Wohnen in Münster
Ärger über Mieterhöhungen bei Wohn- und Stadtbau

Münster -

Familien in einem Gebäude der städtischen Gesellschaft Wohn- und Stadtbau flatterten innerhalb von eineinhalb Jahren Mieterhöhungen von fast 15 Prozent ins Haus. Die Sorge um weiter steigende Kosten ist groß.

Montag, 23.04.2018, 09:04 Uhr

Die Mieter in den vor wenigen Jahren von der Wohn- und Stadtbau neu gebauten Wohnkomplexen an der Gartenstraße ärgern sich darüber, dass sie innerhalb von eineinhalb Jahren fast 15 Prozent mehr Miete zahlen müssen.
Die Mieter in den vor wenigen Jahren von der Wohn- und Stadtbau neu gebauten Wohnkomplexen an der Gartenstraße ärgern sich darüber, dass sie innerhalb von eineinhalb Jahren fast 15 Prozent mehr Miete zahlen müssen. Foto: Oliver Werner

Bezahlbare Wohnungen sind in Münster Mangelware, und angesichts des knappen Angebots steigen die Preise. Dass aber ausgerechnet das städtische Wohnungsunternehmen Wohn- und Stadtbau innerhalb von eineinhalb Jahren Mieterhöhungen von 13 bis 15 Prozent gefordert habe, ärgert einige Mieter in Wohn- und Stadtbauimmobilien an der Gartenstraße und lässt die Sorge wachsen, „dass wir unsere Wohnung bald nicht mehr bezahlen können und ins günstigere Umland gedrängt werden“, beklagt eine Familie mit zwei Kindern. „Für ein Unternehmen, das sich auf die Fahnen geschrieben hat, bezahlbaren Wohnraum für Münster zu schaffen, halte ich dieses Vorgehen für fragwürdig“, sagt ein anderer Mieter.

2014 habe er mit seiner Familie eine Wohnung in einem Neubau der Wohn- und Stadtbau an der Gartenstraße bezogen, „zu einer fairen Miete“, wie er betont. Auch die Mieterhöhung von knapp fünf Prozent Anfang 2017 „haben wir als gerechtfertigt angesehen“. Als allerdings nur 15 Monate später erneut die Zustimmung zu einer Mieterhöhung gefordert worden sei, diesmal um 8,4 Prozent, mochte der Familienvater seinen Augen nicht trauen. Innerhalb eines guten Jahres erhöhe das Wohnungsunternehmen die Miete um einen Betrag am Rande der rechtlich zulässigen Kappungsgrenzen.

Wohn- und Stadtbau sieht „moderate Mietpreispolitik“

Ganz im Gegensatz verweist Sebastian Albers, Leiter der Hausbewirtschaftung bei der Wohn- und Stadtbau, auf die „moderate Mietpreispolitik“ des Unternehmens. Man habe sich freiwillig verpflichtet, Mieten nur so weit zu erhöhen, dass sie zehn Prozent unter der ortsüblichen Vergleichsmiete in Münster bleiben. Dieser Spielraum sei nun bei besagten Neubauwohnungen an der Gartenstraße ausgeschöpft. Quadratmeterpreis: 9,30 Euro. Im Durchschnitt zahlten Wohn- und Stadtbaumieter 2016 pro Quadratmeter 5,36 Euro. Dass es mit dem Mietspiegel 2019 zu weiteren Mieterhöhungen an der Gartenstraße kommen wird, diese Sorge kann Albers den Mietern nicht nehmen. Er erinnert daran, dass das städtische Wohnungsunternehmen Einnahmen erwirtschaften müsse, um Instandhaltungsinvestitionen und Neubauprojekte zu finanzieren. Auch in diesem Jahr investiere man nachhaltig in den Bestand. Albers nennt als Beispiel Fassadensanierungen an rund 100 Wohnungen an Kösliner Straße, Elbestraße, Lahnstraße und Schifffahrter Damm. Größtes Neubauprojekt seien die York-Höfe, wo 195 Wohnungen entstehen.

Trotzdem hoffen die Bewohner an der Gartenstraße, dass ihr Vermieter soziale Kriterien berücksichtigt „und nicht alles ausschöpft, was rechtlich möglich ist“, so eine junge Mutter. „120 Euro mehr an Kaltmiete innerhalb von eineinhalb Jahren: Da sitzt ein Urlaub mit den Kindern nicht mehr drin.“

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