Zugestellte Bürgersteige
Fahrräder sorgen für Chaos am Bremer Platz

Münster -

Chaotische Verhältnisse: Sämtliche Bürgersteige am Parkhaus Bremer Platz sind mit Fahrrädern zugestellt. Für Fußgänger und Anwohner gibt es kein Durchkommen mehr. Am 26. April soll der Spuk ein Ende haben...

Donnerstag, 17.05.2018, 16:05 Uhr

Das Parkhaus Bremer Platz am Hauptbahnhof ist komplett mit Fahrrädern zugestellt. Auch der Bürgersteig auf der anderen Straßenseite ist nicht begehbar.
Das Parkhaus Bremer Platz am Hauptbahnhof ist komplett mit Fahrrädern zugestellt. Auch der Bürgersteig auf der anderen Straßenseite ist nicht begehbar. Foto: Matthias Ahlke

Das Parkhaus Bremer Platz ist „dicht“. Das heißt nicht, dass man dort keinen Parkplatz mehr bekommt, aber die Bürgersteige drum herum sind komplett zugeparkt, teilweise sogar in Zweierreihen, und zwar von Fahrrädern.

„Regelmäßig bekommen wir von unserem Kunden die Rückmeldung, dass es fast unmöglich ist, mit einem Koffer vom Parkhaus zum Bahnhof zu gehen“, berichtet Uwe Laurenz vom Parkhausbetreiber WBI.

Bürgersteige nicht mehr benutzbar

Der CDU-Ratsherr Richard Michael Halberstadt benennt weitere Probleme: Die Ditib-Moschee sowie das Hotel und die Geschäfte am Bremer Platz seien kaum noch erreichbar, die Bürgersteige für Fußgänger faktisch nicht mehr benutzbar.

Wie funktionieren die doppelstöckigen Fahrradständer am Hauptbahnhof?

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  • Rund um den Bahnhof stehen neue doppelstöckige Fahrradständer. Aber wie kommt die Leeze bloß nach oben?

    „Wenn man es erst einmal ausprobiert hat, ist es ganz einfach“, sagt Alexander Nienhaus, der die Doppelstockständer für uns ausprobiert hat.

    Hier ist unsere Bedienungsanleitung:

    Foto: Matthias Ahlke
  • Erstmal den Träger für das Rad herausziehen...

    Foto: Matthias Ahlke
  • ... bis es nicht weiter geht.

    Wichtig: Nur wenn die Schiene vollständig in die Gasse gezogen ist, lässt sie sich herunterklappen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Als nächstes den Träger auf den Boden drücken.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Dann das Vorderrad der Leeze unten in die Führung setzen, ...

    Foto: Matthias Ahlke
  • ... hochschieben und abschließen. Denn wenn das Rad erst in der oberen Etage steht, kommt man oft nur noch schwer an das Schloss.

    Wichtig: Hier machen manche den Fehler, das Rad von der Seite in das Gestell hieven zu wollen – und das kann bei nicht ganz so leichten Modellen etwas anstrengend sein.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Nun kann man den heruntergedrückten Ständer wieder hochziehen ...

    Foto: Matthias Ahlke
  • ... und mitsamt dem Fahrrad nach vorn schieben. Fertig.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Im Hamburger Tunnel und in Bahnhofsnachbarschaft stehen nun doppelstöckige Fahrradständer. Wer den Anweisungen der Piktogramme an den Ständern folgt, braucht keine große Kraftanstrengung, um das Rad auf den oberen Parkplatz zu bugsieren. Foto: Matthias Ahlke

Michael Thomas vom Ordnungsamt kennt das Problem. Punktuell habe man es geschafft, durch Flatterbänder und Markierungen kleine Korridore offenzuhalten. Insgesamt sei aber die Belastung sehr hoch.

Seitdem das frühere Areal mit den Fahrradständern an der Bahnhofsseite weggefallen sei, konzentriert sich das Fahrradparken rund um das Parkhaus.

Absehbare Entlastung

„Aber nicht mehr lange“, wie Michael Thomas ergänzt. Der Grund: Am 26. April soll der verbliebene Eingang zum Hauptbahnhof an der Ostseite geschlossen werden. Bekanntlich erhält die Ostseite ein neues Empfangsgebäude. Die Bauarbeiten machen eine Schließung der Zugänge erforderlich, so dass man für etwa zwei Jahre den Bahnhof nur über den Haupteingang an der Westseite erreichen kann. Thomas geht davon aus, dass die Ostseite für Bahnpendler, die per Fahrrad vorfahren, dann an Attraktivität verliert.

Dauerbaustelle Hauptbahnhof

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  • Der Nordtunnel des münsterischen Hauptbahnhofs wird bald geschlossen – und nicht vor 2021 wieder geöffnet.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Vor dem Haupteingang des Bahnhofs wird seit Dienstag gebaut. Bis Ende Mai wird eine 700 Quadratmeter große Fläche neu gepflastert.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Dabei handelt es sich allerdings nicht um die endgültige Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die soll frühestens angegangen werden, wenn das Investoren-Projekt auf der Ostseite des Hauptbahnhofs fertiggestellt ist – voraussichtlich im Jahr 2021.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Dauerbaustelle Hauptbahnhof Foto: Matthias Ahlke
  • Dauerbaustelle Hauptbahnhof Foto: Matthias Ahlke
  • Dauerbaustelle Hauptbahnhof Foto: Matthias Ahlke
  • Dauerbaustelle Hauptbahnhof Foto: Matthias Ahlke
  • Dauerbaustelle Hauptbahnhof Foto: Matthias Ahlke
  • Dauerbaustelle Hauptbahnhof Foto: Matthias Ahlke
  • Dauerbaustelle Hauptbahnhof Foto: Matthias Ahlke
  • Dauerbaustelle Hauptbahnhof Foto: Matthias Ahlke
  • Dauerbaustelle Hauptbahnhof Foto: Matthias Ahlke
  • Dauerbaustelle Hauptbahnhof Foto: Matthias Ahlke
  • Dauerbaustelle Hauptbahnhof Foto: Matthias Ahlke
  • Dauerbaustelle Hauptbahnhof Foto: Matthias Ahlke
  • Dauerbaustelle Hauptbahnhof Foto: Matthias Ahlke
  • Dauerbaustelle Hauptbahnhof Foto: Matthias Ahlke
  • Dauerbaustelle Hauptbahnhof Foto: Matthias Ahlke
  • Dauerbaustelle Hauptbahnhof Foto: Matthias Ahlke
  • Dauerbaustelle Hauptbahnhof Foto: Matthias Ahlke

Die absehbare Entlastung, die sich dann am Bremer Platz ergibt, wird aber aller Wahrscheinlichkeit nach zu einer Mehrbelastung am Haupteingang führen. Darüber macht sich der Stadtplaner Andreas Thiel keine Illusion. Im Hamburger Tunnel gebe es noch einige freie Fahrradständer, ansonsten sei die Flächenknappheit unübersehbar.

Gleichwohl macht Thiel den Radpendlern ein klein wenig Hoffnung. Die verbliebenen Autoparkplätze am Eingang zum Hamburger Tunnel sollen mit Fahrradbügeln umgestaltet werden, auch auf der benachbarten Fläche in Richtung der Taxivorfahrt seien noch Abstellflächen für Fahrräder geplant. Die Entscheidung sei bereits gefallen, jetzt gehe es an die Umsetzung.

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