Honorarkonsulin befürchtet Schließung
UKM: Sorge um die Kinderherzmedizin

Münster -

Wie sicher ist die Zukunft der Kinderherzmedizin am Universitätsklinikum Münster? Gerüchte, die Kinderkardiologie könnte auslaufen, machen die Runde. Der Aufsichtsrat beschäftigt sich nach Pfingsten mit dem brisanten Thema.

Donnerstag, 17.05.2018, 09:05 Uhr

Eine Honorarkonsulin befürchtet Schließung der Kinderherzmedizin am Universitätsklinikum Münster.
Eine Honorarkonsulin befürchtet Schließung der Kinderherzmedizin am Universitätsklinikum Münster. Foto: Oliver Werner

Welche Zukunft hat die renommierte Kinderherzmedizin am Universitätsklinikum Münster (UKM)? Karla Völlm, Honorarkonsulin der Westfälischen Wilhelms-Universität und Gründerin der EMAH-Stiftung („Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern“), befürchtet, dass die Kinderkardiologie geschlossen werden soll.

Dem kommissarischen Direktor, Prof. Dr. Anselm Uebing, der erst vor einem Jahr aus London nach Münster gekommen war, sei empfohlen worden, sich in Kiel zu bewerben. Die ihm damals zugesagten vier Kinderintensivbetten fehlten bis heute.

Konzept wird erarbeitet

Der ärztliche Direktor des UKM, Prof. Dr. Robert Nitsch, sagt, „dass wir derzeit in Abstimmung mit den beteiligten Kollegen ein Konzept erarbeiten, wie wir die Kinderherzmedizin am UKM langfristig gesichert durchführen können.“ Der Aufsichtsrat wird sich in der kommenden Woche mit dem brisanten Thema beschäftigen.

Völlm wäre über ein Auslaufen der Kinderherzmedizin empört. „Das wäre ein Unding und würde die ärztliche Versorgung herzkranker Menschen in NRW verschlechtern. Denn wir sind angetreten, den Therapieübergang vom Kindes- ins Erwachsenenalter sicherzustellen.“ Eine Schließung würde auch einen Großteil des Stiftungsengagements zunichte machen, sagt sie.

Fehlendes Intensiv-Personal und finanzielle Mittel

Ausgerechnet jetzt hat Völlm Bundesgesundheitsminister Jens Spahn als neuen Schirmherrn der EMAH-Stiftung gewinnen können. Das EMAH-Zentrum für Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern gibt es seit dem Jahr 2007 am UKM.

Hintergrund möglicher Schließungspläne sollen fehlendes Intensiv-Personal sowie fehlende finanzielle Mittel sein. „Es ist wohl so, dass die Kinderherzmedizin mit hohem Aufwand betrieben werden muss, aber ökonomisch nicht viel bringt“, sagt ein Insider. Die Sorge: Sollte die Kinderkardiologie tatsächlich geschlossen werden, könnte auch die Kinderherzchirurgie am UKM unter Prof. Dr. Malec wegbrechen. Und was wird dann aus dem EMAH-Zentrum? Dem Land NRW würde eine Versorgungslücke drohen.

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