Rap, der unsterblich macht
Di., 31.01.2012
Kool Savas im ausverkauften Skaters Palace: Pyro-Show und Hip-Hop-Feuerwerk
Kool Savas spielte am Wochenende im Skaters Palace. Sein neues Album steht ganz oben in den Charts.
Münster -
Wie der überfreundliche Tonfall einer Flugbegleiterin raunte am Freitagabend eine Frauenstimme durch den Skaters Palace: „Bitte nehmen Sie Platz. Die Show beginnt in Kürze.“ Im Chor erhielt sie vom Publikum die ungeduldige und immer schneller werdende Antwort in drei Buchstaben: „S.A.V.“ – Synonym für Kool Savas.
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Bevor der in letzter Zeit höchst erfolgreiche deutsche Rapper auf die Bühne trat, heizte kein Support den Zuhörern ein. Stattdessen begann das ausverkaufte Konzert mit einer grandiosen Pyro-Show, die Savas in einem kurzen Video als einzig übriggebliebenen wahren Rapper zeigte.
„Endlich mal wieder im Skaters Palace. Das ist wie zu Hause zu sein“, begrüßte er seine begeisterten Gäste und legte los: In einer Zeit, in der es keine echten Rapper, Beats und Rhymes mehr gebe – was bliebe da noch? „Dann kam Essah“ antwortet er mit einem Track seines neuen Albums „Aura“, das sofort von Null auf Platz eins der deutschen Charts schoss.
Den Namen „Essah“ hat Kool Savas auf seinem Unterarm für alle Zeit eingravieren lassen, und auch das Konzert in der Hip-Hop-Metropole Münster sollte für ihn und das Publikum unvergesslich bleiben: „Wenn ich euch in euren Fan-Shirts sehe, habe ich das Gefühl: Dieser Abend macht uns gemeinsam unsterblich.“
Im Gegensatz zu seinen Mitstreitern werde der selbst ernannte King of Rap nämlich nicht in dem Nirwana der vergessenen Künstler verschwinden, so seine Überzeugung. Mit Unterstützung von Backing Vocals sang er deswegen: „Ich will nie mehr gehen. Gib mir ein Mic und ich bleib.“
Neben seinen neuen Tracks performte er in Turbogeschwindigkeit auch einige alte Stücke wie „Immer wenn ich rhyme“ und „Das Urteil“, in dem er Eko Fresh mit Worten vernichtet. Der Gratis-Track wurde 2005 innerhalb von wenigen Tagen so oft heruntergeladen, dass der Server teilweise überlastet war.
Am Ende zeigte Kool Savas, dass das neue Album über seine Selbsterhöhung zum Heiland und Battle-Rapper hinausgeht. Sein letzter Track begann mit einem türkischen Gedicht seines Vaters und endete mit der letzten Chor-Refrainstrophe „Nichts bleibt mehr, wenn ich diesen Kampf verlier“. Die Sorge der Schlusszeile war unbegründet, denn er verteidigte wieder einmal seine Pionierstellung im Rap-Business.
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