Kultur Münster

Mo., 21.12.2009

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Schöner Streit und starker Swing

Die Münsteranerin Lia Hoensbroech und ihr Piano-Partner Florian Schmidt-Gahlen .Foto: (heh)
Von Heike Eickhoff

Münster - Sie singt, er spielt Klavier. Manchmal streiten sie aber auch. Dann fliegen die Fetzen. Ein geschminktes „Veilchen“ und falsches Nasenbluten sind die harmloseren Folgen eines vermeintlichen kleinen Gedankenaustausches vor der Tür.

Doch dieser herrliche Comedy-Radau gehört einfach mit dazu, wenn „Anni & Lesticz“ die Bühne betreten. Die Schauspieler Lia Hoens­broech und Florian Schmidt-Gahlen haben sie frei erfunden, mit gehörig viel Temperament versorgt, sie in herzlicher Hassliebe verstrickt und lassen sie eine tolle Show hinlegen. Hand auf´ Herz, könnten diese beiden nicht fast kussecht sein?

Ausschließlich englischsprachige Songs haben Hoensbroech und Schmidt-Gahlen ausgesucht, aktuelle Standards. Das hebt die Begeisterung, bei fast jeder Nummer summen Zuhörer mit. Lia Hoens­broech ist eine interessante Sängerin. Fast immer swingt sie, immer gefällt ihre Freude an den Songs, die sie lebendig interpretiert, intonationssicher und mit viel Gefühl singt. Da kann man lange zuhören, zumal die gespielten Szenen zwischendurch und mittendrin für bunte Unterhaltung sorgen.

Kollege Florian Schmidt-Gahlen als Juri Nepomuk Lesticz (der aus dem wunderschönen Land Tebrinien stammt, wo alle Männer Kavaliere sind) ist nebenbei auch ein zuverlässiger Pianist, der ausgiebig die perkussiven Möglichkeiten des Klaviers nutzt. Mit „Man in the Mirror“ legt er sogar eine tolle Gesangsnummer hin. Und weil er vorher den Whiskey der Kollegin getrunken hat, quält ihn das berühmte „Bäuerchen“ - rhythmisch perfekt ins Lied eingebaut!

„Tainted Love“ kommt anschließend als überraschend schnelle Version daher. Nur wenn es im Text um das Wegrennen geht, verzögert Hoensbroech, die hier umwerfend schön singt, bewusst das Tempo. Später singt Lesticz, der so authentisch wirkt, dass man immer mal wieder nachdenken muss, um den Schauspieler Schmidt-Gahlen herauszufiltern, „Looking for freedom“. Anni (Hoensbroech) begleitet ihn am Klavier mit genau zwei Akkorden. Die sind allerdings für diesen Song fast schon mehr als genug. „Come as you are“, „Love is a battlefield“ und „Nobody kows you when you´re down and out“ gehörten ebenfalls zu den Höhepunkten.


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