Kultur Münster
Do., 28.05.2009
Golfbälle antippen und Bilder anschauen
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Münster - Seit die bildenden Kunst es aus der Popkultur übernommen hat, sich weltoffen und immer ein wenig ironisch zu zeigen, gehört dies zu den Pflichtübungen eines Künstlers. Treibt Kazoto Shinto (Jahrgang 1960) dieses Spiel noch viel weiter?
Es ist ihm jedenfalls deutlich bewusst, dass die Wahrnehmung nicht mehr imstande ist, jedem Aspekt die nötige Aufmerksamkeit zu schenken, da zu viele Elemente sie fragmentieren. „Um sich dem Fremden zu nähern, brauchen wir etwas Vertrautes.“ aus diesem Grunde lässt die Besucher Shinto über Perser-Teppiche marschieren, während sich die Betrachter wahlweise den wenigen Gemälden zuwenden oder einfach mit einem der herumstehenden Golfschläger an die überall verstreuten Golfbälle tippen.
Die Gemälde im einheitlichem Format und korrespondierender Farbgebung fordern jedoch beim genaueren Betrachten alle Sinne zu einem komplexen Zusammenspiel auf. Traditionelle japanische Symbole paaren sich mit Figuren aus der Popkultur, die sich jedoch wieder einer eindeutigen Identitätszuschreibung verweigern und ein Dasein als Comic- oder Fantasiefiguren annehmen, heißt es in einer Pressemitteilung.
Unterlegt sind die Darstellungen mit typographischen Aussagen, die sich als den Titel der einzelnen Blätter deuten lassen. Shinto schlägt dem Betrachter derart viel kulturelle Vielfalt um die Ohren, dass das komplette Erfassen der Bezüge unmöglich scheint.
Die Besucher haben in der Installation die Möglichkeit, von sich eine Fotografie mit Kühlschrank, Flagge und einem selbst gewählten Satz aus Magnetbuchstaben (als frei gewähltem Element der „Shintoischen-Popkultur“) zu erstellen.
» Die Installation von 2003 wird das erste Mal öffentlich im Rahmen von Cuba-Cultur präsentiert. Die Eröffnung ist heute um 19 Uhr im Cuba, Achtermannstraße 12.
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