Agrarministerkonferenz
Liebenswerte, merkwürdige Stadt

Münster -

Die Agrarminister der Länder haben sich am Donnerstagabend ins Goldene Buch der Stadt eingetragen und lobten Münster. Früher am Tag hatte es jedoch auch weniger harmonische Töne gegeben.

Donnerstag, 26.04.2018, 20:04 Uhr

Oberbürgermeister Markus Lewe (vorne) begrüßte die Minister und Staatssekretäre im Friedenssaal. Die Gäste, unter ihnen auch NRW-Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking (r.), trugen sich ins Goldene Buch der Stadt ein.
Oberbürgermeister Markus Lewe (vorne) begrüßte die Minister und Staatssekretäre im Friedenssaal. Die Gäste, unter ihnen auch NRW-Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking (r.), trugen sich ins Goldene Buch der Stadt ein. Foto: Matthias Ahlke

Christina Schulze Föcking, Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz in NRW, betritt als erstes das Rathaus, als die Runde der Agrarministerkonferenz am Donnerstagabend mit einem Bus vorgefahren wird. Von Oberbürgermeister Markus Lewe wird sie mit einem Kuss auf die Wange begrüßt. Und auch wenig später im Friedenssaal trifft Lewe den richtigen Ton.

Mit überwiegend launigen Worten, aber auch ein paar ernsten Schlenkern zu Themen wie Identität und der Kultur als Motor einer Stadtgesellschaft, stellt Lewe den Politikern aus allen Teilen der Republik die Stadt vor. Er fliegt durch die Geschichte und erzählt die Anekdote, wie er sich einst ob der Wetterverhältnisse nicht traute, auf seinem Fahrrad ein Streufahrzeug zu überholen. Am nächsten Tag habe er eine E-Mail eines Bürgers erhalten, in der jener fragte, ob es denn nicht günstiger sei, dem Oberbürgermeister einen eigenen Dienstwagen anstelle eines bemannten Streufahrzeugs zur Verfügung zu stellen.

Eintrag ins Goldene Buch

Münster, so sagt Lewe schmunzelnd, sei eben auch eine Stadt mit vielen Merkwürdigkeiten. Aber, schließt er den Bogen, Münster sei mit der Landwirtschaft eng verwoben. Landwirte stünden seit jeher für Tradition – aber auch Innovation.

Die Zuhörer sind sichtlich beeindruckt, Staatssekretäre schießen Fotos als Erinnerung an den Friedenssaal, bevor sich die Minister ins Goldene Buch der Stadt eintragen. Christina Schulze­ Föcking bedankt sich für die Worte Lewes: „Man merkt, wie sehr Du die Stadt liebst.“

Milchbauern stellen Forderungen

Einige Stunden zuvor war es dagegen nicht nur Harmonie, die den Ministern in Münster entgegenschlug. Am Mittag hatten sich knapp 400 Landwirte von verschiedenen Berufsverbänden zum Tagungsort aufgemacht. Entlang der Einfahrt zum Mövenpick-Hotel parkten Traktoren, standen vor allem Milchbauern, um ihre Forderungen an die Minister zu verdeutlichen. „Wir stehen unmittelbar vor einem neuen Einbruch bei den Milchpreisen“, sagte Helga Weber, Landwirtin aus Bitburg, die extra nach Münster gereist war.

Agrarministerkonferenz in Münster

1/16
  • Demonstrierende Landwirte vor dem Mövenpickhotel stellen ihre Forderungen.

    Foto: Jürgen Christ
  • Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Mecklenburg-Vorpommern, steht demonstrierenden Landwirten Rede und Antwort vor dem Mövenpickhotel im Zuge der Agrarministerkonferenz.

    Foto: Jürgen Christ
  • Im Zuge der Proteste fordern die demonstrierenden Landwirte Lösungen für drängende Probleme im Ackerbau und Tierhaltung.

