Allwetterzoo will 59 Millionen Euro investieren
Generalsanierung im „Bürgerzoo“

Münster -

(Aktualisiert) 59 Millionen Euro will der Allwetterzoo bis 2030 investieren, um den bestehenden Sanierungsstau aufzulösen und darüber hinaus neue Attraktionen zu schaffen.

Mittwoch, 13.06.2018, 17:30 Uhr

Allwetterzoo will 59 Millionen Euro investieren: Generalsanierung im „Bürgerzoo“
Pinguin Sandy mit Pfleger Peter Vollbracht. Dahinter: Kämmerer Alfons Reinkemeier, Zoodirektor Dr. Thomas Wilms, Oberbürgermeister Markus Lewe, Aufsichtratsvorsitzender Rainer Knoche . Foto: Oliver Werner

Bei einem Pressegespräch am Mittwoch stellten Zoodirektor Dr. Thomas Wilms, Oberbürgermeister Markus Lewe, Stadtkämmerer Alfons Reinkemeier und der Aufsichtsratsvorsitzende Rainer Knoche den „Masterplan Allwetterzoo“ vor. 45 Minuten lang waren an der Wand viele bunte Bilder mit schönen neuen Tiergehegen zu sehen. 45 Minuten lang wurden die Redner nicht müde, die überragende Bedeutung des münsterischen Zoos zu betonen. Lewe nannte den Zoo einen „Identifikationsfaktor für Münster“ und attestierte dem vorgelegten Masterplan bis 2030, für einen „signifikanten Neuanfang“ zu sorgen, ja geradezu für einen „Big Bang“.

Allwetterzoo am Scheideweg

In Anspielung auf die 12 000 Mitglieder des Zoovereins meinte der Aufsichtsratsvorsitzende Rainer Knoche, Münsters Zoo sei ein „Bürgerzoo“.  Und dann wurde es ganz ruhig. Der Grund: Zoodirektor Dr. Thomas Wilms wurde gefragt, ob es einen „Plan B“ gebe. Sprich: Was wäre, wenn die jetzt eingeplanten 59 Millionen Euro Investitionsmittel nicht fließen würden? Die ehrliche Antwort des Zoodirektors: „Dann würden wir einen sehr steinigen Weg gehen.“ An dieser Stelle des Pressegesprächs war klar, dass Münsters Allwetterzoo am Scheideweg steht.

Tiere im Allwetterzoo Münster

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  • Pelikane, Tiger, Erdmännchen & Co.: Entdecken Sie mit unseren Bildern den Allwetterzoo!

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Noch gar nicht rosa: ein Flamingo-Küken im Oktober 2016.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Schnee? Der Gepard trägt es mit Fassung.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Gar nicht braun, so ein syrischer Braunbär...

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Tiger Fedor kam im Juli 2017 in den Allwetterzoo.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Nachwuchs bei den Nashörnern: Amiri kam am 20. Mai 2017 zur Welt. Auf unserem Foto ist sie schon fast drei Monate alt.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Ein Malaienbär.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Ein lustiges Outfit tragen die Bongos.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Ist das bequem? Ein Malaienbär.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Bad in der Sonne: ein amerikanischer Nasenbär.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Hier fürchtet ihn niemand: Der Wolf ist im Zoo willkommen.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Nein, das juckt nicht: Ein Vogel ist auf dem Nashorn-Horn gelandet . . .

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • . . . und fliegt wieder weg.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Nachwuchs bei den Nashörnern: Amiri kam am 20. Mai 2017 zur Welt. Auf unserem Foto ist sie schon fast drei Monate alt.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Zwei Pelikane.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Ein Pelikan.

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  • Eine stolze Pracht trägt der Kronenkranich.

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  • Er ist klein, und dann duckt er sich auch noch: ein junger Straß.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Im Afrika-Berich gibt es auch Defassa-Wasserböcke.

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  • Tigerin Nely wundert sich, dass das Wasser in ihrem Gehege zugewuchert ist.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Auch sie landen im Zoo: Störche.

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  • Tiger-Dame Nely.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Tiger-Dame Nely.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Gar nicht rosa: ein Flamingo-Küken im Oktober 2016.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Gar nicht rosa: ein Flamingo-Küken im Oktober 2016.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Immer auf der Hut: Erdmännchen.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Ein durstiger Defassa-Wasserbock.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Geduckt: ein Strauß.

