Kultur Münster

So., 16.08.2009

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Er spielt Unspielbares scheinbar mühelos

Das Embrassy-Quintett nimmt seinen Solisten David Salomon Jarquin in die Mitte. Foto: (bhe)
Von Brigitte Heeke

Münster - „Du lernst jetzt bei los Alémanos Trompete.“ Mit diesen Worten schickte ein Posaunist aus Nicaragua seinen musikbegeisterten siebenjährigen Sohn in die Musikschule „Casa de los tres Mundos“. Das war 1993. Mit „los Alémanos“ meinte er die Musiker von Embrassy, einem Blechbläserensemble aus Münster. Sie unterstützen das Kulturprojekt des Vereins „pan y arte“ und geben dort regelmäßig Konzerte und Kurse.

David Salomon Jarquin, das Trompetentalent, hat mittlerweile etliche Auszeichnungen in Nicaragua und Deutschland bekommen und studiert an der Musikhochschule Detmold. Am Wochenende gastierte er im Haus der Begegnung Albachten, begleitet von Embrassy. Das Konzert war gut besucht - um fünf Minuten vor acht stellten die Veranstalter noch zusätzliche Stühle auf. Mit „Le carnéval de Venise“ von Jean-Baptiste Arban sicherte sich der Solist schon im ersten Teil des Konzerts Bravo-Rufe und Standing Ovations. Das Stück stammt aus einer historischen Kornett-Schule. Es gibt dem Schüler die Gelegenheit zu zeigen, was er kann. Oder wollte der Komponist dem fortgeschrittenen Spieler Demut lehren? „Jeder Trompeter möchte das gern spielen“, hatte Embrassy-Mitglied Gerd Radeke bereits in seiner Moderation angekündigt, „es können aber nur wenige.“ Jarquin ist einer von ihnen. Virtuose Variationen, irre schnelle Tonwiederholungen - David Salomon Jarquin spielt das alles, auswendig, als wäre es nichts. Schön anzuhören ist es außerdem. Das Quintett hat die Klavierstimme dazu für Bläser arrangiert und steuerte dezent und gekonnt die Begleitung bei. Auch das „Concerto per tromba sola e banda“ von Amilcare Ponchielli brachte Jarquin reichlich Applaus ein. Das einsätzige Werk wird eher selten aufgeführt. „Leider“, so Radeke, „halten es viele wegen seiner Nähe zur Salonmusik für minderwertig. Außerdem gilt es wegen der vielen technischen Schwierigkeiten als unspielbar.“ Jarquin widerlegte beides scheinbar mühelos.

Vor den großen Soli des jungen Trompeters hatte das Quintett ihm mit einem Querschnitt aus dem Embrassy-Repertoire den musikalischen Teppich ausgerollt. Gerd Radeke, Guido Fröhlich, Björn Andresen, Jochen Schüle und Thomas Tirler spielten Werke, die mit ihrem Engagement für die „Casa de los tres Mundos“ zu tun haben. Zum Beispiel Samuel Scheidts „Bänkelsänger“-Ouvertüre. „Die wird in Nicaragua mittlerweile landauf und landab gespielt“, berichtet Radeke.


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