Tagebuchlesen im Teilchen

Fr., 27.01.2012

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Bianca Westphal liest aus ihren Teenie-Notizen vor

Tagebuchlesen im Teilchen : Bianca Westphal liest aus ihren Teenie-Notizen vor

Bianca Westphal las im prall gefüllten Café Teilchen & Beschleuniger aus ihren Teenie-Notizen vor. Foto: röv

Münster - Zum dritten Mal lasen Gäste im Teilchen & Beschleuniger aus ihren Tagebüchern vor. Wegen des Besucheransturms räumten das Team um Besitzer Stefan Jansen die Möbel aus dem Café.


„Liebes Tagebuch: Momentan bin ich in niemanden, aber ich kann jetzt Inliner fahren“ – Dieses Bekenntnis schrieb Pia Le vor Jahren in ihren Playboy-Block und las es vorgestern nach einem Glas Mutmach-Wein im Café Teilchen & Beschleuniger an der Wolbecker Straße vor. Nicht verliebt war sie als Teenager allerdings selten.

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Am Anfang war ihr Nachbar Marcel, der ihr nichts zum Valentinstag schenkte und den sie mit Kolja schnell ersetzte. Ihn liebte sie wahnsinnig, bis Pia nach ein paar Tagen merkte, dass sie sich das wohl nur eingebildet hat. Anders als bei dem süßen Joshua mit der Zahnspange, dem riesengroßen Simon und Phillip, der ihr aber nach kurzer Zeit doch nur Leid tat.

„Ich kann ja erstmal mit ihm zusammen kommen. Wenn ich dann immer noch nichts empfinde, mache ich einfach wieder Schluss“, schrieb Pia ihrem Tagebuch. Ihr Problem mit Männern analysierte sie als 13-Jährige schon wie die Psycho-Ratgeber der Bravo: Sie sei zu selbstbewusst. Das schrecke die Jungs ab.

Nach einer kurzen Raucherpause setzte sich Bianca Westphal aus Dortmund auf die Fensterbank des Cafés. Weitaus melancholischer schrieb sie damals: „Ich spüre eine Leere in mir und gleichzeitig eine Millionen Steine auf meinem Herzen und in meiner Brust.“ Immerhin sei sie im großen Universum ganz alleine – und als wäre das nicht genug, bekam Bianca in zwei Wochen Zeugnisse. Zitat: „Angst“.

Natürlich füllte auch bei ihr das Gefühlskarussell die Tagebuchzeilen. Im Freizeitpark lernte Bianca zum Beispiel Giovanni kennen. Sie hielten Händchen, küssten sich im dunklen Tunnel der Achterbahn und zum Abschied versprach er, sich zu melden. Aber das Telefon klingelte nicht. „Ich will ihn nie, nie wieder sehen. Er hat mich tierisch verletzt“, las Bianca vor und dabei wurde sie bald 15 ohne jemals einen Freund gehabt zu haben.

In Claras Augen wäre das wohl eher ihr Glück gewesen. Sie wurde mit zwölf Jahren von Julius mit folgenden Worten verlassen: „Es ist aus, Schluss, finito!“ Drei Jahre später folgte der weitere pubertäre Meilenstein: Sie bekam ihre Tage und kritzelte: „Das ist voll scheiße und irgendwie auch gut. Jetzt werde ich endlich eine Frau.“ Ihre beste Freundin interessiere das gar nicht. Sie sei bestimmt neidisch.

Mit 15 Jahren taufte die Münsteranerin ihr Tagebuch in ein Gedankenbuch um, damit sie nicht mehr den Druck hatte, jeden Tag zu schreiben. Seitdem notiert sie ihre Eindrücke ganz frei und assoziativ, wenn ihr gerade danach ist. Zum Vorlesen seien diese Zeilen aber zu intim . . .


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