Kommentar
Illegales Tierlabor an der Medizinischen Fakultät: Es geht um den guten Ruf

Münster -

Sechs Mäuse mussten eingeschläfert werden, 77 wurden in einem Kellerraum der Hautklinik der Medizinischen Fakultät entdeckt. Natürlich wirkt die Anzahl fast bedeutungslos angesichts Zehntausender Tiere, davon 35 .000 Mäuse, die an der Universität Münster für Tierversuche vorgehalten werden.

Montag, 16.04.2018, 20:04 Uhr

Kommentar: Illegales Tierlabor an der Medizinischen Fakultät: Es geht um den guten Ruf
Wissenschaftler der WWU haben über zehn Jahre in einem Kellerraum der Hautklinik illegal Mäuse gehalten haben, um Tierversuche durchzuführen. Foto: colourbox.de (Symbolfoto)

Doch die 77 Mäuse wurden in dem Raum illegal gehalten. Vermutlich aus Bequemlichkeit oder wegen ­Ressourcen-Engpässen. Die an den Tierversuchen beteiligten Wissenschaftler haben durch die Nutzung dieses Kellerraumes, der jeglichen Kontrollen durch Behörden entzogen war, gegen geltendes Tierschutzrecht und Gentechnikrecht verstoßen. Und das über zehn Jahre lang.

Im Rektorat schrillen die Alarmglocken. Nicht nur, weil die Staatsanwaltschaft ermittelt oder öffentliche Fördergelder wackeln könnten. Es geht um den guten Ruf der Uni – gerade auch in Sachen Tierschutz.

Als Konsequenz aus der Tierlabor-Affäre ist Wissenschaftlern der Zutritt zu bestimmten Räumen gesperrt worden. Heißt im Klartext, sie können nicht mehr wissenschaftlich mit Tierversuchen arbeiten, was die Grundlage ihrer Arbeit ist. Das trifft die Forscher viel härter als Rügen, Abmahnungen oder Bußgelder.

Unirektor Prof. Dr. Johannes Wessels über Tierversuche an der Uni

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