Do., 21.07.2016

Wie diese Serie entstanden ist Ein Experiment: Zwischen den Welten

Wie diese Serie entstanden ist : Ein Experiment: Zwischen den Welten

Die Flucht aus Syrien wirkt an einigen Tagen wie eine Urlaubsreise. Aber sie ist für die Familie Salmeh ein Abschied für Jahre. Foto: Salmeh

Diese Serie ist ein Experiment und will den Betroffenen selbst das Wort erteilen.

Dies ist ein Experiment: Asmaa Aleid aus Homs in Syrien lebt mit ihrem Mann und vier Kindern in einer münsterischen Flüchtlings-Unterkunft. Die Arabisch- und Islam-Lehrerin hatte in Syrien schon journalistisch gearbeitet. Sie schlug dieser Zeitung vor, die Geschichte ihrer Familie, ihrer Flucht und ihres Lebens in Deutschland zu schildern.

Das ist nicht selbstverständlich, über Flüchtlinge wird viel aus der Distanz geschrieben. Sie selbst hört man selten.

Und es erfordert viel Organisation, Übersetzung, Diskussion, Annäherung.

An diesem Experiment nehmen auch Gerd Felder und Saskia Thurau teil. Der eine als Deutschlehrer für Flüchtlinge, der Asmaa Aleid und ihre Familie unterstützt. Die andere als Übersetzerin, die das Arabische in ein - eher nüchternes - Deutsch übertrug.

Was alle Beteiligten dabei lernen mussten: Der Stil der Syrerin Asmaa war für unser deutsches Journalismus-Verständnis zunächst sehr „blumig“, emotional, mehr normativ als faktenorientiert.

Also haben wir nachgefragt, redigiert und versucht, trotz der für unser Medium notwendigen Kürzungen den typischen, gefühlsbetonten Erzählfluss der Autorin beizubehalten. Was dabei herauskam, ist eine Annäherung an eine andere Wahrnehmung der Flüchtlingssituation in Münster als wir sie aus unserer bisherigen Berichterstattung gewohnt sind.

Günter Benning

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