Zollamt Sonnenstraße: Stadt will Kita einrichten
Gebäude ist erhaltenswert und unfunktional

Münster -

Im alten Hauptzollamt an der Sonnenstraße möchte die Stadt eine Kita unterbringen. Obwohl das Gebäude sowohl unpraktisch als auch vergleichsweise teuer ist.

Mittwoch, 16.05.2018, 21:05 Uhr

Das alte Hauptzollamt an der Sonnenstraße steht zwar nicht unter Denkmalschutz, die Stadt möchte das Gebäude dennoch erhalten.
Das alte Hauptzollamt an der Sonnenstraße steht zwar nicht unter Denkmalschutz, die Stadt möchte das Gebäude dennoch erhalten. Foto: Matthias Ahlke

Seit dem Jahr 2011 stand das alte Hauptzollamt an der Sonnenstraße leer. 2015 wurde es besetzt und wieder geräumt, 2016 dann als Flüchtlingsunterkunft hergerichtet. Schon länger versucht die Stadt das Gebäude von der Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (Bima) zu kaufen, um dort eine Kindertagesstätte einzurichten. Zügig, so lässt Stadtrat Matthias Peck auf Nachfrage unserer Zeitung durchblicken, werde es auch zum Kauf kommen. Der städtische Liegenschaftsausschuss habe bereits zugestimmt, der Kaufpreis orientiere sich an einem bereits erstellten Wertgutachten.

Teure Maßnahme

Unproblematisch ist die Herrichtung einer Kita in dem alten Gebäude dennoch nicht. Denn erstens passen Vorhaben und Raumstruktur nicht optimal zusammen, zweitens, und gleichzeitig folgerichtig, ist die Maßnahme teuer. Ein Abriss des Gebäudes mit einem anschließenden modernen Neubau kommt dennoch nicht in Frage.

Auf die Frage aus dem Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen war Stadtrat Matthias Peck offenbar vorbereitet: Ob es denn nicht besser sei, in Folge der zu erwartenden Umbaukosten von fast 6,4 Millionen Euro – wohlgemerkt ohne Kaufpreis sowie die Ersteinrichtung der Kita –, das Gebäude abzureißen und einen Neubau zu errichten, wurde Peck gefragt. Auch weil die Raumstruktur offenbar nicht optimal für eine Kita sei. Die Gesamtkosten liegen dabei nach WN-Informationen zur Errichtung der Kita bei rund zwölf Millionen Euro. Zu den Umbaukosten kommen rund 500.000 Euro für die Einrichtung. Zudem beläuft sich der Kaufpreis inklusive aller dazugehörigen Kosten auf gut fünf Millionen Euro.

Erhaltenswertes Gebäude

Die Stadtverwaltung sei bereits tätig geworden und habe das geprüft, sagte Peck. Es handele sich zwar nicht um ein denkmalgeschütztes, dafür aber um ein erhaltenswertes Gebäude und könne daher nicht zurückgebaut werden. In Münster regelt die Altstadtsatzung Erhaltungs- und Gestaltungsrichtlinien für die gesamte Altstadt.

Peck räumte im Ausschuss ein, dass die Nutzbarkeit des alten Hauptzollamts als Kindertagesstätte nicht optimal sei. Acht Gruppen mit insgesamt 135 Kindern sollen dennoch in der neu entstehenden Kita betreut werden. Zudem plant die Verwaltung zwei Kindertagespflegen mit jeweils neun Plätzen im Gebäude einzurichten. „Der Druck in der Innenstadt bezüglich Kitaplätzen ist hoch“, sagt der Stadtrat und fügt an, dass man letztlich sehr froh sei, den Kauf und die Errichtung der Kitaplätze realisieren zu können.

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