Kultur Münster

Mo., 05.07.2010

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Die Szene feiert sich

Aus vollem Hals: Mit Rio Reisers „König von Deutschland“ verabschiedeten sich gut gelaunt Moderator Adam Riese, die Begleitband „Das Töttchen-Terzett“ sowie die Sängerinnen und Sänger des „Westfälischen Frühschoppens“ beim zahlreich erschienenen Publikum am „Coconut Beach“.Foto: (Glajch)
Von Gerold Marius Glajch

Münster - Ein laues Lüftchen wehte vom Hafenbecken über den Coconut Beach. Genau das richtige Wetter, um es sich in einem der einladenden Liegestühle gemütlich zu machen und sich den Klängen aus Jazz, Pop und Chanson hinzugeben.

Beim „Westfälischen Frühschoppen“ am Coconut Beach im Stadthafen feierte sich die münsterische Künstlerszene einmal selbst, und zwar sehr selbstbewusst. Gut 150 Gäste waren der Einladung zur Abschluss-Matinee der diesjährigen Veranstaltungsreihe „Du bist Provinz“ gefolgt.

Vor allem Nicola Ebel vom Filmservice Münsterland des städtischen Presseamts merkte man die Erleichterung nach einer aufregenden Woche an. „Unsere Lagerfeuer leuchten weiter als die Pseudo-Leuchttürme woanders“, rief die engagierte Veranstalterin dem „Provinz“-Publikum zu, und man spürte deutlich, dass sie keinen Punkt, sondern ein fettes Ausrufezeichen hinter ihre Aussage setzen wollte.

„Das Thema liegt mir sehr am Herzen“, sagte Ebel im Gespräch mit unserer Zeitung und ergänzte, dass es sie gelegentlich ärgere, wenn um Künstler aus Metropolen ein großer Wirbel gemacht werde, obwohl die Qualität nicht höher sei als bei den hier beheimateten Malern, Filmemachern oder Musikern. Daher ist sicherlich mit weiteren Events zu rechnen, die das Spannungsfeld zwischen Kunst und Provinz zum Inhalt haben.

Die Musiker und Comedians, die sich an diesem Sonntagvormittag am Hafen präsentierten, gehörten ohne Ausnahme zu solchen Vertretern der „Provinz“, die den Vergleich mit Kollegen aus der Großstadt nicht zu scheuen brauchen. Und Johnny Ketzel bewies mit seinem Lied „Dies verdammte Nest“ souverän, dass man mit dem Thema „Provinz“ durchaus auch selbstironisch umgehen kann. „Wer glaubt, Münster sei Provinz, der war noch nicht in Dülmen“, spöttelte auch Adam Riese bei seiner Anmoderation für die musikalischen Kabarettisten Irmhild Willenbrink und Marcus Fischer, die einen Ausschnitt aus einem eigens komponierten „Dülmen-Musical“ vorstellten. Rahel Budde, bekannt vom Ensemble „Karibuni“, bezauberte das Publikum mit Adeles „My Same“.


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