Kultur Münster

Mo., 25.05.2009

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100 Skulpturen ziehen in Schrebergärten ein

Der Künstler Oliver Breitenstein setzt sich in seiner Installation „Raum für unkontrolliertes Leben“ mit den Reglementierungen in deutschen Kleingärten auseinander.

Münster - Die Vorbereitungen für die Skulpturenausstellung „Kunst trifft Kohl“ sind in vollem Gange. Das Ausstellungsprojekt, bei dem über 100 zeitgenössische Skulpturen von 27 Künstlern in Kleingartenanlagen, Privatgärten und öffentlichem Raum in Kinderhaus gezeigt werden, wird am 7. Juni um 17 Uhr eröffnet.

Als Ausstellungsflächen dienen die Kleingartenanlagen „Münsterblick“, „Heidegrund“ und „Am Bergbusch“ sowie ausgewählte Privatgärten in Münster-Kinderhaus. In diesem Jahr werden einige Skulpturen zudem im öffentlichen Raum präsentiert: Arbeiten der Künstler Jochen Koe­niger und Ruppe Koselleck werden an den Straßen „Brüningheide“ und „Heidegrund“ zu sehen sein.

Die Schau möchte den Besuchern einen Überblick darüber geben, wie unterschiedlich zeitgenössische Künstler heutzutage das Thema Skulptur interpretieren: Neben klassischer Bildhauerkunst aus Sandstein oder Holz zeigt „Kunst trifft Kohl“ ortsbezogene Installationen, die auf die spezifischen Gegebenheiten der Ausstellungsorte direkt Bezug nehmen, heißt es in einer Pressemitteilung.

So realisiert Christine Rokahr für „Kunst trifft Kohl“ eine raumgreifende Installation in den Gärten im „Münsterblick“. Die Arbeit mit dem Titel „Blowing in the wind“ setzt sich mit Themen Verwandtschaftsbeziehungen und Familienkonflikten auseinander. Die Künstlerin gestaltet ihre Installation aus textilen Materialien, die im Vereinsgarten arrangiert werden sowie - schon weit von Ferne sichtbar - an 17 Flaggenmasten in 17 Gärten wehen werden.

Der Künstler Oliver Breitenstein setzt sich in seiner Installation „Raum für unkontrolliertes Leben“ mit den Reglementierungen in deutschen Kleingärten auseinander. Den Schrebergarten - gemeinhin als Raum mit starker sozialer Kontrolle verschrien - kontrastiert er mit einem Bauwagen, der zu jeder Zeit für alle Besucher frei zugänglich ist.

In diesem Bauwagen können sich die Besucher nach Lust und Laune direkt an der Diskussion um Kontrollverlust und Regelungswut beteiligen: Sie können Kommentare an eine Pinnwand heften, die bereitgestellten Medien - Poster, Filmplakate, Bücher oder Videos - aktiv nutzen oder eigene Medien im Wagen deponieren. „Ich bin gespannt, was hier im Wagen passieren wird“, so Breitenstein. „Ich hoffe, dass die Besucher mein Angebot zur aktiven Teilnahme wahrnehmen und dass sich der Wagen während der Ausstellung verändert.“

» Seit dem Jahr 2005 findet jährlich von Juni bis September „Kunst trifft Kohl“ in Kinderhaus statt. Es werden Führungen angeboten.


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