Mo., 04.03.2013

Fünfte "Nacht der Bibliotheken" Geheimnisvolles Dunkel in der Stadtbücherei

Im Dunkeln mal in der Bücherei unterwegs sein – in der „Nacht der Bibliotheken“ machte das besonders auch den jüngsten Besuchern Spaß.

Im Dunkeln mal in der Bücherei unterwegs sein – in der „Nacht der Bibliotheken“ machte das besonders auch den jüngsten Besuchern Spaß. Foto: klm

Münster - 

Fast 200 Büchereien nahmen in NRW an der fünften „Nacht der Bibliotheken“ teil. Dass eine Bücherei nicht ausschließlich Lesen, Sinnieren und Lernen auf ruhigen Plätzen bedeutet, sollte schon der Titel klar machen: „Deine Bibliothek – Wilder als Du denkst“.

Von Klaus Möllers

Lilly-Marie und Anna Karlotta malen im Dunkeln. Mit Buntstiften. Nur dunkelblaue Nachtbeleuchtung und eine orangene Lichterkette illuminieren die Kinder und ihre Malsachen. Immerhin haben sie kleine Taschenlampen und können so sehen, wie ihre Zeichnungen ausfallen.

Die Bilder gehörten am Freitagabend zur „Rallye im Dunkeln“ im Untergeschoss der Stadtbücherei. Bis um 23 Uhr gab es am Alten Steinweg Spiel- und Kulturprogramm für Kinder und Erwachsene. Und sogar Live-Hip-Hop von Jugendlichen, der auch viele Gleichaltrige zur Veranstaltung lockte.

Fast 200 Büchereien nahmen in NRW an der fünften „Nacht der Bibliotheken“ teil. Dass eine Bücherei nicht ausschließlich Lesen, Sinnieren und Lernen auf ruhigen Plätzen bedeutet, sollte schon der Titel klar machen: „Deine Bibliothek – Wilder als Du denkst“. Das Motiv nahm Andreas Bialas auf. Er ist Präsident des Verbandes der Bibliotheken NRW und hatte sich Münster für die Eröffnung ausgesucht. „Der Titel beschreibt, was hier Tag für Tag geschieht – ungezähmt, unvorhersehbar“, sagt er. Das Wunderbare an Bücherei sei, dass es so viel „um Gefühle“ gehe, „ums Entdecken“. Büchereien seien die „bestbesuchten Kultureinrichtungen“ im Land.

Die Vielfalt von Interessen spielte eine Rolle und zeigte sich im Programm: Zwei Mal etwa wurde ein „TatWort Poetry Slam“ geboten. Vor allem Erwachsene begeisterten sich im voll besetzten Zeitungslesesaal für die Eigenbeiträge der Künstler des gesprochenen Wortes – jeder hatte fünf Minuten für seinen Beitrag.

Spontane Improvisationen: Das Placebotheater spielte im freien Bereich des Erdgeschosses Szenen auf Schlagworte hin. Mehrmals am Abend und jeweils vor viel Publikum. Etwa 1500 – kleine und große – Besucher kamen nach Schätzung der Stadtbücherei zu dieser „Nacht“.

Besonders lebhaft ging es in der Kinderbücherei zu: Junge Teilnehmer suchten Lösungen für die Rallye-Aufgaben um Wissen und Einrichtung. „Das ist cool, dass sie es hier so dunkel gemacht haben“, sagt Lilly-Marie. „Dann muss man die Stationen suchen. Sonst sieht man ja alles gleich“, meint Anna Karlotta. In der Mediothek konnte gespielt werden, Playstation, Carrera-Bahn und – mit realen Schlägern statt digitaler Animationen – Badminton über Buchregale.

„Die Sache ist gut durchdacht“, findet Sylvia Kowald aus Nottuln. „Man kann sich auch hinsetzen und lesen, das finde ich gut“, sagt ihr Mann Reinhold. Die beiden sind mit ihren Kindern Madita und Leonardo da.

Genutzt wurden alle Teile der Bücherei: Im Klavierraum zum Beispiel drehte sich alles um das „Wilde“ in Musik und Dichtung.

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