Kultur Münster

Fr., 06.11.2009

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Künstler gewähren Einblicke

Duniel Niehaus arbeitet derzeit unter anderem an Ikonen wie Johnny Cash. Als seine persönliche Leinwand benutzt er Holz.Foto: (bm)

Münster - „Ich brauchte da gar nicht mehr viel zu machen. Das Holz hat mir ja alles vorgegeben“, sagt Duniel Niehaus. Die Aussage darf getrost als Untertreibung gewertet werden, denn auf den ersten Blick erkennt der Betrachter nicht einmal, dass die Illustrationen den angesprochenen Naturrohstoff als Untergrund haben. Niehaus ist einer von über 20 Künstlern, die gestern in und...

Von Björn Meyer

<1>Münster - „Ich brauchte da gar nicht mehr viel zu machen. Das Holz hat mir ja alles vorgegeben“, sagt Duniel Niehaus. Die Aussage darf getrost als Untertreibung gewertet werden, denn auf den ersten Blick erkennt der Betrachter nicht einmal, dass die Illustrationen den angesprochenen Naturrohstoff als Untergrund haben. Niehaus ist einer von über 20 Künstlern, die am Freitag in und vor ihren Ateliers in der Hafenstraße 64 ihre Werke ausstellten.

Zumindest einen kleinen Teil davon, denn ihre brandneuen Projekte behandeln die überwiegend als Illustratoren tätigen Künstler sehr vorsichtig: „Da verrät man lieber nicht zu viel“, sagt Michael Bayer, der bereits viele Jugendbücher illustriert hat - zuletzt Michael Endes Geschichte „Tranquilla Trampeltreu“.

Etwas furchterregender wird es vor dem Atelier von Robert Nippoldt. Ein großes Poster mit dem Gesicht von Frankensteins wohl bekannter Kreatur ziert die Wand neben dem Eingang. Kein Zufall, denn Nippoldt arbeitet an einem Buch über das Hollywood der dreißiger Jahre. Auf vielen Doppelseiten wird er dort an Stars und Sternchen, aber auch die Vergessenen der ersten Hochzeit des Films erinnern. „Meine Diplomarbeit war ein ähnliches Buch über berüchtigte amerikanische Gangster. Immer Illustration und dazugehöriger Text.“ Ein Verlag veröffentlichte die Arbeit und bat ihn alsbald, an einem weiteren Werk zu arbeiten. Es behandelt die Legenden Jazz. Das Buch über Hollywood wird der dritte Teil dieser Reihe. Nur die Texte, die schreibt Nippoldt nicht mehr selber: „Gott sei Dank“, sagt er und lächelt. Für seine Publikation über den Jazz erhielt er 2007 zusammen mit Texter Hans-Jürgen Schaal von der Stiftung Buchkunst den Preis „schönstes Buch 2007“.

Nach dem Motto „weniger ist mehr“ handelte Anna Fuchsgruber mit dem Projekt „twee“, das sie und Stephanie Henzler zusammen betreiben. Fuchsgruber stellte die neuen Entwürfe für das Design von Tragetaschen vor. „Alles andere habe ich heute im Schrank gelassen.“ Zwischen all den Infografiken, Bildern und Skizzen, wollte sich einer dann doch noch über eine besondere Idee auslassen: „Mir schwebt eine Gruselgeschichte im westfälischen Hinterland vor. Am liebsten als Film“, verrät der 30-jährige Niehaus. Dafür muss er aber noch einiges machen, findet im übrigen auch er selber.


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