Kultur Münster

Mo., 11.01.2010

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Hilfsbereitschaft besiegt Hunger

Jan-Christoph Tonigs fährt mit den Tieren fabelhaft Schlitten.Foto: (heh)
Von Heike Eickhoff

Münster - Es schneit. Der Wolf hat Hunger. Ein saftiges Schaf, das würde ihm jetzt schmecken. Der Wolf macht sich auf den Weg und findet ein Schaf. Das bietet ihm gegen den Hunger vom eigenen Heu an. „Wir wollen die Sache mit Stil angehen!“, ruft der hungrige Wolf, schaut sich das leckere Schaf an und reibt sich die Hände. Am Ende landet er halb erfroren im eiskalten Fluss. Wie er da hinein kommt und wie das freundliche Schaf, statt im Magen des Wolfs zu landen, den ohnmächtigen Isegrim nach Hause bringt und ihm damit das Leben rettet, erfuhren Theaterfreunde am Sonntag im Kindertheater Meerwiese. Da hatte das Stück „Schaf mit Stiefeln“ (nach dem niederländischen Kinderbuch „Schaap met Laarsjes“ von Maritgen Matter) Premiere.

Schauspieler Jan-Christoph Tonigs schlüpfte in die Rollen von Schaf und Wolf. Ziemlich klasse, wie er die beiden unterschiedlichen Gesellen gab. Dem hungrigen Wolf konnte man wegen seiner Mordpläne nicht wirklich böse sein. Tonigs legt ihn jovial an, ein Wolf von Welt sozusagen, der seine manierierten Wortdrechseleien genießt. Das Schaf war hilfsbereit und ohne Argwohn, aber keinesfalls dumm.

Manchmal hält Tonigs die flotten Wechsel in den Dialogen der beiden Tiere stimmlich nicht perfekt durch, aber es geht so rasant hin und her, dass es kaum auffällt. Insgesamt arbeitet das Stück eng an der Vorlage des Kinderbuchs und tut gut daran. Denn das Buch präsentiert eine recht gelungene, dichte Geschichte für kleine Kinder.

Ein uriger Holzschlitten reicht als Requisite, ein paar gemütliche Stiefel mit Schafsfell reichen als Kostüm. Tonigs hat stattdessen etwas Effektiveres auf die Bühne mitgebracht: die famosen Musiker Nico-Jan Beckers (Akkordeon) und Auke Reuvers (Klarinette) vom Theater „roodverlangen“. Die beiden kommentieren mit buntem Sound das Geschehen: Da quietscht und röchelt das Akkordeon, da jubiliert die Klarinette. Regisseur Bart Hogenboom lässt den drei Herren auf der Bühne Platz für Eigenarten, hat das hübsche Stück liebevoll skizziert und sorgt für eine tolle knappe Stunde Kindertheater der allerbesten Art.

» Weitere Vorstellungen sind am Dienstag und Donnerstag (12. und 14. Januar) um 10 Uhr. Karten: ' 289 21 11.


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