Doppeltes Fest in der guten Stube
Hansemahl und Auftakt zum Europäischen Kulturerbejahr

Münster -

In diesem Jahr fällt das Hansemahl deutlich größer aus als gewohnt. Über den gesamten Prinzipalmarkt soll sich die Tafel am Samstag erstrecken.

Mittwoch, 25.04.2018, 15:04 Uhr

Doppeltes Fest in der guten Stube: Hansemahl und Auftakt zum Europäischen Kulturerbejahr
Beim Hansemahl werden Kaufleute, Geschäftsführer und -inhaber die Gäste auf dem Prinzipalmarkt mit vielen regionalen Produkten bewirten. Foto: Matthias Ahlke

Am Mittwochmorgen sah es noch auf weiten Teilen des Prinzipalmarkts nicht allzu festlich aus, doch das wird sich schon am Samstag (28. April) ändern – und zwar gleich doppelt. Denn anlässlich des Starts in das Europäische Kulturerbejahr ist auch das Hansemahl auf diesen Tag gelegt worden. Und das soll in diesem Jahr viel größer werden als in der Vergangenheit.

Tafel wird über 150 Meter lang

Über 150 Meter soll die Tafel fast über den gesamten Prinzipalmarkt erstrecken. „Wir erwarten durch den Auftakt ins Europäische Kulturerbejahr viele Gäste in der Stadt“, sagt Bernadette Spinnen, Leiterin von Münster Marketing. Über 7000 Schnittchen (für je einen Euro) möchten die Kaufleute zwischen 12 und 18 Uhr als Kellner unter die Gäste bringen. „Wenn mehr benötigt werden, können aber auch noch welche nachgeordert werden“, verspricht Spinnen mit einem Lächeln.

Schnittchen, Getränke und Musik

Auswahl haben Besucher zwischen Käse-, Mett- und Schinkenschnittchen. Zudem aus zahlreichen alkoholischen und nichtalkoholischen Getränken. Für die Musik auf der Bühne vor dem Rathaus werden Bands der Westfälischen Schule für Musik sorgen. Zu hören sein wird ein Mix aus Jazz und Swing mit dem Jürgen Bleibel Quartett, Pier 23, dem Witold Grohs Quartett, dem Pluto Kemper Quartett, dem Jazz Lounge Trio sowie Stringtett.

Führungen: „Münster und Europa – Eine Hansestadt sucht Frieden“

Zudem besteht um 13.30 Uhr, um 15.30 Uhr und um 17 Uhr die Möglichkeit, sich einer der Führungen unter dem Titel „Münster und Europa – Eine Hansestadt sucht Frieden“ anzuschließen. „Viele wissen vielleicht gar nicht, dass Münster eine alte Hansestadt ist. Bei den Führungen wird man viele Spuren dazu entdecken können“, verspricht Bernadette Spinnen. Von 11 bis 18 Uhr zeigt zudem das Stadtmuseum viele Einblicke in die Zeit der Hanse.

Die fünf geplanten Friedens-Ausstellungen

1/6
  • LWL-Museum für Kunst und Kultur
    Bilder vom Frieden - Wege zum Frieden

    Das LWL-Museum für Kunst und Kultur zeigt Bilder vom Frieden und jene, die die Wege zum Frieden veranschaulichen. Seit Menschengedenken weckt das Ideal einer aggressionsfreien Welt Sehnsüchte, Hoffnungen und Bilder, die in Bildthemen wie Das goldene Zeitalter, Paradiesvorstellungen und der Orpheus-Thematik als Friedensutopien lesbar sind. Namhafte Künstler wie Rubens, Goya, Picasso, Dix, Kollwitz haben sehr unterschiedlich mit der Bedeutung von Frieden gearbeitet. Ebenso werden bedeutsame Friedensschlüsse wie der Friede von Venedig (1177), der Westfälische Friede (1648) oder der Friedensvertrag von Versailles (1919) gezeigt, aber auch Friedensbilder der jüngeren Zeitgeschichte (z. B. Camp David, 1978). 

    Foto: Matthias Ahlke
  • Archäologisches Museum
    Eirene / Pax - Friede in der Antike
    In der Ausstellung des Archäologiemuseums Münster rückt der Frieden in eine göttliche Sphäre: Die Friedensgöttin und Tochter von Zeus und Themis, Eirene, überwacht die Friedensverträge zwischen Städten und Bundesstaaten. Ihre Figur wird bereits im 4. Jh. v. Chr. mit Bildern verehrt, was in der Statue der Göttin des Bildhauers Kephisodot zum Ausdruck kommt. Zu Beginn der Kaiserzeit gelangt die Friedensgöttin Pax durch die Friedenspropaganda Augustus' zu besonderer Ehre. Hochwertige Objekte der Kleinkunst, wie z. B. Abgüsse der Gemma Augustea, der Statue des Augustus von Primaporta und das Modell des Marsfeldes in Rom veranschaulichen diese Ära. 

