Kultur Münster
Do., 15.04.2010
Auch für hohe Kunst kein Problem
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Münster - Münsters Zentrum ist umgeben von Kunsthallen. Ganz Münster? Nein. Im Norden gibt es die „Fresnostraße“, im Westen den Wewerka-Pavillon, im Osten die Städtische Ausstellungshalle. Aber im Süden hat eine gefehlt. Der Künstler vom Hawerkamp schufen Abhilfe. An diesem Wochenende eröffnet dort die schmucke neue Ausstellunghalle im Haus „B“. Der Ring ist geschlossen.
Die Geschichte begann November 2007 mit dem neuen Vorstand des Vereins „Erhaltet den Hawerkamp“. Anfang 2008 wurde das Projekt in Angriff genommen, erzählt Gerwin Lohmeyer, der am Hawerkamp sein Atelier hat. Vereinsmitglied Hans Salomon begleitete als Architekt den Umbau. Am Montag war Bauabnahme, am Sonntag wird die lichte Halle prominent eröffnet: Die beiden ehemaligen Professoren der Kunstakademie Münster Timm Ulrichs (Totalkünstler) und Udo Scheel (Maler) präsentieren gemeinsam Arbeiten.
Bis es soweit war, war viel Eigenleistung nötig, erzählt Lohmeyer. Auf 30 000 Euro beziffert der Bildhauer das Vorhaben. „Hätten wir es vergeben, hätten wir an die 90 000 zahlen müssen.“ Zementfußboden, neue Türen und neuer Anstrich geben dem ehemaligen Maschinenraum der Firma Büscher einen galeristischen Charme. Die Perle ist das oben liegenden Séparée mit marokkanischen Fliesen und Kirchenbänken. Und wenn ein Künstler will, kann er auch die Außenflächen nutzen.
Innen bietet die Halle 335 Quadratmeter Stellfläche, von der Wandfläche mal ganz zu schweigen. Bis zu rund sechs Meter hohe Gemälde könnte man hier aufhängen - die vielleicht höchste Kunsthalle der Stadt. Dabei ist sie ebenerdig. Barrierefrei allemal. In vielerlei Hinsicht. Denn hier soll es auch keine Hemmschwellen geben. Kein Kaufzwang, kein Quatschzwang.
Dafür will man auch politisch Zeichen setzen. Carsten Peters (Vorsitzender vom Verein „Erhaltet den Hawerkamp“) hofft, dass der Vertrag mit der Stadt nicht 2015 ausläuft, sondern Politiker und Verwaltung überzeugt werden können, den Künstlern eine Zukunft bis 2035 zu geben. Da ist eine öffentliche Ausstellungshalle mit ihrer Außenwirkung ein gutes Argument.
» Die Ausstellung „Timm und Udo, diese beiden“ wird am Sonntag (18. April) um 17 Uhr eröffnet.
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