Lana Del Rey im Interview

Do., 26.01.2012

  • Derzeit 4 von 5 Sternen.

Artikelbewertung

Sie ist die falsche Frau für Skandale

Lana Del Rey ist seit "Video Games" einer der Stars des neuen Jahres.

Foto: Universal

Schon jetzt steht zweifelsfrei fest, dass Lana del Rey einer der großen neuen Popstars des Jahres 2012 werden wird. Mit „Video Games“, ihrer wunderschön traurigen ersten Single, hat sie einen Charts-Hit geliefert. Und auch das Album „Born To Die“ wurde mit Spannung erwartet. Zum Interview treffen wir Lana, die als Unternehmerstochter Elizabeth Grant im US-Ostküstenskiort Lake Placid aufwuchs, im Berliner Nur-für-Mitglieder-Club „Soho House“.

Von Steffen Rüth

Sie sitzt dort in einem riesigen Zimmer auf einem winzigen Sofa und bittet ihren Gesprächspartner neben sich. Also fast auf den Schoß. Lana, 25, trägt ein sehr kurzes, weißes Babydoll-Kleidchen im Häkelstil. Ihre Lippen, von denen es heißt, sie seien aufgespritzt (sie selbst nimmt zu diesem Thema keine Stellung) sehen von der Seite eindrucksvoll, aber tatsächlich etwas unecht aus. Lana selbst wirkt zurückhaltend, beinahe schüchtern, sie spricht langsam und mit relativ leiser Stimme.

Google-Anzeigen
Es heißt, Du hast dich zu dem Vornamen von der glamorösen Schauspielerin Lana Turner inspirieren lassen.
Lana Del Rey: Nein, das stimmt nicht. Im Internet steht unheimlich viel Quatsch über mich. Ich kenne gar keine Filme, in denen sie mitgespielt hat. Es ist auch nicht richtig, dass mich das Ford-Modell „Del Rey“ zu meinem neuen Nachnamen bewogen hat – obschon das ein wirklich herrlicher Wagen ist. Lana del Rey, das klingt nach geheimnisvollem, etwas morbidem Glamour.
Apropos morbide. Deine nächste Single wird der Titelsong des Albums sein, „Born to die“, also „Geboren, um zu sterben“. Was fasziniert dich am Tod?
Del Rey: Gar nichts. Ich fand einfach den Song so schön, dass ich das ganze Album so nennen wollte. Die Botschaft des Liedes ist die, dass wir alle unweigerlich sterben werden, nicht wissen, wann es passiert und Erleichterung finden werden, sollte uns der Tod in den Armen unseres Liebsten ereilen.
Ach je, wie romantisch.
Del Rey: Wäre ich keine Romantikerin, dann könnte ich nicht leben und nicht glücklich sein. Ich will die Welt nicht alleine beschreiten. Ich bin nicht dafür geboren, niemals einen Partner zu finden.
Suchst Du nach deinem Seelenverwandten?

Del Rey: Nein, das nicht. Ich bin nicht auf der Suche. Momentan bin ich sowieso meine eigene Seelenverwandte. Ich habe mich selbst gefunden, und das bedeutet mir sehr viel.
Wie hast Du dich denn selbst gefunden?

Del Rey: Indem ich entschied, allein für mein Leben und für meine Entscheidungen verantwortlich zu sein. Ich bin lieber in Gesellschaft oder verbringe mein Leben mit dem Mann, den ich liebe. Aber um den eigenen Frieden zu finden und nicht ständig in Schwierigkeiten zu geraten, muss man auch Schlussstriche ziehen können.
„Video Games“ handelt von deinem Exfreund, oder?
Del Rey: Ja. Als ich „Video Games“ schrieb, passierte nicht viel in meinem Leben. Ich sang schon lange, und es ging nicht voran. Ich gammelte ohne Ehrgeiz einfach so herum. Mein Freund auch. Ich habe die Beziehung zu meinem damaligen Freund genossen, die Dinge waren einfach und sie waren schön, bloß auf Dauer fehlte jegliche Perspektive, jeglicher Antrieb. Er spielte abends seine Videospiele und ich saß daneben und klimperte auf der Gitarre. Ich hatte in ihm jemanden gefunden, der auch so ist wie ich, der sich ebenfalls ein bisschen wie ein Außenseiter fühlt.
Trotzdem habt ihr euch getrennt.

Del Rey: Das stimmt, er ist nicht mehr mein Freund. Die Welt existiert nicht mehr so, wie sie war, trotzdem denke ich gern und voller Liebe an ihn zurück.
Hast Du studiert?
Del Rey: Nicht an der Uni. Ich habe neben meiner Arbeit als Sängerin in Kneipen und Bars und neben dem Songschreiben meine persönlichen Studien betrieben. Philosophie, der Fortschritt der Wissenschaft und die Geschichte des Rock’n’Roll. (lacht). Ich war total in meiner eigenen bunten und wilden Schule, an der man lernen durfte, was man wollte. Jetzt ist überall dieses Geschnatter um mich herum. Ich möchte mich von Ruhm und Rummel nicht beirren lassen und ich weiß, dass die Menschen, die mir wichtig sind, die selben bleiben werden. Ich will kein öffentliches Leben, keine Zur-Schau-Stellung. Für Skandalgeschichten bin ich nicht die richtige Frau.


Wie bewerten Sie diesen Artikel?

Vielen Dank für Ihre Bewertung.

Nur eine Abstimmung möglich!

Ihre Bewertung wurde geändert.

  • Derzeit 4 von 5 Sternen.
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Bewertung: 3.8/5

1 Stern = überhaupt nicht gut; 5 Sterne = hervorragend

Artikel



Standort

soho house berlin

 

WN-Immo Anzeigen

Wohnungen, Häuser, Grundstücke und gewerbliche Immobilien aus Ihrer Region

WN-Aktionen

Immer mehr drin
Exklusive Angebote für WN-Kunden - wie funktioniert das? mehr...
Anzeige