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  • Kronenkranich.

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  • Diese Wildkatze hat Punkte - also ist es ein Gepard.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Brillenpinguine.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Brillenpinguine leben eigentlich an der afrikanischen West- und Südküste, deshalb finden sie es in Münster nicht viel zu warm.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Syrischer Braunbär.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Syrischer Braunbär.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Bongos sehen komisch aus.

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  • Gänsegeier im Schnee

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Gepard

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  • Brillenpinguine

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  • Ein Trampeltier mit Schnee-Schnute.

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  • Ein Wolf.

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  • Syrischer Braunbär.

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  • Gepard im Schnee.

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  • Ein Wolf lugt hervor.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Wer erkennt die Unterschiede? Die Tiger Nely (links) und Fedor.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Bauchlandung: zwei Brillenpinguine.

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  • Kaum bekannt, aber auch niedlich: ein chinesischer Muntjak.

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Kegelrobbe

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Kegelrobbe

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Oran Utan

    Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner
  • Foto: Gunnar A. Pier, Oliver Werner

Die Botschaft: Nicht kleckern, sondern klotzen

Entweder man nimmt viel Geld in die Hand, um die letzten Reste des einstigen „Betonzoos“ zu beseitigen und auf neue Attraktionen zu setzen. Ober aber man stellt sich auf ein kontinuierliches Schrumpfen ein. Die Antwort, die neben Lewe, Knoche und Wilms auch der Stadtkämmerer Alfons Reinkemeier gab, war bei dem Pressegespräch am Mittwoch unmissverständlich: Nicht kleckern, sondern klotzen.Thomas Wilms erklärte unmissverständlich, dass er parallel zu dem Investitionsmarathon auch die Besucherzahl, die aktuell bei rund 600 000 im Jahr liegt, um jeweils 100 000 steigern möchte.

Das Finanzierungskonzept

Per Kredit finanziert, stellt die Stadt Münster einen Investitionszuschuss in Höhe von 20 Millionen Euro bereit. Das Geld soll – verteilt auf vier Tranchen – in den Jahren 2019 bis 2022 fließen.

Parallel dazu hebt die Stadt Münster ihren Jahreszuschuss an – von aktuell 3,8 Millionen Euro auf 4,1 im Jahr 2019 und 4,8 Millionen in den Folgejahren.

Nach dem vorliegen Finanzierungskonzept sollen 53 Prozent der Mittel für Neubauten ausgegeben werden, 47 Prozent für Sanierungen. Ein Ziel dabei ist die „Reduktion des Energiebedarfs um circa 33 Prozent bis 2030“, wie es in dem Ratspapier heißt.

Mit 31 Millionen Euro will sich der Zoo selbst an den Kosten beteiligen, darüber hinaus will Wilms EU- und Landesmittel eintreiben.

Zur Refinanzierung der Ausgaben sollen auch die Eintrittsgelder beitragen. Nach jedem der drei großen Investitionsschübe sollen die Preise jeweils um etwa 2,50 bis drei Euro steigen.

...

Eintrittspreise sollen steigen

Damit nicht genug: In dem Rats­papier, das am 4. Juli zur Abstimmung steht, ist die Rede davon, dass damit zu rechnen sei, die Umsätze an der Zookasse von aktuell 6,7 Millionen Euro im Jahr auf 13,3 Millionen Euro steigern zu können. Das ist faktisch eine Verdoppelung. Der Zoo braucht dieses Geld auch, um die erforderlichen Eigenmittel aufbringen zu können. Mit einem Investitionskostenzuschuss in Höhe von 20 Millionen Euro will Kämmerer Reinkemeier für eine „Anschubfinanzierung“ sorgen. Ohnehin geht er davon aus, dass der Zoo ohne rasche Hilfe in eine Schieflage geraten würde. So sind in dem Masterplan für 14 Millionen Euro Sanierungsmaßnahmen aufgelistet, die alle den Vermerk tragen: „kritischer Zustand, akuter Handlungsbedarf“.

