Ferienstart: Chaos am Wochenende befürchtet
Reisende sollten viel Zeit einplanen

Münster -

Gefühlt schwärmt an diesem Wochenende ganz NRW in alle vier Himmelsrichtungen aus, um irgendwo verdiente Ruhe und Erholung zu finden. Der Sommerferienstart ist alle Jahre wieder eine Herausforderung für die Nerven. Umso wichtiger sei es, sich auf den Reisetag vorzubereiten, erklärt Anja Smetanin, Pressesprecherin des Auto Club Europa (ACE).

Donnerstag, 12.07.2018, 21:26 Uhr

Ferienstart: Chaos am Wochenende befürchtet: Reisende sollten viel Zeit einplanen
Am kommenden Wochenende beginnen die Sommerferien in NRW. Wer direkt zu Ferienbeginn in den Urlaub fährt, sollte Geduld mitbringen. Foto: dpa

Stauschwerpunkte in NRW sind in Nord-Süd-Richtung die Autobahnen 1, 31, 40, 57 sowie 61, aber auch in Ost-West-Richtung die A 2, 

Was vorm Start noch zu tun ist

Bevor das Auto beladen wird, empfiehlt Smetanin einen Rundum-Check – Reifendruck, Lichtanlage und natürlich einen vollen Tank. Zur Vorbereitung gehöre sicher auch die Information über die Einreisebestimmungen und Verkehrsregeln im Urlaubsland. Rechtzeitig sollte zudem der Erwerb einer Vignette – etwa für Österreich – in die Wege geleitet werden. Nicht fehlen sollten auch die grüne Versicherungskarte sowie ein Formular des „Europäischen Unfallberichts“. „Der kann im Schadensfall in der Muttersprache ausgefüllt werden“, sagt Smetanin. Das beuge möglichen Missverständnissen bei der Unfallschilderung vor.

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Foto: ADAC

Am Flughafen mehr Zeit einplanen

Gut vorbereitet in das erste NRW-Ferienwochenende gehen nicht nur die Reisenden, sondern auch die, die für einen reibungslosen Transport sorgen sollen – wie etwa der Flughafen Düsseldorf. Der rechnet in den Sommerferien mit rund 3,9 Millionen Passagieren – davon allein 261 000 in den nächsten drei Tagen. „Der Start in die Ferien ist für alle ein herausragendes Ereignis“, sagt Thomas Kötter, Kommunikationschef des Düsseldorfer Flughafens. Dafür sei eigens das Personal aufgestockt worden.

Dennoch sollten die Fluggäste mehr Zeit einplanen. Das Thema „Pünktlichkeit und verschärfte Sicherheitsvorkehrungen“ bei der Abfertigung beschäftige die Verantwortlichen enorm. Jedoch sei man in der Landeshauptstadt „zuversichtlich“, dass der Ferienstart klappt“. Für die Anreise zum Flughafen empfiehlt Kötter, ein Zeitpolster einzuplanen. Da sollten sich die Urlauber „an die Empfehlungen ihrer Airlines halten“.

Beliebte Reiseziele

Bevorzugte Reiseziele in diesem Sommer sind neben Spanien und Griechenland jetzt wieder deutlich verstärkt die Türkei sowie die nordafrikanischen Länder, berichtet Kerstin Heinen, Pressesprecherin des deutschen Reiseverbandes (DRV). Das Gros der Autourlauber wird sich in Richtung Süden aufmachen. Denen rät Tobias Scheffel, Pressesprecher des ADAC Westfalen, die Abreise nicht am Freitag zwischen 13 und 19 Uhr, am Samstag zwischen 11 und 18 Uhr und am Sonntag zwischen 14 und 20 Uhr zu planen. Einen Tipp für nachts reisende Frühstarter hat der Verkehrsexperte dann doch noch: „Am Freitag ab 19 Uhr wird es besser.“

Erst Stress - dann Strand

Antizyklisch lautet das Zauberwort, das den Start in den Sommerurlaub erleichtern kann. So sollte der Urlaub mit dem Auto gen Süden oder Norden an diesem ersten NRW-Ferienwochenende  eben nicht schon am heutigen Freitag oder gar am Samstag beziehungsweise Sonntag beginnen. Davor warnt Tobias Scheffel, Sprecher des  ADAC Westfalen, ausdrücklich. Und so weiß  er in jedem Fall: „Wer an diesem Wochenende auf den Autobahnen unterwegs ist, muss ex­trem viel Zeit mitbringen.“ Gleiches gilt für Reisende, die sich mit dem Flieger in ferne Regionen aufmachen. Geduld und starke Nerven – für viele Flugreisende auf dem Weg in den Urlaub wird beides nicht selten auf eine harte Probe gestellt. Doch müssen sich gestresste Passagiere der Airlines nicht  nur dankbar zufrieden­geben, wenn der Start in    die ersehnten Ferien endlich klappt, sie können auf eindeutige Rechte pochen. Darauf weist NRW-Verbraucherschutzministerin Ursula Heinen-Esser hin. Für einen ausgefallenen oder überbuchten Flug etwa würden neben der Erstattung des Ticketpreises 125 bis 600 Euro Entschädigung fällig. Darüber müssten die Flug­gesellschaften ihre Kunden von sich aus klar informieren. So hat die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) im ersten Halbjahr 2018 einen drastischen Anstieg um 45 Prozent bei Beschwerden von Flugausfällen oder -verspätungen verzeichnet. Beschwerden über Staus und Baustellen können die mit dem Auto in den Urlaub fahrenden Familien allerdings nicht zu Geld machen. Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als sich mit der verfahrenen Situation abzufinden. ADAC-Sprecher Scheffel hält dann doch einen Trost für die bereit, die an diesem Wochenende unbedingt in die Ferien starten wollen oder müssen, weil die Ferienwohnung schon ab Samstag gemietet ist: „In den Sommerferien gibt es weder am Samstag noch am Sonntag Lkw-Verkehr.“ 

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