Finale des Diktatwettbewerbs im Rathaus
„Münster schreibt“: Aaaaaal ist völlig fehlerfrei

Münster -

Zum dritten Mal veranstalten die Kommunalen Stiftungen Münster den Diktatwettbewerb „Münster schreibt“. Beim Finale im Rathaus wurden jetzt die Siegerinnen und Sieger ermittelt, die eine Einladung zur Endrunde nach Frankfurt erhalten.

Mittwoch, 13.06.2018, 13:44 Uhr

Die Gewinner und Veranstalter von „Münster schreibt“ sind gespannt, wie Münster am 12. Juni beim Bundesfinale abschneidet.
Die Gewinner und Veranstalter von „Münster schreibt“ sind gespannt, wie Münster am 12. Juni beim Bundesfinale abschneidet. Foto: Oliver Werner

Ein Aal aus der Aa ist ein Aa-Aal. Der Aa-Aal wird normalerweise mit Bindestrichen getrennt, damit man ihn besser lesen kann. Wer nun der Meinung ist, dass die Aa ein etwas anrüchiger Fluss voller Fäkalien sei, mag von der Aa-Aa sprechen. Ein Aal aus diesem Gewässer wäre demzufolge ein Aa-Aa-Aal.

Duden-Sprachberater: Aaaaaal ist richtig

So weit, so unappetitlich. Doch das Schlimmste kommt noch: Beim Diktatwettbewerb „Münster schreibt“ gilt nämlich die Regel, dass Bindestriche nur dort verwendet werden dürfen, wo sie zwingend vorgeschrieben sind.

Ergebnis: Der Aa-Aal muss zwangsläufig zum Aaaal werden. Kein Witz! Und, jawohl: Aaaaaal für den Aal aus der mit Aa kontaminierten Aa ist ebenfalls richtig. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen . . .

Die Regel stammt von Klaus Mackowiak. Der ist Duden-Sprachberater und auch bei der dritten Auflage des von den Kommunalen Stiftungen Münster organisierten und von den Westfälischen Nachrichten präsentierten Diktatwettbewerbs „Münster schreibt“ verantwortlich für den Ablauf. Was er sagt, gilt – das ist wie mit der Tatsachen-Entscheidung beim Fußball.

Kokolores und Smartphonereferee 

Beim Münster-Finale im Rathaus hören sich am Dienstag rund 30 Vertreter von Marienschule und Gymnasium Paulinum sowie zwei Rechtschreib-Freundinnen, die es einfach wissen wollen, das vom Schauspieler Christian Bo Salle halsbrecherisch vorgetragene Wettbewerbsdiktat an.

Es steckt voller Tücken: flugs und beileibe, Hyperbel und Kokolores, Graph und Graf (was eventuell beides geht) und – Gipfel der Gemeinheit – Smartphonereferee gehören dazu. Letzteres natürlich ohne Bindestrich!

Mit fünf Fehlern zum Sieger

Ohne Patzer schafft das niemand. Strahlender Sieger ist Elternvertreter Christoph Macholz, der nur fünf Fehler produziert. Sabine Beyer (8) und Dr. Annette Gabriel (9) folgen ihm in der Elterngruppe auf den Plätzen zwei und drei.

Die drei besten Lehrer sind Christoph Frye (7) sowie – punktgleich (9) – Dorothea Heim und Lars Wegner.

Die besten Schüler sind Matilda Rürup (11), Maria Kahl (12) und Magnus Rogmann (13). Die meisten von ihnen werden, so es der Terminkalender zulässt, am 12. Juni in Frankfurt beim Bundesfinale teilnehmen.

Die besten Schülerinnen, der beste Schüler bei „Münster schreibt“ (v.r.) Matilda Rürup (Marienschule, 11 Fehler), Maria Kahl (Marienschule, 12 Fehler) und Magnus Rogmann (Paulinum, 13 Fehler) haben die Einladung zum Bundeswettbewerb erhalten.

Die besten Schülerinnen, der beste Schüler bei „Münster schreibt“ (v.r.) Matilda Rürup (Marienschule, 11 Fehler), Maria Kahl (Marienschule, 12 Fehler) und Magnus Rogmann (Paulinum, 13 Fehler) haben die Einladung zum Bundeswettbewerb erhalten. Foto: Oliver Werner

PS: Den Aaaaaal hat offenbar niemand hingekriegt. „Ich wollte gemein sein“, sagt Diktat-Erfinder Klaus Mackowiack lächelnd.

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