Kommentar

Der Zoo investiert, weil er investieren muss. So einfach  lässt sich der am Mittwoch vorgestellte Masterplan umschreiben. Höhere Anforderungen an die Tierhaltung auf der einen Seite, höhere Ansprüche der Besucher an Information und Unterhaltung auf der anderen Seite. Beides zusammen lässt den Verantwortlichen keine Wahl. Wer nicht reagiert, wird verdrängt.Alle Tierliebhaber sollten aber auch das Kleingedruckte beachten. Der Zoo will (und muss) in den kommenden zwölf Jahren den Umsatz an der Zookasse verdoppeln, um die Investitionen zu stemmen und im Kreise der attraktiven Tierparks mithalten zu können. Dieses Mehr an Geld kann man nicht allein durch mehr Besucher generieren. Höhere Eintrittspreise sind unumgänglich. Ein Zoo-Besuch ist damit auf dem besten Wege, zu einem Premium-Event zu werden, das viel bietet, aber auch viel kostet. Klaus Baumeister

...

Diese Neuerungen kommen

Doch auch atmosphärisch und thematisch soll sich im „neuen“ Allwetterzoo einiges ändern. Zoodirektor Wilms will in einem ersten Schritt das Gelände zwischen dem Elefanten-Park (welcher unverändert bleibt) und dem Aasee in eine „asiatische Inselwelt“ umbauen. Darüber hinaus steht der Umbau des Tropenhauses in ein Pantanal auf dem Programm, benannt nach dem gleichnamigen Feuchtgebiet in Südamerika. Das Bärenhaus weicht einem „südamerikanischen Gebirgswald“, auch eine Indoors-Spielanlage ist geplant.

Die Gehege werden nach Klimazonen sortiert, die da heißen: „Tropen“, „Subtropen“ und „Gemäßigt“. Die meisten neuen Tiere, das sei schon mal verraten, kommen in den Tropen vor. Darüber hinaus sind „kommentierte Fütterungen“ geplant, wie es der Zoodirektor ausdrückte. Bei den Pinguinen soll es Unterwasserblicke geben, überdies eine begehbare Voliere mit großen Vögeln. Ach ja: Kamelreiten kann man künftig auch. Oberbürgermeister Lewe geht davon aus, dass der umfassende Investitionsplan eine breite Mehrheit im Rat finden wird und der Zoo dann an die Arbeit gehen kann. 

Straßenkünstlerfestival 2018: Akrobatik, Clownerie und Comedy

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  • Ein Mix aus Akrobatik, Clownerie und Comedy begeisterte beim 8. Straßenkünstler-Festivals im Tierpark am Aasee Foto: hpe
  • Ein Mix aus Akrobatik, Clownerie und Comedy begeisterte beim 8. Straßenkünstler-Festivals im Tierpark am Aasee Foto: hpe
  • Ein Mix aus Akrobatik, Clownerie und Comedy begeisterte beim 8. Straßenkünstler-Festivals im Tierpark am Aasee Foto: hpe
  • Ein Mix aus Akrobatik, Clownerie und Comedy begeisterte beim 8. Straßenkünstler-Festivals im Tierpark am Aasee Foto: hpe
  • Ein Mix aus Akrobatik, Clownerie und Comedy begeisterte beim 8. Straßenkünstler-Festivals im Tierpark am Aasee Foto: hpe
  • Ein Mix aus Akrobatik, Clownerie und Comedy begeisterte beim 8. Straßenkünstler-Festivals im Tierpark am Aasee Foto: hpe
  • Ein Mix aus Akrobatik, Clownerie und Comedy begeisterte beim 8. Straßenkünstler-Festivals im Tierpark am Aasee Foto: hpe
  • Ein Mix aus Akrobatik, Clownerie und Comedy begeisterte beim 8. Straßenkünstler-Festivals im Tierpark am Aasee Foto: hpe
  • Ein Mix aus Akrobatik, Clownerie und Comedy begeisterte beim 8. Straßenkünstler-Festivals im Tierpark am Aasee Foto: hpe
  • Ein Mix aus Akrobatik, Clownerie und Comedy begeisterte beim 8. Straßenkünstler-Festivals im Tierpark am Aasee Foto: hpe
  • Ein Mix aus Akrobatik, Clownerie und Comedy begeisterte beim 8. Straßenkünstler-Festivals im Tierpark am Aasee Foto: hpe
  • Ein Mix aus Akrobatik, Clownerie und Comedy begeisterte beim 8. Straßenkünstler-Festivals im Tierpark am Aasee Foto: hpe
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