Energie-Versorgung
Damit Münster am Netz bleibt: FH-Student plant Schaltanlage für Stadtwerke

Münster -

Auf den ersten Blick sind sie unsichtbar – aber trotzdem immens wichtig für unseren Alltag: Schaltanlagen. Sie versorgen unsere Haushalte mit der nötigen elektrischen Energie. Eine Schaltanlage der Stadtwerke Münster muss jetzt erneuert werden – die am Hafen, und an ihr hängen 40 000 Haushalte.

Samstag, 11.08.2018, 16:00 Uhr

Nils Sietmann liest Werte in einer der Schaltanlagen der Stadtwerke Münster am Hafen ab.
Nils Sietmann liest Werte in einer der Schaltanlagen der Stadtwerke Münster am Hafen ab. Foto: FH/Pressestelle

Deshalb muss als Ersatz eine provisorische Schaltanlage her, die die Versorgung aufrecht hält, während die Anlage am Hafen erneuert wird. Diese plant der duale Elektrotechnikstudent Nils Sietmann von der FH Münster in seiner Bachelorarbeit und bringt damit ein Projekt im Auftrag der Münsternetz GmbH voran, heißt es in einer Mitteilung der Fachhochschule.

„So eine Maßnahme ist ein üblicher Prozess, um das Versorgungsnetz instand zu halten. Der Gesetzgeber empfiehlt, Schaltanlagen alle 25 bis 35 Jahre zu erneuern“, erklärt Sietmann. „Man kann sich so eine Anlage wie einen großen Knotenpunkt vorstellen, von dem der Strom auf die Haushalte verteilt wird. Deshalb ist es auch so wichtig, dass die Schaltanlage genauso leistungsstark und zuverlässig arbeitet wie die bisherige Anlage.“ Die Frage ist nun: Wie soll die Anlagentechnik aussehen, um den Übergang realistisch und gleichzeitig wirtschaftlich zu organisieren?

Netzsimulation durchgeführt

Um sie zu beantworten, hat der 23-Jährige alle möglichen Kombinationen analysiert und berechnet und dabei viele Faktoren berücksichtigt: Investitions- und Mietkosten, technische Vorteile, Sicherheitsaspekte, Arbeitsphasen. „Letztendlich haben wir uns dafür entschieden, eine Bestandsanlage und eine Neuanlage zu kombinieren. Das heißt: Eine Schaltanlage, die zurzeit aufgelöst wird, zieht hier in den Hafen um, und wir kombinieren sie mit einer neuen Anlage.“

Für seine Berechnungen und die Planung musste der Münsteraner Messwerte von 140 Stationen ablesen, die an der Schaltanlage angeschlossen sind. „Zum Glück kenne ich durch meine parallel zum Studium absolvierte Ausbildung hier im Unternehmen viele Kollegen persönlich. So hat oft ein Anruf genügt um fehlende Werte zu erhalten“, sagt der angehende Ingenieur. Im Abschluss führte er noch eine Netzsimulation durch, die seine Überlegungen und die Versorgungssicherheit während des Umbaus bestätigte. Unterstützung hat er dabei von seinem betreuenden Professor Dr. Tilman Sanders bekommen.

Die Inbetriebnahme begleitet Sietmann jedoch nicht mehr – denn der Umbau beginnt erst 2019 und ist für ein Jahr angesetzt. Der Absolvent hat dann erst einmal anderes vor: Er möchte zum Wintersemester mit dem Master Wirtschaftsingenieurwesen Fachrichtung Elektrotechnik starten, ebenfalls an der FH Münster. „Ich habe in der Zeit bei den Stadtwerken die Erfahrung gemacht, dass ich hieb- und stichfestes Wirtschaftswissen im späteren Berufsleben benötige!“

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