Hochschule Münster

Fr., 28.05.2010

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Ohne Beiträge wird es bitter für die Lehre

FH-Präsidentin Prof. Ute von Lojewski wünscht sich von einer neuen Landesregierung vor allem die Beibehaltung der Hochschulautonomie. Foto: (Wilfried Gerharz)

Münster - Studiengebühren abschaffen - das ist eine der Forderungen, die die SPD in einer neuen Landesregierung in jedem Fall umsetzen will. Prof. Ute von Lojewski, die Präsidentin der Fachhochschule Münster, sieht das, wie alle Hochschulrektoren in NRW, die sich in dieser Woche mit einem Appell an die Fraktionen im neuen Landtag gewandt haben, mit Skepsis. Über ihre Sorgen und Wünsche im Zusammenhang mit einer neuen Regierungsbildung im Land sprach WN-Redakteurin Karin Völker mit der FH-Präsidentin.

Welche Konsequenzen hätte es für die Fachhochschule Münster, wenn die Einnahmen durch die Studiengebühren nicht mehr zur Verfügung ständen?

von Lojewski: Wir müssten die Qualität der Lehre sicher spürbar zurückfahren. Das wäre für die Studierenden, aber auch für die ganze Hochschule bitter. Mit den Beiträgen haben wir im Laufe der vergangenen Jahre viele wichtige neue Lehr- und Serviceangebote eingerichtet, die in der Mehrzahl durch zusätzliche Personalstellen ermöglicht werden.

Müssten diese Stellen auslaufen?

von Lojewski: Wir haben unser wichtigstes Programm zur Verbesserung der Lehre auf insgesamt fünf Jahre kalkuliert. Danach würde es schwierig werden, das Programm aufrechtzuerhalten.

Als in Hessen die Studiengebühren wieder abgeschafft wurden, ist die ausfallende Summe in den Landeshaushalt eingestellt worden . . .

von Lojewski: Wir müssten in einem solchen Fall aber sicher sein, dass uns das Geld an anderer Stelle nicht wieder abgenommen wird. Und da hätte ich angesichts der Situation in den öffentlichen Kassen schon einige Sorgen.

Auch wenn es an der FH Münster relativ wenig Protest gegen die Einführung der Gebühren gab, erfreut darüber sind die meisten Studierenden ja immer noch nicht.

von Lojewski: Das ist nachvollziehbar, wenn aber in unseren Gremien die Beiträge Thema sind, wird die Grundsatzfrage im Moment gar nicht mehr gestellt. Die Diskussionen mit den Studierenden drehen sich eher um Modalitäten des Beitragssystems in der FH. Neulich im Senat ging es um die Befreiung von Studienbeiträgen, wenn jemand in Gremien mitarbeitet, etwa in einer Fachschaft. Die Studierenden dort tun viel für ihre Kommilitonen und werden von der Beitragszahlung befreit.

Gibt es noch weitere Wünsche der FH Münster an eine neue Landesregierung?

von Lojewski: Noch wichtiger ist uns der Fortbestand der Hochschulautonomie. Das hat uns in den vergangenen Jahren erhebliche Gestaltungsmöglichkeiten gegeben. Und wir sehen ja in vielen Bereichen, dass wir auf einem guten Weg sind.

Sie sprechen von den Ergebnissen des jüngsten Rankings des Centrums für Hochschulentwicklung.

von Lojewski: Das waren zum Beispiel gute Nachrichten. Bei allen Fächern, die diesmal analysiert wurden, sind wir an der Spitze unter den Fachhochschulen. Das ist schon ermutigend. Ebenso wie die Nachricht, dass wir als erste Fachhochschule bundesweit in das Verfahren der Systemakkreditierung eintreten dürfen und damit hoffentlich demnächst nicht mehr jeden einzelnen Studiengang durch das Prüfverfahren bringen müssen.

Ist das ein Vertrauensvorschuss, den die FH Münster bekommt?

von Lojewski: So kann man es sehen. Denn wir treten ja erst in das Verfahren ein. Das heißt ja noch nicht, dass wir als System FH eine Gesamt-Akkreditierung bekommen.

Wie wird die FH den Ansturm des doppelten Abiturjahrgangs in 2012 meistern?

von Lojewski: Wir schaffen vorübergehend bis zu 700 zusätzliche Plätze für Studienanfänger und zwar in allen unseren Bachelor-Studiengängen.

Wird die FH ihr Fächer-Angebot noch erweitern?

von Lojewski: In den nächsten Jahren wollen wir stärker Weiterbildungsstudiengänge und duale Studiengänge anbieten. Bei Letzteren ist die praktische Berufsausbildung in einem Unternehmen Teil des Studiums. Mit dem Weiterbildungsangebot richten wir uns schon auf die Zeit ein, wenn der Andrang der Studenten wegen des Geburtenrückgangs nachlässt.

Speziell die Fachhochschulen sind in den letzten Jahren stark ausgebaut worden. Gibt es bald nicht zu viele Studienplätze?

von Lojewski: Das ist nicht zu befürchten, denn die Mittel für die in den nächsten Jahren wachsenden Studierendenzahlen gibt es ja nur für eine begrenzte Zeit. Für uns ist es daher wichtig, unser Profil schon für die Zeit danach zu bilden.


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