    Foto: Oliver Werner
  • Kunstmuseum Pablo Picasso Münster
    Picasso - Von den Schrecken des Krieges zur Friedenstaube
    Das Kunstmuseum Pablo Picasso Münster veranschaulicht Picassos intensive künstlerische Auseinandersetzung mit Krieg und Frieden. Für den ersten Weltfriedenskongress 1949 entwarf er eine Taube, die sich in der Folgezeit zu einem wirkungsmächtigen Friedenssymbol entwickelte. Die Ausstellung im Picasso-Museum präsentiert verschiedene Variationen der Taube und thematisiert darüber hinaus die Rezeptionsgeschichte seiner Friedensbilder: von Bertolt Brechts Verwendung der Friedenstaube für das Berliner Ensemble über die ideologische Umdeutung von Picassos Kunst durch die DDR-Propaganda bis hin zu den US-amerikanischen Anti-Vietnamkriegs-Demonstrationen wie dem legendären "March on Washington" im Jahr 1969, für den Picassos Lithografie "Der Krieg" als offizielles Plakatmotiv diente. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Stadtmuseum Münster
    Der Westfälische Frieden im Wandel der Stadtgesellschaft 
    Die Ausstellung widmet sich der Rezeptionsgeschichte des Westfälischen Friedens, wobei die Jubiläen 1748, 1848, 1898 und 1948 im Fokus stehen. Erst 1898 zum 250. Jubiläum gab es von offizieller Seite einige wenige Aktivitäten, um des Westfälischen Friedens zu gedenken, wohingegen Fritz Grotemeyer das monumentale Gemälde "Die Friedensverhandlungen 1648 im Rathaus" auf eigene Initiative schuf. 
    Die Nationalsozialisten planten, den 300. Jahrestag 1948 für ihre Zwecke zu nutzen. Die aus diesem Anlass 1940 gefertigten, zum Teil erhaltenen Kopien historischer Gemälde und die fotografische Dokumentation geben Einblick in die nie eröffnete Ausstellung.
    Im Oktober 1948 wurde eine Gedenkwoche begangen, deren Dokumentation durch Fotografien und Andenken, vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs, eine Umbewertung des Westfälischen Friedens zum Einigungsfrieden verdeutlicht.

    Foto: Matthias Ahlke (Archiv)
  • Das Bistum Münster zu Gast im LWL-Museum für Kunst und Kultur
    Frieden. Wie im Himmel so auf Erden?
    Das Bistum beteiligt sich mit diesem Ausstellungsteil und blickt auf die Vorstellungen vom Frieden im Christentum. Über 100 Objekte aus Kunst- und Kulturgeschichte beleuchten den Wandel und die Wirkung christlicher Ideen des Friedens von der Spätantike bis heute. Die Ausstellung soll den Zwiespalt zwischen Ideal und Wirklichkeit beleuchten. Die Präsentation gibt überraschende Einblicke in das schmerzhaft aktuelle Thema. Wo und wie können religiöse Vorstellungen zur Wahrung des Friedens heute beitragen? 

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Der Kooperationsvertrag für das Ausstellungsprojekt "Frieden. Von der Antike bis heute" wurde am 28. April 2017 im Friedenssaal unterzeichnet: Prof. Dr. Dieter Salzmann, Prof. Dr. Gerd Althoff, Matthias Löb, Dr. Hermann Arnhold, Dr. Barbara Rommé, Prof. Dr. Johannes Wessels, Markus Lewe, Prof. Dr. Thomas, Andrea Hagemann, Dr. Norbert Köster, Prof. Dr. Markus Müller und Prof. Dr. Achim Lichtenberger. (v. l.).

    Foto: LWL/Hanna Neander

Eröffnung um 16:30 Uhr

Um 16.30 Uhr eröffnet Oberbürgermeister Markus Lewe auf der Bühne die Festivitäten zum Europäischen Kulturerbejahr. Ab dann besteht auch die Möglichkeit, in verschiedenen Museen der Stadt die Friedensausstellung kostenlos zu besuchen. Für junge Gäste wird es eine Kinderbetreuung im Stadthausturm zwischen 10 und 18 Uhr geben. Ab 21 Uhr steigt die Kopfhörerparty auf dem Prinzipalmarkt.

Kopfhörerparty

Ab 21 Uhr soll auf dem Prinzipalmarkt ausgelassen getanzt werden. Allzu laut wird es dabei aber wohl nicht, denn die Feiernden werden ihre Musik über einen Kopfhörer hören. Der Clou dabei ist, dass die Musik aus drei unterschiedlichen Kanälen ausgesucht werden kann. Hinter jedem Kanal steht ein eigener DJ, den Antenne Münster sowie das Heaven und die Gazelle stellen. Für 10 Euro Pfand lassen sich die Kopfhörer ausleihen.

...

 

Hansemahl 2017 auf dem Prinzipalmarkt

1/54
  • Lecker Schnittchen: Bei strahlendem Sonnenschein fand am Samstag das Hansemahl auf dem Prinzipalmarkt statt.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Lecker Schnittchen: Bei strahlendem Sonnenschein fand am Samstag das Hansemahl auf dem Prinzipalmarkt statt.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Lecker Schnittchen: Bei strahlendem Sonnenschein fand am Samstag das Hansemahl auf dem Prinzipalmarkt statt.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Lecker Schnittchen: Bei strahlendem Sonnenschein fand am Samstag das Hansemahl auf dem Prinzipalmarkt statt.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke

 

Anzeige
Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5686486?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Bisswunden fast geheilt
Nach dem Angriff im Tierheim sitzt der Schock noch tief. 
Nachrichten-Ticker