Kultur Münster

Mo., 23.08.2010

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„Hagelkörner“ als Brotbelag

Ein Miniatur-Scheinwerfer, eine Flasche Lakritz-Likör und eine Vorführung beim Kurzfilmfestival 2011 sind die Preise für den Sieger beim „2. Kurzfilm-Slam“ im Rathaus-Innenhof, den deutsch-niederländischen Regisseur Haiko Rickhoff mit seinem 14-minütigen Film „Hagelslag“. Foto: (gmg)
Von Gerold Marius Glajch

Münster - Die Meteorologen hatten sich einmal nicht geirrt. So fand Münsters „2. Kurzfilm-Slam“ am Abend des ersten richtigen Sommertags nach langem Dauerregen bei angenehmen Temperaturen und vor bestens gelauntem Publikum im Rathausinnenhof statt. Hagelkörner gab es zwar auch, aber nur in Form des beliebten Brotbelags „Hagelslag“. Haiko Rickhoff verwendete den niederländischen Namen der bunten Zucker- und Schoko-Streusel als Titel für seine 14-minütige Liebeserklärung an das Land von „Lek-ker“ und „Ge-zel-lig“.

Die ironisch-witzige Collage aus Trick- und Realfilm begeisterte an diesem Abend das Publikum so sehr, dass der deutsch-niederländische Filmemacher kurz vor Mitternacht als Sieger des Wettbewerbs feststand. Sein Werk wird somit auch beim „Filmfestival Münster 2011“ zu sehen sein.

Bereits ab 20 Uhr begannen die Filmfreunde aller Altersstufen, die Stühle, Bänke, Liegesessel und Orientteppiche vor der 15 Quadratmeter großen Film-Leinwand zu bevölkern. Albert Ruppelt und DJ Saat vom „Trust in Wax“- Team sowie Nils Beat sorgten an den Plattentellern für soulig-entspannte Atmosphäre. Kurz nach 21 Uhr fiel vor über 300 Zuschauern die Klappe für den ersten von acht filmischen Kleinodien.

Waren beim ersten Slam im April dieses Jahres lediglich sechs Filme an den Start gegangen, so hatten die Veranstalter Andreas Weber vom „Tat-Wort“-Poetry-Slam und Nicky Schulte (Leiterin des „Filmfestivals Münster“) die schwierige Aufgabe, aus 30 eingesandten DVDs, acht Filme auszusuchen. „Wir wollten uns bei der Auswahl gar nicht als Jury aufspielen“, äußert sich Andreas Weber im Gespräch mit dieser Zeitung bescheiden. „Uns kam es vor allem darauf an, eine gute Mischung aus verschiedenen Genres präsentieren zu können.“

Bei der Auswahl wurde großes Geschick bewiesen. Formal wie auch inhaltlich spannte das hohe Niveau einen weiten Bogen. Die beiden Gymnasiastinnen Anna Katharina Bitter und Mara Feiler aus Münster zeigten etwa mit „Oneway Ticket“ eine einfache, aber eindrucksvolle Darstellung des Ausbruchs einer Schülerin aus Frust und Einsamkeit. Florian Pucherts Kurz-Krimi „König der Herzen“ war hingegen ein Hochglanzwerk mit Profi-Schauspielern und der Unterstützung von staatlicher Filmförderung. Den zweiten und dritten Platz belegten Tilmann Rademacher aus Münster mit seiner Männerposse „Ein schlechter Film“ sowie das Horror-Fiction-Szenario „Sender 77“ von Christian Fischer aus Köln. Wolf Hogekamp (Sieger im April) beeindruckte hörbar mit seiner Visualisierung eines kurzen Textes des Slam-Poeten „Sebastian 23“ aus Bochum.


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