Kultur Münster

So., 08.05.2011

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Wie der Mensch in die rechte Spur kommt

In der neuen Produktion des Theater-XS wettet Mephisto (Kolja Volkert, l.) mit der Göttin (Rosa von Ketteler), dass er Faust (Fritz Surmann) zu einem schlechten Menschen machen kann.<beschreibung>Foto: </beschreibung> (scm)
Von Marian Schäfer

Münster - Das Böse ist leicht zu erkennen; Leuchtend rot sind die Haare dieses teuflischen Mephisto (Kolja Volkert), der den armen, zweifelnden Doktor Faustus (Fritz Surmann) zu verführen versucht, der kritisch sein Leben bilanziert und zu einem doppelt niederschmetternden Fazit gelangt: „Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor“, sagt Faust, der nicht nur an der Erkenntniskraft der Wissenschaft zweifelt, sondern sich auch über die Unfähigkeit ärgert, das eigene Leben zu genießen.

„Also“, sagt der Teufel Mephisto zu Faust, „lass uns wetten.“ Und der alte Doktor, des Lebens längst überdrüssig, schlägt ein, verspricht dem Teufel seine Seele für den Fall, dass es tatsächlich gelänge, ihn von seiner Unzufriedenheit zu befreien. Mephisto, der parallel eine Wette mit der ruhelosen Göttin (Rosa von Ketteler) abgeschlossen hat und dieser beweisen muss, Faust zu einem schlechten Menschen zu machen, verwandelt den alten Faustus wieder in einen jungen Kerl, der um die Häuser zieht und sich alsbald in das schöne Gretchen (Camilla Brandt) verliebt. Das Theater-XS hat sich unter der Regie von Stefanie Bockermann nach „Romeo und Julia“ und „Leonce und Lena“ wieder einen Klassiker ausgesucht. Erneut schafft es das Ensemble (die Jüngste acht Jahre, der Älteste 13 Jahre alt), den schweren Stoff anschaulich auf die Bühne der „Zukunftswerkstatt“ im Kreuzviertel zu bringen.

Faust, der das schöne Gretchen mit der Hilfe Mephistos erobern will und bei einem Streit ihren Bruder Valentin - gesteuert durch Mephisto - erschießt, wendet sich schließlich vom Teufel ab und tauscht die Jugend wieder gegen den Krückstock. Mephisto verliert seine Wette mit der Göttin, die Gretchen schließlich 60 Jahre altern lässt und ihr damit das Leben an der Seite des Doktor Faustus ermöglicht.

Mit viel Musik (Komposition: Timo Kuhn), Bewegung und leichtem Witz spielt das Ensemble den „Faust“. Die Kinder zeigen in der auf eine Stunde abgespeckten Version, wie verführbar der Mensch ist und wie viel Lust er am Bösen in sich trägt. Aber auch, wie jeder, der einmal vom Pfad der Tugend abgekommen ist, es wieder in die richtige Spur schaffen kann.


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