Deutsch-Niederländische Armee-Kooperation
Neue Einsatzführung für Münster?

Münster -

Die fast leergezogene Blücher-Kaserne an der Einsteinstraße ist ein hochattraktives Areal. Kein Wunder, dass nicht nur die Stadt Interesse daran bekundet.

Freitag, 18.05.2018, 10:05 Uhr

Die Blücher-Kaserne könnte Standort des geplanten deutsch-niederländischen Einsatzführungskommandos werden.
Die Blücher-Kaserne könnte Standort des geplanten deutsch-niederländischen Einsatzführungskommandos werden. Foto: Wilfried Gerharz

Bund und Bundeswehr hielten sich bislang bei der Frage nach der Zukunft der Liegenschaft auffällig zurück. Womöglich, so betonte der Standortälteste, Generalmajor Stephan Thomas, immer wieder, wolle der Bund sie gar nicht abgeben.

Das Zögern hat möglicherweise einen guten Grund. Wie jetzt bekannt wurde, prüfen das Deutsche Heer und dessen niederländisches Pendant, die „Koninklijke Landmacht“, den Aufbau ei­nes „binationalen Führungselementes“. 

Kasernen in Münster ganz oben auf der Liste

Den Untersuchungsauftrag dazu haben der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Jörg Vollmer, und dessen niederländischer Counterpart, Generalleutnant Leo Beulen, erteilt. Das hat ein Sprecher des Heeres am Donnerstag bestätigt. Das neue Truppen-Tool könnte künftig ähnliche Aufgaben übernehmen, wie das Einsatzführungskommando in Potsdam, das sämtliche Auslandsmissionen der Bundeswehr steuert.

Ganz oben auf der Liste möglicher Standorte für diese neue Kommando-Einheit ist dem Vernehmen nach der Standort Münster. Und hier speziell die Blücher-Kaserne oder die Manfred-von-Richthofen-Kaserne am Hohenzollernring, in der bis zur seiner Auflösung 2010 das Lufttransportkommando beheimatet war.

Enge Deutsch-Niederländische Kooperation

Dass Münster in dem Planspiel eine besondere Rolle spielen könnte, liegt auf der Hand. Schließlich ist hier das Deutsch-Niederländische Korps stationiert, ein der Nato unterstelltes, Hauptquartier, das im Einsatzfall die operative Führung übernehmen kann. Und das sowohl Vollmer als auch Beulen gut kennen. Der Heeresinspekteur war hier 2010 Chef des Stabes, der „Land macht“-Kommandeur bis vor zwei Jahren dessen stellvertretender Kommandeur.

Deutschland und die Niederlande rücken schon seit geraumer Zeit militärisch immer enger zusammen. Die Gründung des Deutsch-Niederländischen Korps markierte 1995 übrigens den Beginn der Kooperation. Inzwischen haben beide Armeen immer mehr Einheiten miteinander verzahnt. Darum ist der Aufbau einer gemeinsamen Einsatzführung auch naheliegend.

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