    Foto: Jürgen Christ
  • 150 Bauern aus Westfalen-Lippe und dem Rheinland haben am Donnerstag bei einer Kundgebung den in Münster versammelten Agrarministern des Bundes und der Länder deutlich ihre Forderungen mitgeteilt. Foto: Jürgen Christ
  • 150 Bauern aus Westfalen-Lippe und dem Rheinland haben am Donnerstag bei einer Kundgebung den in Münster versammelten Agrarministern des Bundes und der Länder deutlich ihre Forderungen mitgeteilt. Foto: Jürgen Christ
  • 150 Bauern aus Westfalen-Lippe und dem Rheinland haben am Donnerstag bei einer Kundgebung den in Münster versammelten Agrarministern des Bundes und der Länder deutlich ihre Forderungen mitgeteilt. Foto: Jürgen Christ
  • 150 Bauern aus Westfalen-Lippe und dem Rheinland haben am Donnerstag bei einer Kundgebung den in Münster versammelten Agrarministern des Bundes und der Länder deutlich ihre Forderungen mitgeteilt. Foto: Jürgen Christ
  • 150 Bauern aus Westfalen-Lippe und dem Rheinland haben am Donnerstag bei einer Kundgebung den in Münster versammelten Agrarministern des Bundes und der Länder deutlich ihre Forderungen mitgeteilt. Foto: Jürgen Christ
  • 150 Bauern aus Westfalen-Lippe und dem Rheinland haben am Donnerstag bei einer Kundgebung den in Münster versammelten Agrarministern des Bundes und der Länder deutlich ihre Forderungen mitgeteilt. Foto: Jürgen Christ
  • 150 Bauern aus Westfalen-Lippe und dem Rheinland haben am Donnerstag bei einer Kundgebung den in Münster versammelten Agrarministern des Bundes und der Länder deutlich ihre Forderungen mitgeteilt. Foto: Jürgen Christ
  • 150 Bauern aus Westfalen-Lippe und dem Rheinland haben am Donnerstag bei einer Kundgebung den in Münster versammelten Agrarministern des Bundes und der Länder deutlich ihre Forderungen mitgeteilt. Foto: Jürgen Christ
  • 150 Bauern aus Westfalen-Lippe und dem Rheinland haben am Donnerstag bei einer Kundgebung den in Münster versammelten Agrarministern des Bundes und der Länder deutlich ihre Forderungen mitgeteilt. Foto: Jürgen Christ
  • 150 Bauern aus Westfalen-Lippe und dem Rheinland haben am Donnerstag bei einer Kundgebung den in Münster versammelten Agrarministern des Bundes und der Länder deutlich ihre Forderungen mitgeteilt. Foto: Jürgen Christ
  • 150 Bauern aus Westfalen-Lippe und dem Rheinland haben am Donnerstag bei einer Kundgebung den in Münster versammelten Agrarministern des Bundes und der Länder deutlich ihre Forderungen mitgeteilt. Foto: Jürgen Christ
  • 150 Bauern aus Westfalen-Lippe und dem Rheinland haben am Donnerstag bei einer Kundgebung den in Münster versammelten Agrarministern des Bundes und der Länder deutlich ihre Forderungen mitgeteilt. Foto: Jürgen Christ
  • 150 Bauern aus Westfalen-Lippe und dem Rheinland haben am Donnerstag bei einer Kundgebung den in Münster versammelten Agrarministern des Bundes und der Länder deutlich ihre Forderungen mitgeteilt. Foto: Jürgen Christ

Der Bundesverband deutscher Milchtierhalter setzt sich seit Jahren für staatliche Interventionen auf dem Milchmarkt ein – vor allem, um die Menge zu reduzieren. „Nur so können wir einen fairen Preis erzielen.“ Drei Minister – darunter Christina Schulze Föcking und ihr Amtskollege aus Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus – sprachen kurz mit den Demonstranten. Am heutigen Freitag werden die Beschlüsse der Öffentlichkeit vorgestellt – dann allerdings ohne Protest der Bauern.

Anzeige
Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5689892?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Sonne und 30 Grad im Münsterland
Wetter am Wochenende: Sonne und 30 Grad im Münsterland
Nachrichten-Ticker