Muslime nicht ungeteilt erfreut
Mi., 01.02.2012
Beirat islamische Theologie: Koordinationsrat will aber schnell Mitglieder entsenden
Bekir Alboga
Münster -
Im Senat der Universität gab es Ende vergangenen Jahres über die Einsetzung eines Beirats für islamische Theologie einen heftigen Disput – und auch der Koordinationsrat der Muslime in Deutschland (KRM), der vier Mitglieder des achtköpfigen Gremiums entsenden soll, bricht angesichts des Themas nicht in ungeteilten Jubel aus. Dies gibt Bekir Alboga, Sprecher des KRM, in einer Stellungnahme auf Anfrage der WN zum Ausdruck.
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Vielen Mitgliedern im Senat der Universität geht die Beteiligung der im KRM zusammengeschlossenen muslimischen Gruppen zu weit – dem KRM geht die Teilhabe, wie sie im Beirat vorgesehen ist, nicht weit genug. Bekir Alboga sieht den Beirat, der bei der Besetzung der Professur und der Dozentenstellen für die Ausbildung von muslimischen Religionslehrern mitentscheidet, als „Provisorium“. Der Islam stelle neben den christlichen Kirchen und dem Judentum weiterhin noch keine gleichberechtigte Religionsgemeinschaft in Deutschland dar, so die Kritik. Etwa könnten Muslime beim Standesamt immer noch nicht die Religionszugehörigkeit „muslimisch“ eintragen lassen. Die Diskriminierung der Muslime führe zu dem negativen Bild, das in Deutschland vom Islam herrsche. Den Beirat sieht Bekir Alboga als Provisorium, dessen Akzeptanz die Anerkennung als Religionsgemeinschaft verzögern könnte.
Dennoch: Die Aussicht, an staatlichen Schulen bald breit islamischen Religionsunterricht einzuführen, ist aber eine reizvolle Perspektive für den Koordinationsrat (KRM), betont Alboga. Deshalb werde der KRM „schon in den kommenden Wochen den Prozess der Beiratsbildung abgeschlossen haben“.
Erst in dieser Woche hatte die Universität die „Ordnung des konfessionellen Beirats für islamische Theologie“ veröffentlicht. Der KRM sei aufgefordert worden, Mitglieder vorzuschlagen, heißt es im Rektorat.
Der Beirat darf sein Einverständnis zur Berufung von Theologen „aus Gründen, die sich auf Lehre oder Lebenswandel beziehen“, verweigern. Die Universität wartet nun auf die Benennung von Beiratsmitgliedern. Etliche Senatsmitglieder hatten sich im Dezember gegen die vom deutschen Wissenschaftsrat vorgeschlagene Ordnung mit dem Argument gewandt, dass zum KRM auch Gruppen gehörten, deren Ziel der Verfassung der Bundesrepublik entgegenstünden.
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