Streit über Konzern-Bewertung
Provinzial-Fusion steht Spitz auf Knopf

Münster -

Die Fusions­verhandlungen zwischen den Versicherungskonzernen Provinzial Nordwest (Münster/Kiel) und Provinzial Rheinland schienen auf die Zielgerade einzubiegen. Öffentlich wurde schon über Teileinigungen (Sitz der Holding, Rechtsform und Fusionsdatum 1. Januar 2019) berichtet. 

Donnerstag, 19.07.2018, 12:06 Uhr

Streit über Konzern-Bewertung: Provinzial-Fusion steht Spitz auf Knopf
Dicke Luft herrscht zwischen den Eigentümern der Provinzial Nordwest und der Provinzial Rheinland. Foto: Caroline Seidel/dpa

Doch plötzlich ist so viel Sand ins Getriebe geraten, dass ein Scheitern der Gespräche nicht mehr ausgeschlossen wird. Der Eigentümer-Streit wird mitunter lautstark und mit Diffamierungen ausgetragen.

Unserer Redaktion liegen diverse Briefe vor, die die Streitpunkte dokumentieren. Es geht um die Frage, welches Unternehmen wie viel wert ist, im Ergebnis um die Größe des Einflusses der Eigentümergruppen an dem fusionierten Konzern und um die Quoten bei der Gewinnausschüttung.

Kritisiert werden „unterschiedliche Bewertungskulturen und Planungsannahmen“. Die Auseinandersetzungen gipfelten dann vor wenigen Tagen offenbar in der Forderung der Eigen­tümer der Provinzial Rheinland, darüber „mitbestimmen zu wollen, welchen Wirtschaftsprüfer die Aktionäre der Provinzial Nordwest mit welchem Bewertungsgutachten zur Vorlage bei den Gremien beauftragen“.

Das berichtet die Präsidentin des westfälisch-lippischen Sparkassenverbandes, Miteigentümer der Provinzial Nordwest, ihren Gremien. In einem Schreiben an die Eigentümer der Provinzial Rheinland weist Präsidentin Liane Buchholz dieses Ansinnen zurück. „Wir lassen uns nicht von den Trägern der Provinzial Rheinland vorschreiben, welchen Wirtschaftsprüfer (wir) zu welchem Zeitpunkt mit der Erstellung des für uns (...) notwendigen Bewertungsgutachtens beauftragen“. Diese Selbstverständlichkeit müsse „Grundlage für weitere Gespräche sein“.

Sollten die Verhandlungen erneut scheitern, könnte ein ganz anderes Szenario greifen: Angeblich liegt für die Provinzial Nordwest ein neues Kaufangebot eines großen deutschen Versicherers vor.  

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