ein anderes Haus auf dem Kasernengelände dauerhaft dafür umgewandelt wird.

Allerdings betonte Sozialdezernentin Wilkens, dass spätestens in zwei Jahren über den Bau weiterer Flüchtlingsheime entschieden werden müsse. Schließlich hat die Stadt als Ziel ausgegeben, dauerhaft 1800 Plätze in kleinen Flüchtlingsunterkünften vorzuhalten. Aktuell verfügt man nach Angaben von Sozialamtsleiterin Dagmar Arnkens-Homann schon über 854 Plätze in 18 festen Übergangseinrichtungen. Bereits im Jahr 2014 waren zehn weitere Standorte beschlossen worden, die noch nicht realisiert sind. Jetzt soll die nächste Runde auf den Weg gebracht werden.

Sogenannter Münster-Kompromiss

Über die dafür in Betracht kommenden 20 planungsrechtlich denkbaren Standorte hatten Vertreter aus Ratsfraktionen und Bezirksvertretung sowie vom Inte­grationsrat, der Wohlfahrtspflege, der Flüchtlingshilfe, von Kirchen, Polizei und Stadtverwaltung auf einer zweitägigen Klausurtagung in Schöppingen diskutiert. Die Notwendigkeit neuer Heime betonte die Sozialamtsleiterin unter Verweis auf steigende Flüchtlingszahlen in Münster. Allein seit dem Jahreswechsel seien der Stadt 220 Flüchtlinge neu zugewiesen worden.

Fraktionsübergreifend und aus dem Kreis der Bezirksvertretungen wurde am Montag der sogenannte Münster-Kompromiss, wonach die Schaffung neuer Plätze für Flüchtlinge aus dem Alltag der Ratspolitik herausgehalten werden soll, bekräftigt.

Bezüglich der neuen, jetzt zur Abstimmung stehenden Standorte sicherte die Sozialverwaltung von ihrer Seite aus Transparenz und Bürgerbeteiligung zu.

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